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Galerie: Test Alfa 159

Test: Alfa 159

Schönling mit Substanz

08.05.2006

Ein guter Cappuccino braucht ordentlich Dampf, sonst wird es nichts mit dem locker-flockigen Milchschaum. Auch der Alfa 159 verlangt nach einem druckvollen Antrieb - um eben nicht als schöner Schaumschläger dazustehen. Auf jeden Fall standesgemäß motorisiert ist man mit dem Diesel-Topmodell 2.4 JTDM.

Der Fünfzylinder-Turbodiesel schöpft aus 2,4 Liter Hubraum satte 200 PS und stellt ein beeindruckendes Drehmoment von 400 Nm bereit. Die Fahrleistungen sind auf einem entsprechend hohen Niveau. Für den Sprint von Null auf Tempo 100 braucht die 1,7 Tonnen schwere Limousine nur 8,4 Sekunden und in der Spitze schafft sie fast 230 km/h.

Galerie: Test Alfa 159Auch subjektiv fehlt es nie an Power. Das Aggregat zeigt sich drehfreudig und nimmt spontan Gas an. Nur beim Anfahren stört das auffällige Leistungsloch. Ist es überwunden, fällt das hohe Drehmoment von 400 Nm regelrecht über die angetriebenen Vorderräder her. Folge: Für sanftes, aber druckvolles Beschleunigen aus dem Stand braucht es gefühlvolle Beinarbeit.

In Sachen Geräuschentwicklung und Laufkultur ergibt sich ein geteiltes Bild. Im Standgas überträgt der Fünfzylinder leichte Vibrationen an die Karosserie. Mustergültig flüstert der Diesel dagegen im Teillastbetrieb, und unter Last gibt er das typische, kernige wie höchst angenehme Fünfzylinder-Trommeln von sich.

Druckvoll und zurückhaltend

Galerie: Test Alfa 159Serienmäßig ist der 2.4 JTDM mit Dieselpartikelfilter ausgerüstet. Auch beim Verbrauch überzeugt der stärkste derzeit erhältliche Alfa-Diesel. Bei gemächlicher Fahrt errechnet der Bordcomputer Werte um die sieben Liter je 100 Kilometer. Bei sportlichem Betrieb und Autobahnetappen mit hohem Vollgasanteil begnügt er sich mit rund zehn Liter.

So gesehen eignet sich der Alfa hervorragend für die Langstrecke, zumal auch die Windgeräusche im gepflegten Rahmen bleiben. Die Abrollgeräusche sind vergleichsweise laut, die Fahrwerksabstimmung straff, aber nicht unkomfortabel ausgefallen. Für den Fall, dass man zu viert unterwegs ist, müssen trotzdem Stopps im Eineinhalb-Stunden-Takt eingeplant werden. Denn länger hält es kaum ein Erwachsener im eng geschnittenen Fond aus, ohne sich die Beine vertreten zu müssen. Vor allem die geringe Kniefreiheit verhindert eine entspannte Lümmelhaltung.

Galerie: Test Alfa 159Vorne sitzt es sich bequem auf hübschen Sportsitzen mit gutem Seitenhalt. Doch herrscht auch hier nicht nur eitel Sonnenschein, zumindest für überdurchschnittlich große Fahrer. Obwohl der Sitz mannigfach justierbar ist, vermissen 1,90-Meter-Kandidaten einen größeren Verstellspielraum nach unten. Hervorragend dagegen ist das extrem weit in der Länge verstellbare Lenkrad. In dieser Hinsicht findet jeder die optimale Sitzposition.

Kann ein Auto Spaß haben?

Galerie: Test Alfa 159Vor allem in kurvigem Geläuf ist man dankbar, das griffige wie formschöne Lenkrad nah am Körper zu haben. Denn so lassen sich Kehren und Ecken optimal sportlich angehen, was dem Alfa genauso viel Spaß zu machen scheint wie dem versierten Fahrer. Präzise lenkt der 159 ein, neigt sich nur leicht zur Seite und beginnt für einen Fronttriebler vergleichsweise spät über die Vorderräder zu schieben.

Dass Alfa mit dem 159 eine ausgesprochen sportliche Limousine geschaffen hat, ist unbestritten. Schön ist er sowieso. Doch wie sieht es mit der Qualität aus? Der optische Eindruck zumindest stimmt: Nichts knistert, nichts klappert. Die Kunststoffoberflächen an Armaturenbrett und Türen fassen sich weich an und sind ansehnlich gemasert. Die Dekoreinsätze im Alulook sind Geschmackssache, aber gewiss keine Billig-Lösung. Trotzdem: Das Niveau von Audi und Co ist noch nicht ganz erreicht.

Galerie: Test Alfa 159Zu haben ist der 200-PS-Beau ab 31.900 Euro. In der von uns getesteten Topausstattungslinie Distinctive kostet er 34.850 Euro. Zum Vergleich: Ein Audi A4 mit dem neuen 170 PS-TDI startet bei rund 30.000 Euro, ein Mercedes C280 CDI (190 PS) bei 42.000 Euro. BMW selbst ist nicht in dieser Leistungsklasse vertreten, wohl aber Alpina mit dem D3 (200 PS) für gut 36.000 Euro. Ausstattungsbereinigt sind sie alle teurer als der Alfa, denn der hat von der Klimaautomatik bis zur Exklusivlederausstattung so ziemlich jedes Feature serienmäßig an Bord. Diesbezüglich kann nur der Lexus IS 220d Sportline für knapp 36.000 Euro mithalten.

Fazit

Von wegen Schaumschläger: Der Alfa 159 mit dem 200 PS starken Fünfzylinder-Turbodiesel ist ein Schönling mit Substanz. Der Motor hat jede Menge Power und hält sich beim Spritkonsum trotzdem beachtenswert zurück. Viel Freude bereitet auch das agile Fahrwerk, wenngleich es angesichts des Premium-Anspruches der Marke einen Tick zu laut ist.

Als Familienlimousine taugt der 159 nur bedingt, denn weder das eingeschränkte Platzangebot im Fond, noch der kleine Kofferraum (nur 405 Liter) laden zur großen Reise zu viert ein. Schade, hier hätte man sich mit dem neuen Modell wohltuend von der Konkurrenz abheben können. Geschafft wurde das beim Preis/Leistungsverhältnis: 35.000 Euro für ein Diesel-Topmodell mit beinahe Vollausstattung sucht man anderswo vergebens.

Galerie: Test Alfa 159

 
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