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Galerie: Test Alfa Romeo Stelvio

Test: Alfa Romeo Stelvio

Ein Herzensbrecher für Giulia

24.11.2017

Alfa Romeo. Ein Name, der Fahrzeuggeschichte geschrieben hat – und ein Name, um den es in den letzten Jahren verdächtig ruhig geworden ist. Was war los bei „la bella macchina“? Wir können sagen: So einiges! Der Automobilhersteller aus Turin hat sich für einen Neustart gerüstet und will ab sofort auch bei den großen Jungs mitspielen. Der Stelvio soll den SUV-Markt aufmischen und für die gewisse Portion Italienfeeling sorgen. Optisch ist sich Alfa seiner klaren Designsprache hundertprozentig treu geblieben: Der Stelvio ist ein waschechter Alfa Romeo.

Allein die Front sorgt bei Fans der Marke garantiert für Gänsehaut. Wie seine Marken-Kollegen ist auch der Stelvio aggressiv, bullig und dennoch zeitlos elegant und formschön. Besondere Hingucker: der weit aufgerissene Kühlergrill, die markant geschwungene Motorhaube, und die fast schon böse dreinblickenden Scheinwerfer.  

Eine Schulter zum Anlehnen

Galerie: Test Alfa Romeo StelvioInnerlich wie äußerlich ist das Alfa-SUV zweifellos Giulias Herzensbrecher Romeo. Er ist knapp vier Zentimeter länger als seine Angebetete, doch die lehnt sich auf Grund der höheren Schulterlinie bestimmt gerne an. Trotz der erhöhten Sitzposition bleibt man agiler Teilnehmer im Straßenverkehr – hier haben es die Italiener verstanden, Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit in einem Fahrzeug zu paaren. Diesen Eindruck verstärkt ein Blick in den Inneraum, der auch Platz für mögliche Bambinis bereithält. Aber auch ausgewachsene Personen profitieren hier von der großzügig bemessenen Bein- und Kopffreiheit.

Galerie: Test Alfa Romeo StelvioEbenfalls großzügig ausgelegt ist der Kofferraum, dessen Klappe übrigens serienmäßig elektrisch öffnet und schließt. Hier gibt es Platz für 525 Liter Gepäck. Bei umgelegten Rücksitzen lassen sich sogar bis zu 1.600 Liter herauskitzeln. Ein Blick nach oben lohnt sich ebenfalls. Denn das üppige Panoramaglasdach, das sich zwar nur bis zur Hälfte öffnen lässt, gibt freie Sicht auf Sonnenschein und Sternenhimmel.

Echtholzfurnier statt Plastik

AGalerie: Test Alfa Romeo Stelviouch im Interieur-Design ist der Stelvio ganz bei seiner geliebten Giulia. Das Armaturenbrett versprüht dank des noblen Echtholzfurnier und der Volllederoberfläche die nötige Prise Eleganz. Alle Kunststoffbauteile und Zierleisten sind solide und ordentlich verbaut – billiges Plastik sucht man hier vergebens. Die Sportsitze verstärken das agile Fahrgefühl des großen Alfas, wer einparken will, muss sich allerdings voll und ganz auf das umfassende Gepiepse der Einparkhilfe und die Kameras verlassen: Die abfallende Dachlinie schränkt die Rundumsicht erheblich ein. Auch vorne lässt sich nur schwer abschätzen, was nach der langen geschwungenen Motorhaube kommt, was vor allem kleineren Menschen zu schaffen macht.

Galerie: Test Alfa Romeo StelvioEbenfalls auffällig, jedoch eigentlich unscheinbar, ist das Display im Armaturenbrett: Zwar scheint es, als wäre hier ein gebogener Screen verbaut, der dem hübsch geschwungenen Innendesign folgt, doch der Schein trügt. Sobald sich das Infotainment-System einschaltet, merkt man, dass das Display nur einen kleinen, quadratischen Ausschnitt innerhalb der großen Hochglanzfläche einnimmt. Dafür, dass sich vom Radio bis zur Kartendarstellung des Navigationssystems alles auf selbiger Anzeige abspielt, ist das Display des Stelvio eher etwas für Adleraugen.

Pluspunkt: Der Alfa Romeo Stelvio verfügt wie auch die Giulia über ausreichend USB-Anschlüsse, sowohl vorne als auch hinten. Dank Apple Carplay und Android Auto lassen sich Smartphones schnell und einfach mit dem Fahrzeug verbinden.  

Reichlich Amore unter der Motorhaube

Galerie: Test Alfa Romeo StelvioNeben den optischen Argumenten und praktischen Details muss der Neue in der Alfa-Romeo-Familie selbstverständlich auch mit seinen inneren Werten punkten können. Schließlich will er offiziell SUV-Größen wie dem BMW X3 oder Mercedes-Benz GLC ans Blech. In unserer Testvariante kam der Alfa Romeo Stelvio, der seinen Namen übrigens dem höchsten Bergpass Italiens verdankt, als 210 PS starker Diesel daher. Der Alfa liegt satt auf der Straße, hat dank Allrad stets perfekten Grip und die sehr direkte Lenkung reagiert selbst auf kleinste Bewegungen.

Galerie: Test Alfa Romeo StelvioDurch die acht Gänge des Automatikgetriebes schaltet der Italiener zuverlässig, legt aber zeitweise eine gewöhnungsbedürftige, italienische Ruppigkeit an den Tag. Drück man das Gaspedal ordentlich durch, so schnellt der Stelvio in 6,6 Sekunden auf Landstraßentempo und dürfte damit viele in seiner Klasse abhängen. Doch leider leidet mit dem Dieselmotor auch der Sound aus den Endrohren. Wer auf standesgemäßen Klang steht, wartet vielleicht noch ein wenig – auf den Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio. Der 2,9-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 510 PS knackt die Hundertermarke auch fast ganze drei Sekunden schneller.

Galerie: Test Alfa Romeo StelvioApropos Fahren: Als Pilot des Stelvio darf man in seiner DNA frei wählen – so bezeichnet Alfa die drei Fahrmodi der Automatikschaltung. Doch hier geht es weniger um Genmanipulation, sondern vielmehr um die Anfangsbuchstaben der drei Fahrprogramme „Dynamic“, „Normal“ und „All Weather“. So soll der Stelvio allen Witterungsgegebenheiten mit einem optimalen Fahrverhalten trotzen.

 
Fazit
 

Julia Purschke

Wer sich an mäßige Rundumsicht gewöhnen kann, oder generell lieber auf die Vielzahl an Assistenten vertraut, und dem hochbeinigen Italiener das kleine Infotainment-Display nachsehen kann, der wird beim bulligen Alfa-Romeo-SUV definitiv fündig. Dazu bietet der Stelvio genügend Platz für die ganze Familie und einen ordentlichen Kofferraum. Der spritzige Herzensbrecher mit dem edlen Interieur kann sich in der üppigen SUV-Palette, die derzeit angeboten wird, also ohne Zweifel sehen lassen und ist nicht nur etwas für dahinschmelzende Giulias, sondern auch waschechte Kerle.
 
 
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