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Galerie: Test Audi A1/A1 Sportback Facelift

Test: Audi A1/A1 Sportback Facelift

Verjüngungskur zum Premium-Preis

09.12.2014

Audi hat die A1-Baureihe überarbeitet: Ab Februar tritt sie mit neuen Motoren an, die in Kombination mit neuen Farben, Felgen, Sitzbezügen und viel kostenpflichtigem Zubehör mit Premium-Flair gut eine Million Kombinationsmöglichkeiten ergeben. Das ist so ganz nach dem Geschmack der A1-Kundschaft, die deutlich jünger ist als der durchschnittliche Audi-Käufer.

Mehr als 500.000 A1 hat Audi seit der Markteinführung 2010 produziert und verkauft. Zwei Jahre lang lief das Kompaktmodell nur zweitürig vom Band; erst 2012 wurde das Angebot um den Sportback genannten Viertürer erweitert. Die erste große Verjüngungskur lässt Audi jedoch beiden Varianten gleichzeitg zuteil werden.

Das ist anders.

Ab Februar 2015 werden die ersten Vertreter der zweiten Generation auf den Straßen auftauchen. Zu erkennen sind sie am neugestalteten Kühlergrill, dem die Designer mit markanten Ecken “eine noch schärfere und maskulinere Wirkung” verleihen wollten. Moderat verändert präsentiert sich außerdem das Heck, und noch mehr hat sich in den Ausstattungsvarianten getan; wer versucht, alle Kombinationsmöglichkeiten von Karosserie-- und Dachbogen-Lackfarben über Felgen-, Interieur-Zubehör-Angebot bis hin zu hochpreisigen Ausstattungslinien und Zusatzpaketen auszuloten, wird sich vermutlich wochenlang mit nichts Anderem beschäftigen.

Auch die verjüngte Motorenpalette gilt es im Rahmen dieses Entscheidungsprozesses zu berücksichtigen. Die interessanteste Neuerung: Erstmals wird es in der Geschichte von Audi einen Dreizylinder-Turbobenziner geben. Dieser Super-Konsument, der im EU-Test nach Norm mit 4,3 Liter 100 Kilometer weit kommt, ersetzt den 0,7 Liter pro 100 Kilometer mehr verbrauchenden, 86 PS starken 1.2-Liter-Vierzylinder. Etwa 17.000 Euro wird ein mit 1.0 TFSI bestückter A1 kosten. Soll’s ein Sportback mit besser zugänglichem Fondbereich sein, steigt der Grundpreis um 850 Euro. Wählt der Fahrer statt der Sechsgang-Schaltung das 1.700 Euro teurere, siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe, bei Audi S-tronic genannt, hat er sich für 0,1 Liter Mehrverbrauch und einen Kohlendioxidausstoß von 103 statt 99 Gramm pro Kilometer entschieden.

Das ist neu.

Der neuentwickelte, nur 88 Kilogramm wiegende, Super-Kraftstoff konsumierende TFSI mit 1,0 Liter Hubraum wird - anders als der ebenfalls neue Dreizylinder-Turbodiesel - allerdings nicht von Anfang an verfügbar sein. Bis zu 95 PS wird er, so die vorläufigen Angaben, bereitstellen, und damit in 11,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und am Ende 186 km/h schnell sein. Das maximale Drehmoment wird mit 160 Nm beziffert.

Der zweite, 90 PS starke Dreizylinder konsumiert Diesel-Kraftstoff und ist vom Verkaufsstart an verfügbar; im Test nach Norm sind es 3,4 Liter je 100 Kilometer, wenn der Fahrer nicht das optional offerierte Doppelkupplungsgetriebe schalten und walten lässt, sondern bereit ist, selber Hand anzulegen. Mehr als fünf Gänge gönnt ihm Audi jedoch nicht, und sie müssen -- TDI-unüblich - dauernd bemüht werden. Zwar steht das Drehmomentmaximum von 230 Nm schon bei 1500 Touren bereit, doch wehe die Drehzahl fällt an der Steigung vor einer Haarnadelkurve unter diesen Wert: Mit einem Schlag ist die ganze Zugkraft entschwunden; wer dann nicht blitzschnell in einen niedrigeren Gang wechselt, übt an denkbar ungeeigneter Stelle das Anfahren am Berg!

Noch eine kurze Anmerkung zu Fahrwerk und Servolenkung, die schon bisher tadellos arbeiteten. Ein bisschen Verbesserungspotenzial haben die Ingenieure dennoch gefunden. Für die neuentwickelte elektromechanische Servolenkung muss weniger Energie aufgewendet werden, und sie reduziert die Servounterstützung mit zunehmender Geschwindigkeit. Zusätzlich lässt sie sich jetzt über das ebenfalls neue, drive select genannte Fahrdynamiksystem regeln. Ist der Wagen damit ausgestattet, kann der Fahrer zwischen den Modi Auto, Efficiency und Dynamik wählen und  so die Motorcharakteristik, die optionale S-tronic und, noch eine neue Option, die schaltbaren Dämpfer - nach persönlicher Stimmungslage, Verkehrssituation oder Fahrbahnbeschaffenheit variieren.

Das ist zu zahlen.

19.200 Euro wird Audi für diesen TDI in Rechnung stellen; er liegt damit nur 100 Euro dem Niveau des  vierzylindrigen 1.4 TFSI mit 125 PS, 200 Nm und Sechsgang-Schaltgetriebe, den zu fahren, ein größeres Vergnügen ist. Wahlweise kann man ihn - zu Preisen ab 21.300 Euro - mit 150 PS und 250 Nm ordern. Abgerundet wird das Benziner-Angebot von einem 1.8 TFSI, der 192 PS mobilisiert und ebenfalls bei 250 Nm sein Drehmomentmaximum erreicht. Ihn kann man -  unter Verzicht auf reizvolle Extras, Fahrwerkregelung, Einparkhilfe und andere Assistenzsysteme wie auch leistungsstarke Infotainment-, und Navigations-Pakete, Anschlussmöglichkeiten fürs Smartphone oder WLAN-Hotspot - für 25.900 Euro erwerben.

Das Selbstzünder-Angebot ist bescheidener: Außer dem neuen Dreizylinder ist noch - zu Preisen ab 20.300 Euro - ein 1.6-Liter-Aggregat mit 116 PS,  250 Nm und ebenfalls nur einem Fünfgang-Schaltgetriebe erhältlich. Wer das nicht will, wird sich freuen, dass die TDI, wie alle A1-Varianten - optional mit S-tronic zu bekommen sind. Der Bremsassistent, der nach einem Unfall das Auto automatisch zum Stillstand bringt, um Folgekollisionen zu verhindern, gehört künftig sogar zur Serienausstattung.

Die zweitürigen A1 werden nach wie vor nur als Viersitzer ausgeliefert, während Sportback-Käufer die 850 Euro teurere Variante aufpreisfrei mit einer „zusätzlichen mittigen Sitzgelegenheit“ im Fond bekommen können. Die  Formulierung lässt allerdings erahnen, dass dem dort Platzierten keine längeren Strecken  zugemutet werden sollten.

 
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