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Galerie: Test Audi A3 2.0 TDI

Test: Audi A3 2.0 TDI

Lange Strecken ohne Schrecken

04.04.2013

Auf Mallorca sowie rund um Nizza hatten wir bereits die Gelegenheit, den neuen Audi A3 als Zwei- und Viertürer Sportback zu testen. Nun hat uns der Praxiseinsatz des A3 auf der deutschen Autobahn in unserem bisherigen Urteil bestätigt, dass die Neuauflage ein wahrhaft großer Wurf ist, der in mehrfacher Hinsicht das Maß der Dinge in der Kompaktklassee definiert.

Optisch stellen wir wieder fest, dass der neue A3 seinem Vorgänger recht ähnlich sieht. Doch bei genauer Inaugenscheinnahme wirkt das Blechkleid durchaus radikal erneuert, umgestaltet, verfeinert und kann man das Kompakt-Modell auch als stark modernisiert wahrnehmen. Vor allem dynamischer wirkt der Dreitürer, was bei unserem Testexemplar vom S-Line-Pakets noch stärker betont wird. Kleiner Tipp: Wenn schon S-Line-Optik, dann nicht mit Winterreifen auf 17-Zöllern, die etwas verloren in den Radkästen wirkten. Für ein stimmigeres Bild sind 18- oder 19-Zöller nötig.

Sensationell ist der A3 dafür im Hinblick auf Komfort. Einerseits zeigt sich das Fahrwerk in höchst manierlicher Weise selbst gegenüber gröberen Unebenheiten höchst verdauungsfreudig, was wohl auch den kleineren Räder und den weicheren Winterreifen geschuldet sein mag.

In jedem Fall kann man getrost auf das adaptive Fahrwerk verzichten, welches zwar spürbare Unterschiede zwischen der komfortablen und sportlichen Einstellung bietet, im Alltag die Abwesenheit dieser Spielerei aber keineswegs unangenehm auffällt. Egal ob grober Untergrund oder Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Autobahn: Der Unterbau des A3 für alle Situationen bestens austariert. Kopfsteinpflaster überfährt man mit erfreulicher Entspanntheit und wenn es sein muss gerne auch schnell.

Kecker Flitzer

Galerie: Test Audi A3 2.0 TDIDer A3 ist nicht nur eindrucksvoll und auf eigentlich allen Untergründen komfortabel, er schwingt sich gleich noch dazu auf, den gehobenen Dynamiktalenten der Kompaktklasse Paroli zu bieten. Zum ultimativen Kurvenkick à la BMW 1er reicht es noch nicht, doch der A3 zeigt, wie viel Spaß man selbst mit einem Fronttriebler haben kann. Zumal das satte Drehmoment dank des elektronischen Sperrdiffenzials sehr effektiv die Antriebseinflüsse auf die Lenkung minimiert.

Mit dem A3 kann man also kräftig Gas geben und ungetrübten Fahrspaß genießen. Zumal der 150 PS starke 2.0 TDI mit seiner gehobenen Drehfreudigkeit und den 320 Newtonmetern Drehmoment für reichlich Schwung sorgt. Der Sprint wird mit 8,6 Sekunden angegeben, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 216 km/h liegen. Und diesen Wert erreicht der Ingolstädter Verkaufsschlager mit Leichtigkeit.

Immer mit der Ruhe

Galerie: Test Audi A3 2.0 TDIVor allem auf schnellen Autobahnfahrten ist der A3 in seinem Element. Neben dem Fahrwerkskomfort sorgt außerdem das niedrige Geräuschniveau für gehobene Insassenentspannung. Dank der bei allen A3-Modellen serienmäßigen Akustik-Frontscheibe und einer ausgeklügelten Aerodynamik muss man selbst bei 160 km/noch nicht die Stimme heben, zumal der eigentlich recht rumpelige Dieselmotor derart gut abgekapselt ist, dass man ihn während der Fahrt kaum wahrnimmt.

Zusammen mit dem optionalen Abstandstempomat und den wunderbar langstreckentauglichen Sportleder-Sitzen lassen sich ganz relaxt massig Kilometer abspulen. Der Fahrer durchlebt selbst Ganztagestouren erstaunlich stressfrei. Und das bei zudem noch angemessener Effizienz, denn der Diesel gibt sich selbst bei schnelleren Autobahnfahrten noch halbwegs genügsam. Der Normverbrauch soll bei 4,1 Litern liegen, bewegt man den A3 verhalten, sind praktisch Werte um fünf Liter möglich, während Expresstouren auf der Autobahn mit 6,4 bis maximal 7,9 Litern bestraft wurden.

Malen, tippen, befehlen

Bemerkenswert gut gelöst ist das MMI-Bediensystem mit einer besonders benutzerfreundlichen wie auch intuitiv bedienbaren Oberfläche. Clever sind unter anderem die acht Schnellwahltasten, die sich um einen Dreh-Rückstellknopf gruppieren - vier davon fest und vier situativ belegt. Der Dreh-Rückstellknopf beherbergt in seiner Mitte außerdem ein Touchpad, welches das Buchstabieren der Zieladresse mit der Fingerspitze ermöglicht.

Galerie: Test Audi A3 2.0 TDIUnd wem das alles zu umständlich ist, der drückt einfach die Spracheingabetaste und unterhält sich mit einer freundlichen Dame über seine Wünsche und Ziele. Und diese Dame zeigt erstaunlich viel Verständnis, hat aber eine bisweilen etwas unflexible Aussprache bezüglich etwaiger Anglizismen.

Das aber eigentlich Praktische: Man kann sich einfach ins Auto setzen, losfahren und ohne den Blick von der Straße abzuwenden sein Wunschziel per Sprachbefehl ins Navigationssystem eingeben. Klasse. Angesichts dieser praktischen Lösung muss man sich wundern, warum es dann noch zwei weitere manuelle Eingabemöglichkeiten gibt, die ihrerseits übrigens ebenso raffiniert wie auch durchdacht sind und intuitiv von der Hand gehen.  

50.000 Euro? Kein Problem

Galerie: Test Audi A3 2.0 TDIAllerdings ist das clevere MMI eine von vielen kostspieligen Optionen. In unserem Fall kommen zu der 26.300 Euro teuren 2.0-TDI-Basis nochmals Extras für schlappe 18.000 Euro obendrauf. Und selbst mit diesem teuren Paket bleiben noch einige Wünsche offen, vor allem der nach mehr Platz und einem besseren Zugang zum Fond, denn als Familienauto mit Kleinkind bietet die zweitürige A3-Karosserie einen eher nervigen Kompromiss und sollte man insofern die 900 zusätzlichen Euro für den viertürigen Sportback locker machen. Unbedingt sogar.

Wer noch ein paar weitere Nettigkeiten bestellt, kann beim A3 problemlos auch die 50.000-Euro-Marke reißen. Für ein Auto der Golfklasse ein fast schon absurdes Niveau, doch die eindrucksvolle Technik und Qualität der dritten A3-Generation kann dieses Preisniveau wiederum halbwegs rechtfertigen, denn wer sich an diesen hohen Standard gewöhnt hat, wird kaum auf ihn verzichten wollen.

 
Fazit

Mario Hommen

Die ersten Eindrücke haben nicht getäuscht: Der neue Audi A3 ist ein Auto mit viel Überzeugungspotenzial. Neben der allgemein hohen Qualität und diversen technischen Nettigkeiten ist es vor allem der hohe Autobahnkomfort, der uns begeistern konnte. Lange Strecken verlieren im A3 2.0 TDI ihren Schrecken. Dabei hilft vor allem das angenehm komfortable Fahrwerk als auch das niedrige Geräuschniveau sowie der durchzugsstarke Dieselmotor, mit dem sich lange Fahrten jenseits der 200 km/h auch dank eines angemessenen Effizienzniveaus entspannt abspulen lassen.

Allerdings hat die neue Herrlichkeit des A3 auch einen entscheidenden Schönheitsfehler: Die Preisgestaltung durchbricht bei vielen wohl alle Schmerzgrenzen. Und beim Dreitürer selbst fällt weiterhin das recht knappe Platzangebot im Fond negativ auf. Zumindest für Familien mit Kindern muss es der A3 Sportback sein, der für 900 Euro Aufpreis mit Extratüren und mehr Entfaltungsraum verwöhnt.
 
 

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