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Galerie: Test Audi RS5

Test: Audi RS5

Artgerechte Haltung

22.06.2011

Um 450 Pferde artgerecht zu halten, braucht es schon sehr, sehr große Stallungen. Oder einen einzigen Acht-Zylinder-Saugmotor, wie uns der Audi RS5 eindrucksvoll demonstriert.

Denn in eben jenem Hochleistungs-Modell aus Ingolstadt beziehungsweise Neckarsulm werkelt der 4,2-Liter-V8, der die besagten 450 Pferdchen beherbergt. Und die lässt er auch mit aller Wucht aus dem Stall, wenn der Fahrer das wünscht und per Gaspedal den Befehl zum Freilassen gibt.

Direkt und unverzüglich, wie es nur ein Saugmotor kann, öffnet der V8 die Gatter, vehement wird der Audi nach vorne und die Passagiere in die engen Sportsitze gedrückt. Dass bei diesem Schauspiel nach 4,6 Sekunden die 100-km/h-Marke fallen soll, dürfte niemand anzweifeln. Und die Nadel des Drehzahlmessers wandert und wandert immer weiter nach oben. Erst bei 8.500 Umdrehungen gebietet ihr der Begrenzer Einhalt; die maximale Kraft liegt knapp darunter an.

Im Wohlfühlbereich

Galerie: Test Audi RS5Bei derartiger Drehfreude ist es kein Problem, dass das maximale Drehmoment von 430 Newtonmetern erst bei vergleichsweise hohen 4.000 Touren zur Verfügung steht; das serienmäßige Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe S-Tronic sorgt schon dafür, dass das Triebwerk in seinem Wohlfühlbereich arbeitet. Wer will, kann freilich auch per Schaltpaddel selber die Gänge wechseln, nötig ist dies aber nur selten.

Und noch etwas kann der RS5, der beim Hochdrehen mit immer metallischer werdendem Kreischen schon von weitem auf sich aufmerksam macht. Nämlich ganz manierlich sein! Wer den Automatikwählhebel nicht auf S stellt, das Gaspedal nicht tritt, sondern sanft bedient, der gleitet mit dem RS5 ähnlich kommod – und ruhig vor sich hinblubbernd – dahin.

RS-Insignien

Galerie: Test Audi RS5Damit auch bei dieser Gangart den Aussenstehenden klar wird, dass es sich um das Top-Modell der Baureihe handelt, durften die Designer das als Basis dienende, sonst eher nicht so aggressiv auftretende A5-Coupé mit gekonnten Federstrichen nachschärfen. Und denn Kennern am Straßenrand verraten nicht zuletzt die mattchromfarbenen Außenspiegel, dass es sich um ein Kind der quattro GmbH handelt.

Die haben sich mit der Einführung des RS5 im Jahr 2010 übrigens selbst ein Geschenk gemacht, nämlich zum 30. Geburtstag. Und was wäre ein Jubiläum, ohne herausragende Innovation? So haben sich die Ingenieure ein Highlight für die Kraftverteilung ausgedacht: das selbstsperrende Kronenrad-Mittendifferential. Im Extremfall kann die Motorleistung so zu 70 Prozent an die Vorderachse oder zu 85 Prozent an die Hinterräder geleitet werden; normal ist eine Kraftaufteilung von 40:60.

Neutral, neutraler, RS5

Galerie: Test Audi RS5Und wie merkt der Fahrer das? So wie es sein soll, nämlich gar nicht. Der RS5 glänzt mit einer vorbildlichen Neutralität, selbst in schnellen Kurvenkombinationen zeigt der Audi keinerlei Tendenz zum Untersteuern. Wie auf den viel zitierten Schienen nimmt der Bolide Biegung um Biegung; bevor er sich aus der Ruhe bringen lässt, bittet meist schon der von Übelkeit geplagte Beifahrer um Einsehen.

Doch auch hier lässt sich Abhilfe schaffen: Wer per Tastendruck das Drive-Select-System von Dynamic auf Comfort stellt, hat plötzlich wieder ganz den Gentleman vor sich. Verhältnismäßig sanft federt der RS5 dann auch gröbere Schnitzer weg, die Gasannahme erfolgt weniger bissig und die Lenkung agiert nicht ganz so direkt – fast schon harmlos wirkt er dann.

Zwischen zehn und 20 Liter

Galerie: Test Audi RS5Und: Nur so lässt sich auch der angegebene Normverbrauch von 10,8 Litern einfahren. Denn wer den Pferdchen freien Lauf lässt, muss sie auch ordentlich mit Wasser, pardon, Treibstoff versorgen. Und das heißt 15, gern aber auch 20 Liter pro 100 Kilometer.

Doch wie so oft bei solchen Autos, dürften die laufenden Kosten eher nebensächlich sein, schließlich müssen zukünftige Fahrer ihre Solvenz bereits beim Unterschreiben des Kaufvertrags unter Beweis stellen. Satte 77.700 Euro stehen dort unter dem Strich, vorausgesetzt, man packt keinerlei Sonderausstattung rein.

Vieles extra

Galerie: Test Audi RS5Sie wollen aber noch die Wankstabilisierung und die Dynamiklenkung? Macht 3.000 Euro. Das Sportdifferenzial, das die Kraft an der Hinterachse verteilt? 1.000 Euro. Ein Navigationssystem? 2.500 Euro. Selbst den Licht- und Regensensor lässt sich Audi mit immerhin 125 Euro extra bezahlen. Keine Frage also, dass kaum ein RS5 das Werk mit einem Wert unter 90.000 Euro verlassen wird.

Immerhin spendiert Audi dem RS5-Fahrer die Leder-Ausstattung, inklusive RS5-Prägung in den Sitzlehnen. Und auch die sportlichen Charme verbreitenden Karbon-Dekoreinlagen an Mittelkonsole und Türverkleidung gibt es gratis. Ein zum Extremsportler-Auftritt passendes, unten abgeflachtes Lenkrad, gibt es dagegen nicht mal gegen Aufpreis.

Fazit

Wer ein Pferd kauft, sollte zwischen 5.000 und 10.000 Euro für einen guten Gaul kalkulieren. Mal 450 macht das eine ganz ordentliche Summe. Da erscheint der Audi RS5 mit seinen 450 Pferdestärken fast schon als Schnäppchen. Und: Die Rösser im Audi sind zwar nicht weniger temperamentvoll, aber eindeutig einfacher in Schach zu halten, als die ungestümen Vierbeiner.

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