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Galerie: Test Audi TT

Test: Audi TT

Großes Mäusekino

25.09.2014

Vielen gilt die erste, von Peter Schreyer gezeichnete Generation des Audi TT als Ikone; ein Nimbus, der das aktuelle Design-Team in Ingolstadt heraus fordert. Ihre Aufgabe war es, die Ende Oktober auf den Markt kommende dritte Generation behutsam weiter zu entwickeln, ohne das Erbe des Urahns zu vergessen. Leichter hatten es da die Ingenieure: sie durften sich austoben.     

Was er ist.

Galerie: Test Audi TTEin TT ist ein TT ist ein TT, könnte man frei nach Gertrude Stein assoziieren. Auch der Neue ist auf den ersten Blick als solcher zu erkennen, lehnt sich optisch an seine beiden Vorgänger an. Behutsam haben die Designer das Blechkleid gestrafft, die Scheinwerfer (auf Wunsch mit LED-Technik) etwas schärfer gezeichnet. Eine Spoilerlippe am Heck soll die Sportlichkeit zusätzlich betonen, der riesige Single-Frame-Kühlergrill ist quasi das Familienwappen Audis. Dass er mit 4,18 Metern einen Millimeter länger ist als bisher, ist vernachlässigbar; innen geht es wie gehabt eng zu. Nicht nur auf den beiden Notsitzen im Fond, sondern auch hinter dem Lenkrad bekommen großgewachsene Fahrer mit unter Probleme, ihre Beine zu verstauen.

Was er kann.

Galerie: Test Audi TTHat man sich hinter dem Lenkrad aber erst einmal eingerichtet, sitzt es sich auf den straffen Sesseln bequem, und das auch auf längeren Strecken. Und dann sieht man sie, die Revolution: die Mittelkonsole ist äußert reduziert, kein Bildschirm mehr, keine Klimabedieneinheit; nur eine kleine Leiste beherbergt die unverzichtbaren Schalter, wie etwa für die Warnblinkanlage. Hinter dem Lenkrad dafür das ganz große Mäuse-Kino. Der Audi TT ist das erste Auto aus Ingolstadt mit einem volldigitalen Kombiinstrument, in das sämtliche Anzeigen des Multimedia-Navi-Systems integriert wurden - der Beifahrer muss sich fortan anders beschäftigen.

Einen ausführlichen Blick auf die neue Technik konnten wir bereits vor einiger Zeit schon werfen, und auch in der Praxis vermag das System zu überzeugen. Zwar muss man sich erst einmal an die Flut von Informationen zwischen Tacho und Drehzahlmesser gewöhnen, doch lässt sich dank zweier Darstellungsmodi ein wenig Ordnung in die Anzeige bringen und die intuitive Bedienung erleichtert die Eingewöhnung.

Galerie: Test Audi TTDen Dreh-Drück-Knubbel auf der Mittelkonsole hat man gelassen, hinzu kam eine vergleichbare Bedieneinheit am Lenkrad und eine optimierte Spracheingabe, die nun auch Kommandos wie “Wo ist der nächste Supermarkt” versteht. Verzichten muss man lediglich auf ein zusätzliches Head-up-Display, für die nicht ganz unaufwändige Technik war schlicht kein Platz mehr

Bei all der modernen Technik darf man natürlich nicht die Paradedisziplin des TT vergessen, und die heißt ganz klar Fahrspaß. Drei Motoren stehen zur Wahl, die Basis bildet ein 184 PS starker Zwei-Liter-Diesel, gefolgt vom 2.0 TFSI mit 230 PS und schließlich dem TT S mit satten 310 PS; auch er bezieht seine Kraft aus einem zwei Liter großen Vierzylinder.

Die Kraft wird in der Regel nach Quattro-Art des Hauses auf alle vier Räder verteilt - Frontantrieb gibt es aber auch. Die Schaltarbeit übernimmt wahlweise ein manuelles  Sechsganggetriebe oder ein Doppelkupplungsgetriebe mit ebenfalls sechs Stufen. Dazu kommen Bremsen auf höchstem Niveau, eine elektromechanische Lenkung, die bei zunehmender Geschwindigkeit immer straffer wird und eine automatische Dämpferregelung (1.100 Euro), mit wählbaren Fahr-Modi.

Die „Dynamic-Stellung“ strafft das Fahrwerk, fährt die Wirkung der elektronischen Helfer wie ESP deutlich zurückfährt und aktiviert den Soundgenerator für kernigen Motorklang. Im Comfort-Modus schaltet der TT dagegen früh hoch, verzichtet auf die erwähnte künstliche Triebwerks-Beschallung und verwandelt die Rennpferde in lammfromme Gefährten. Aber keine Sorge, ein energischer Tritt aufs rechte Pedal weckt die schlummernde Herde schnell wieder auf.

Was er kostet.

Galerie: Test Audi TTDie dritte Generation des Coupés kann für mindestens 35.000 Euro bestellt werden, dann mit dem überarbeiteten 230 PS starken 2,0-Liter-Turbobenziner. Das sind 800 Euro mehr als für das Vorgänger-Aggregat mit rund 20 Pferdestärken weniger. Der stärkere TTS steht ab 49.100 Euro in der Preisliste, ein kleinerer und damit günstigerer Einstiegsbenziner soll erst später folgen. Für den Diesel liegt der Basispreis bei 35.900 Euro. Hinzu kommen reichliche Extras, die den Preis gerne noch einmal um 10.000 oder mehr in die Höhe treiben; allein die erwähnten Scheinwerfer mit Matrix-LED-Licht kosten 2.140 Euro Aufpreis. Immerhin: das virtuelle Cockpit ist immer an Bord und entweder man begnügt sich mit dem serienmäßigen Radio oder ordert ein Rund-um-Sorglos-Paket mit High-End-Navi und Online-Zugang für rund 2.500 Euro - dazwischen gibt es nichts.

Wer ihn braucht.

Natürlich will auch Audi - wieder einmal - eine junge Klientel ansprechen, doch dürfte die sich den neuen TT - auch wieder einmal - nicht leisten können. Als Jungbrunnen für Mid-Ager dürfte sich der Ingolstädter allerdings ausgesprochen gut machen und auch junge Paare, die noch auf den Nachwuchs warten, werden ihre Freude am TT haben. Übrigens: Fast ein Viertel der TT-Kunden sind Frauen, und beim eben vorgestellten Roadster sogar die Hälfte.

 
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