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Galerie: Test BMW 123d

Test: BMW 123d

Auf und davon

18.10.2007

Das Diesel-Wettrüsten in der Kompaktklasse hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Der 180 PS starke Volvo C30 D5 wurde soeben vom 1er BMW entthront. Die Zahlenfolge 123 und ein kleines „d“ am Heck des Münchners sind die eher unscheinbaren Insignien dieses neuen Superlativs. Mehr auffallen dürfte das bayerische Kraftpaket durch schnelle Sprints und dauerhaftes Linksfahren auf der Autobahn.

Herz des Diesel-Rekordlers ist ein Zweiliter-Vierzylinder mit doppelter Aufladung. Die hintereinander geschaltete Zweifach-Zwangsbeatmung sorgt für mächtige 204 PS – fast ohne Turboloch. Der von uns getestete Dreitürer beeindruckt mit entsprechenden Fahrleistungen: 6,9 Sekunden von null auf 100 km/h und 238 Spitze – noch Fragen?

Insbesondere mit seinem Durchzugsvermögen sorgt der 1,5-Tonner für viel Freude. Ab 1.000 Touren fahrbar, kommt der Wagen bereits ab 1.500 U/min richtig in Schwung. Danach gibt es kaum noch ein Halten. Der quirlige und drehfreudige Motor wird erst bei knapp unter 5.000 Touren sanft abgeregelt. Dank des relativ breiten nutzbaren Drehzahlbandes findet sich im knackigen Sechsgang-Schaltgetriebe fast immer eine passende Übersetzung.

Rau und sparsam

Galerie: Test BMW 123dEin betont kultivierter Motor ist der Diesel freilich nicht. Vor allem die neue Start-Stopp-Automatik macht den Insassen nach dem Ausschalten an der Ampel bewusst, dass hier ein rauer Selbstzünder seine Arbeit unterbricht. Ein seidiger Benziner bleibt für sensible Feingeister eben doch die angenehmere Wahl. Dafür ist während der Fahrt das Dieselnageln unter den anderen Geräuschen kaum noch auszumachen.

Besondere Zurückhaltung übt der 123d dafür beim Verbrauch. Neben der bereits erwähnten Start-Stopp-Automatik kommen im 1er weitere Spritspar-Maßnahmen zum Einsatz. Unter anderem eine Schubenergie-Rückgewinnung sorgt dafür, dass der Normverbrauch bei nur 5,2 Litern liegt. In der Praxis wurden bei unserem Test daraus 7,1 Liter. Konsequente Spritspar-Disziplin fällt mit dieser Fahrmaschine eben schwer.

Galerie: Test BMW 123dDer grandiose Spagat aus viel Leistung bei geringem Verbrauch ist derzeit ohne Beispiel. Kein Mitbewerber kann hier zurzeit mit BMW mithalten. So gibt Volvo den Normverbrauch vom eingangs erwähnten C30 D5 mit kaum noch zeitgemäßen 6,9 Litern an. Es dürfte wohl noch einige Zeit vergehen, bis andere Hersteller mit Spritsparmaßnahmen ähnlich gute Werte wie BMW erreicht.

Viel Fahrspaß, hoher Preis

Ein weiteres Argument für den 123d ist sein Heckantrieb. Würde man die 400 Newtonmeter über die Vorderachse schicken, wären nervige Leckeinflüsse kaum zu vermeiden. So geht die Kraft an die Hinterräder und die sehr präzise Lenkung verhält sich stets neutral. Selbst bei Vollgas aus der Kurve reagiert das Heck des 123d nicht kapriziös. Biegungen durchfährt man auch dank der gleichmäßigen Achslastverteilung schnell und souverän. Als Notanker ist die abschaltbare Fahrdynamikregelung DSC an Bord. Ebenfalls gelungen ist der Kompromiss aus einer sportlichen aber doch komfortablen Fahrwerksabstimmung.

Galerie: Test BMW 123dWeniger ausgewogen ist die hingegen der Preis. Mit mindestens 30.950 Euro der 123d gelinde gesagt kein Schnäppchen. Immerhin kommt die dreitürige Basis nicht nackt daher. Zur Serienausstattung gehören ein Sportlenkrad, 17-Zoll-Alufelgen, ein CD-Radio, eine Klimaanlage, ein Partikelfilter und eine nahezu komplette Sicherheitsausstattung. Mit Sportpaket, Xenon-Licht, Tempomat, Super-Navi und Lederausstattung werden rund 40.000 Euro fällig. Zum Vergleich: Der 177 PS starke Toyota Auris 2.2 D-Cat kostet selbst mit all diesen teuren Extras nur rund 28.500 Euro.

Fazit

Der neue 123d fährt allen davon. Kein Kompakter mit Dieselmotor ist derart stark, derart schnell und derart sportlich unterwegs. Auch hinsichtlich der Effizienz kann kein Mitbewerber dem 1er derzeit das Wasser reichen. Leider trifft dies auch auf den Preis zu. Doch die hohe Investition dürfte sich lohnen.

 
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