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Galerie: Test BMW 330xd Coupé

Test: BMW 330xd Coupé

Das Wolpertinger-Coupé

05.04.2007

Was bis vor kurzem noch nach einem automobilen Wolpertinger klang, gibt es heute von der Stange: Etwa ein BMW 3er Coupé mit Dieselmotor und Allradantrieb, das die Präsenz eines 6ers mit der Sportlichkeit eines M-Modells und der Wirtschaftlichkeit eines Kleinwagens vereint. Das 330xd Coupé im Test.

Die Karosserie des kleinen Bayern-Coupés ist so eigenständig wie nie zuvor. Ebenso gut hätte BMW daraus eine 4er-Baureihe machen können. Im Innenraum ist die enge Verwandtschaft zum 3er dafür überdeutlich, das übersichtliche Armaturenbrett etwa wurde eins zu eins übernommen. Wirkt alles sehr solide, hochwertig und wohnlich - besonders wenn man sich für hölzerne Dekorleisten entscheidet.

Das 3er Coupé ist als reiner Viersitzer konzipiert, der Mittelkonsole fließt direkt in eine die Rückbank teilende Fondkonsole über. „Viersitzer“ ist bei vielen Herstellern gleichzusetzen mit „Notsitze hinten“. Hier ist das anders: Dank der vergleichsweise guten Beinfreiheit und der tiefen Sitzposition lässt es sich im Fond erstaunlich gut aushalten.

Der Chef sitzt vorne

Galerie: Test BMW 330xd CoupéDie Chefplätze sind freilich trotzdem vorne. Die serienmäßig elektrisch verstellbaren, sportlich geführten Sitze sind von höchster Güte, das dickkranzige, griffige Lederlenkrad in beiden Achsen weit verstellbar. Nicht einmal zum Angurten muss man sich verrenken, eine automatisch ausfahrende Stange bringt den Gurt bequem auf Schulterhöhe -  zumindest meistens. Hin und wieder rührt sich gar nichts, warum, das  bleibt das Geheimnis der Sitzbelegungssensorik.

Peinlich: Die Blende für die Kofferraumdurchreiche ist lose gesteckt, mit Ski im Sack muss das Plastikteil im Kofferraum verstaut werden. Erfreulich: Der Kofferraum fasst reisesouveräne 440 Liter.

Hammermotor

Galerie: Test BMW 330xd CoupéUnter der Haube versteckt sich ein wahres Diesel-Meisterwerk: Der turbogeladene 3,0-Liter-Reihensechszylinder leistet 231 PS und prügelt gnadenlose 500 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle, ist ungemein drehfreudig, reagiert für einen Selbstzünder einzigartig bissig auf Gasbefehle und entwickelt Schub ohne Ende. Die Maximalkraft steht zwischen 1.750 und 3.000 U/min bereit, doch heftig losmarschiert wird bereits ab Leerlaufdrehzahl.

Klingt verdammt gut, und das ist wörtlich gemeint: Bei niedrigen Touren knurrt der Motor voluminös, um mit zunehmender Drehzahl mehr und mehr einen auf gut gekapselten Schiffsdiesel zu machen, während im Hintergrund der Turbolader schlürft.

Absolut empfehlenswert ist die neue Sechsgangautomatik, die sanft und extrem schnell die Gänge wechselt. Sowohl im Normal-, als auch im Sportmodus (Gänge werden länger gehalten) lassen sich die Gangwechsel perfekt über den Gasfuß einleiten.

Gevierteilte Kraft

Galerie: Test BMW 330xd CoupéDie 2.600 Euro Aufpreis für den Allradantrieb, der das 330d Coupé erst zum „xd“ macht, sind bestens angelegt. Denn der Motor hat im Grunde zuviel Power für nur zwei angetriebene Räder. So erklärt sich auch der Umstand, dass das Diesel-Coupé mit xDrive schneller beschleunigt als die leichtere Heckantriebsvariante. Von der besseren Traktion auf kurvigem Geläuf gar nicht zu sprechen. Selbst beim führerscheingefährdenden Pässewedeln in den frühlingsfeuchten Alpen bleibt die Fahrwerkregelung DSC auffällig untätig - weil eben xDrive bereits im Vorfeld die Antriebskräfte optimal verteilt.

Dass das 330xd Coupé im Grunde der erste echte Diesel-Sportwagen von BMW ist, lässt sich auch an Lenkung und Fahrwerk ausmachen. Die Servolenkung arbeitet ungemein präzise und spurstabil, ist aber ausgesprochen straff ausgelegt. Das gefällt nicht jedem, manch ein Redaktionskollege zweifelte gar an der Servo-Unterstützung. Analog dazu ist die Fahrwerksabstimmung grenzkomfortabel ausgefallen. Bei hohen Geschwindigkeiten ist noch alles wunderbar. Doch bei langsamer Fahrt auf schlechten Straßen benimmt sich das 3er Coupé regelrecht ungehobelt.

Teuer Sparer

Ganz billig ist die Freude, ein 330xd Coupé zu fahren, nicht. 45.100 Euro möchte BMW überwiesen bekommen - Partikelfilter, Nebelscheinwerfer, Xenon-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht, 17-Zoll-Leichtmetallräder, CD-Radio, Klimaanlage und elektrisch verstellbare Sitze inbegriffen. Der klassenübliche Luxus (Lederausstattung, Holzdekor, Metalliclack, Automatikgetriebe, Einparkhilfe, Regensensor, Navigationsgerät) kostet aber schnell weitere 10.000 Euro.

Was den Spritkonsum betrifft, gibt sich der 330xd unerhört sparsam. Schnelle Autobahnetappen kosten im Schnitt zwischen acht und zehn Liter Diesel pro 100 Kilometer, auf der Landstraße sinkt der Verbrauch auf rund 6,5 Liter. Wer es darauf anlegt und beispielsweise regelkonform über österreichische Autobahnen tuckert, dem errechnet der Bordcomputer einen Durchschnittswert von schier unglaublichen 5,2 Liter.

 
Fazit
 

Bernhard Santer

Das BMW 330xd Coupé lässt kaum Wünsche offen. Der elegant gestylte Münchner bietet ungewöhnlich viel Platz, überzeugt als vollwertiger  Viersitzer mit großem Kofferraum. Sein 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbodiesel kombiniert hohe Wirtschaftlichkeit mit außergewöhnlicher  Performance, die dank Allradantrieb souverän auf die Straße gebracht werden. Einziger Wermutstropfen des teuren Bayern: Zugunsten des außergewöhnlich sportlichen Handlings wird ein schlechter Langsamfahrkomfort in Kauf genommen.
 
 
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