Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Test Chevrolet Captiva

Test: Chevrolet Captiva

Mischkultur

20.02.2007

Auch wenn Chevrolet drauf steht, steckt unter dem robusten Blechkleid alles andere als ein echter Amerikaner. Gebaut wird der Captiva in bei Daewoo in Korea, konzipiert ist er für den europäischen Markt. Wir haben das multikulturelle SUV getestet.

„Badge Engenieering“ heißt das Zauberwort, wenn es darum geht, Entwicklungs- und Produktionskosten eines Automobils zu senken. Für den Chevrolet Captiva bedeutet das: Er ist nicht nur der Zwillingsbruder des Opel Antara, nein, er teilt sich den Unterbau auch noch mit Chevrolet Equinox, Saturn Vue und Pontiac Torrent - alle drei SUVs für den US-Markt.

Gefällig

Galerie: Test Chevrolet CaptivaDie hohe Front des Captiva macht ordentlich was her, der große Kühlergrill und Lufteinlässe in der Frontschürze symbolisieren Kraft. Ein Unterfahrschutz aus silbernem Kunststoff und die Dachreling sorgen für Offroad-Gefühle, das schlichte Heck dagegen wirkt eher brav und unauffällig.

Angeboten wird der Captiva wahlweise mit einem Vier- oder Sechszylinder-Benziner sowie einem Vierzylinder Dieselmotor. Während Opel den Marktstart des Antara-Selbstzünders wegen seiner eklatanten Anfahrschwäche auf Februar 2007 verschoben hat, liefert Chevrolet das Dieselmodel bereits aus.

Keine Schwäche

Gekoppelt mit einer sanft schaltenden Fünfgangautomatik ist von der Anfahrschwäche des 150-PS-Aggregats allerdings nicht viel zu spüren. Bei 2.000 Touren holt der Captiva 320 Newtonmeter aus seinen zwei Liter Brennraum.

Galerie: Test Chevrolet CaptivaVerteilt wird die Kraft vollautomatisch an alle vier Räder - unter Normalbedingungen gehen 100 Prozente des Drehmoments an die Vorderachse. Erst wenn das System feststellt, dass mehr Traktion Not tut, werden bis zu 50 Prozent an die Hinterräder geschickt.

Gute zwölf Sekunden gönnt sich der Chevy zum Erreichen der 100 km/h-Marke. Die handgeschalteten Modelle schaffen den Sprint in nur 10,6 Sekunden. Ab Tempo 140 wird’s im Innenraum deutlich lauter, bei 180 km/h endet, freilich nach einigem Anlauf, der Vorwärtsdrang. Bei moderater Fahrt begnügt sich der Captiva mit rund neun Liter Diesel, geht man flotter ans Werk, dürfen es schon mal zwölf Liter sein.

Gemütlichkeit

Galerie: Test Chevrolet CaptivaBei der Fahrwerksabstimmung haben die Ingenieure dem Komfort höchste Priorität zugemessen. Die weiche Federung bügelt Unebenheit gut aus, auch kurze Stöße federt der Captiva sauber ab - ganz wie es sich für ein SUV gehört. Sportliches Fahren ist dagegen nicht eingeplant, dafür ist auch die lang übersetzte Lenkung zu ungenau.

Während auf Landstraßen dem Chevrolet eher die Kurven Einhalt gebieten (ESP ist bei allen Modellen serienmäßig), sind es auf der Autobahn die Spurrillen und der Seitenwind. Von beiden lässt sich der Captiva nur zu gern zum Verlassen der vorgegebenen Bahn verführen.

Im Handumdrehen

Galerie: Test Chevrolet CaptivaAuf Wunsch ist der Captiva mit sieben Sitzen erhältlich. Wird die dritte Reihe nicht benötigt, verschwinden die Sitze bündig im Kofferraumboden. Zum Aufstellen der beiden Sessel genügt ein Handgriff. Komfort genießen die Hinterbänkler nur bedingt, dafür sitzt es sich in der zweiten Reihe umso besser.

Ein Grund für das gute Raumangebot im Fond sind die kurzen Sitzschienen der ersten Reihe. Manch großer Fahrer würde seinen Sessel sicher gern weiter nach hinten schieben. Abgesehen davon lässt es sich auf den bequem gepolsterten Sitzen auch auf längeren Strecken aushalten.

Handfest

Galerie: Test Chevrolet CaptivaDas Cockpit des Captiva ist solide gestaltet, die grüne Instrumentenbeleuchtung wirkt aber altbacken. Die Lenkradtasten am griffigen Volant müssen ganz ohne Beleuchtung auskommen. Simpel ist die Bedienung von Radio und Lüftung, der Bordcomputer mit Kompass und anderem Schnickschnack ist dagegen hoffnungslos überladen.

Wessen Taschen vor Handys, Geldbeutel und Schlüssel überquellen, kann sich über eine Vielzahl offener und geschlossener Fächer freuen. Das eigentliche Gepäckabteil bietet bis zu 930 Liter Volumen (bei umgeklappter Rückbank). Manko: Die leichtgängige Heckklappe öffnet nicht sehr weit. Dafür lässt sich die Scheibe separat aufklappen.

Für jeden Geschmack

Drei Ausstattungen sind für den Diesel-Captiva im Angebot: LS, LT und LT Exclusive. Immer mit an Bord sind sechs Airbags, elektrische Fensterheber, Regensensor, Klimaanlage und ein CD-Radio. Auch der Allradantrieb ist bei den Selbstzündern im Preis inbegriffen. Die Toplinie wird ergänzt durch 18-Zöller, ein MP3-fähiges Radio mit CD-Wechsler, den elektrisch einstellbaren Fahrersitz und Lederausstattung.

Allerdings werden für die hochwertige LT Exclusive-Ausstattung auch 34.890 Euro fällig. Als Extras bleiben nur noch die Automatik für 1.200 Euro, ein Glasschiebedach für 850 Euro sowie die 490 Euro teuere Metallic-Lackierung. Der Basis-Captiva 2.0 LS (nur als Fünfsitzer erhältlich) steht ab 29.390 Euro in den Preislisten.

Fazit

Verglichen mit dem Bruder Antara erhalten Chevy-Käufer mehr Auto für weniger Geld - der Opel ist nur als Fünfsitzer erhältlich. Wen die weiche Abstimmung und die indirekte Lenkung nicht stören, bekommt ein solides SUV. Seinen Trumpf spielt der Captiva als komfortables Reisemobil aus, bei gemäßigter Fahrt belohnt er seinen Fahrer mit moderatem Verbrauch.

 
4
172

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.