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Galerie: Test Citroën C4 Cactus

Test: Citroën C4 Cactus

Chance vertan

04.12.2014

Für Aufsehen sorgt der Citroën C4 Cactus zweifelsohne. Seine futuristische Erscheinung zieht die Blicke auf sich und die sogenannten Airbumps an der Flanke animieren Passanten an der Ampel sogar zum Anfassen. So richtig nach Luftkissen fühlen sich die Seitenpolster aus Plastik allerdings nicht an - und es gibt leider noch mehr Punkte, in denen der Franzose nicht ganz zu begeistern vermag.  

Das ist schade, denn auf den ersten Blick macht der C4 Cactus eine gute Figur und die Idee mit den Airbumps bringt Abwechslung in den Autoalltag. Wenn, ja wenn man nicht zu einer schwarz-grauen Farbkombination greift, wie Citroën im Falle unseres Testwagens. Gut, Farbe ist nunmal Geschmacksache, aber es gibt eindeutig peppigere Kombinationen, die dem 4,16 Meter langen Franzosen besser stehen.

Etwas ernüchtert steigen wir also ein - und stellen schon auf den ersten Metern fest: Wirklich bequem sind die Sitze nicht. Und langstreckentauglich schon gar nicht, wie sich bei unserem Trip an die Nordsee noch herausstellen sollte. Vor allem: Der Fahrersessel ist zwar höhenverstellbar, aber das Lenkrad lässt sich nicht herausziehen, was es gerade großgewachsenen Lenkern erschwert, die richtige Sitzposition zu finden. Von einem neuen Auto darf man diese Möglichkeit zurecht erwarten!

Schwach aber sparsam

Galerie: Test Citroën C4 CactusGestartet wird der C4 Cactus ganz klassisch per Schlüsseldreh und dass der Motor an ist, ist zum Glück - im Falle des von uns getesteten, mindestens  18.990 Euro teuren  99-PS-Diesel - gut zu hören, denn einen Drehzahlmesser gibt es im digitalen Kombiinstrument nicht. Dafür eine Schaltempfehlung, die dazu auffordert, häufig zum Schalthebel des etwas schammigen Fünfgang-Getriebes zu greifen.

Das allerdings würde man auch von selbst tun, will man einigermaßen flott voran kommen, denn der anderthalb Liter große Vierzylinder glänzt nicht mit Durchzug. Zwar stehen 254 Newtonmeter Drehmoment bereit, doch dauert es fast elf Sekunden bis Tempo 100 erreicht sind. Schluss ist immerhin erst bei vollends ausreichenden 184 km/h, doch schon ab 150 Sachen wird es im Cactus unangenehm laut - allein deswegen wäre ein sechster Gang wünschenswert.

Wir stellen den (serienmäßigen) Tempomat also auf 140 und rollen gemütlich gen Norden. Hier kommen die altbewährten Franzosen-Tugenden durch: Das Fahrwerk federt die meisten Unebenheiten bravourös ab und der Citroën läuft artig gerade aus. Kurven sind hingegen nicht so seins, jede Drehbewegung am großen Volant wird etwas verwässert an die Räder weitergegeben. Doch die gemütliche Gangart hat einen positiven Nebeneffekt: Der Verbrauch hält sich in Grenzen. Zwar sind die auf dem Prüfstand ermittelten 3,4 Liter weiterhin ein Wunschwert, doch mit exakt fünf Litern konnten wir den Cactus problemlos bewegen.

Alles per Touchscreen

Galerie: Test Citroën C4 CactusNicht ganz so problemlos ist dagegen die Bedienung des Infotainmentsystems. Knöpfchen gibt es auf der Mittelkonsole kaum mehr, fast alles wird über einen großen Touchscreen gesteuert. Für das Navigationssystem (das mit 690 Euro durchaus erschwinglich ist) ist das durchaus praktisch, von Radios ist man das mittlerweile auch gewöhnt, dass aber sogar die Klimaanlage darüber eingestellt werden muss, ist nervig. Vor allem dann, wenn das System nicht immer selbsterklärend ist. Und: Der Po-Wärmer wiederrum wird über einen ebenso schwer zu finden wie erreichbaren Drehregler an der Seitenwange des Sitzes eingestellt.

Immerhin bietet der Cactus gleich zwei USB-Eingänge, einen vor dem Schalthebel und einem im ausgesprochen schick gestalteten,  nach oben aufklappenden Handschuhfach. Das Smartphone nur zum Laden anzuschließen geht allerdings nicht, sobald die Verbindung hergestellt ist, trällert aus den Lautsprechern die eigene Playlist und nicht mehr das Radioprogramm.

Alles Kleinigkeiten, genauso wie die elektrischen Fensterheber ohne Automatikfunktion, die nur austell- und nicht versenkbaren hinteren Fenster, die nur am Stück umklappbare Rückbank, der fehlende Beifahrerschminkspiegel oder das nicht verdunkelbare Panoramaglasdach… Leider summieren sich diese Kleingkeiten und trüben den Gesamteindruck; da hilft auch kein selbstlenkender Einparkassistent mehr.

Kein guter Eindruck

Galerie: Test Citroën C4 CactusCitroën postulierte bei der Premiere stolz, der C4 Cactus beschränke sich auf das, was wirklich wichtig ist. Das mag stimmen, schließlich kamen wir problemlos von A nach B und auch wieder zurück - und nach einer heißen Dusche waren auch die Rückenschmerzen passé.

Doch haben die Franzosen eine große Chance vertan: Mit der stylischen Optik und der innovativen Luftpolsteridee haben sie einen immerhin mindestens 14.000 Euro teuren Hingucker auf die Räder gestellt, der es verdient hätte, auch mit inneren Werten überzeugen zu können und so der Marke ordentlich Glanz zu verleihen. Stattdessen stecken unter der coolen Hülle aber viele kleine Enttäuschungen - und die bleiben am Ende leider in Erinnerung. Insofern ist der Name gar nicht schlecht gewählt, denn: So schön ein Kaktus auch sein mag, die Stacheln bleiben...

 
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