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Galerie: Test Citroën C4 THP 150

Test: Citroën C4 THP 150

Ein kleiner Loeb

22.01.2009

Einer der besten Rallye-Fahrer ist zweifelsfrei Sebastian Loeb. Fünf WRC-Titel (World Rally Championship) konnte der sympathische Franzose bislang einfahren, 47 Rennsiege insgesamt. Einem blieb er stets treu – der Marke Citroën. Ein kleines bisschen vom Rallye-Gefühl kann nun jeder haben, der sich einen C4 THP 150 zulegt.

Na gut, ganz so viel Leistung wie das Sieger-Auto von Sebastian Loeb hat auch die stärkste Serienversion des C4 nicht. Um genau zu sein, nicht einmal die Hälfte davon. Aber dennoch reichen die gebotenen 150 PS des C4 THP (Turbo High Pressure) aus, um sportlichen Ansprüchen mehr als gerecht zu werden.

Eine Art Doppelturbo

Denn vor einigen Jahren waren 150 PS in der Kompaktklasse sowieso nur den Sportversionen zuzumuten. Im zum Modelljahr 2009 facegelifteten C4 kommt diese Leistung nun ausschließlich in die Luxusversion Exclusive zum Einsatz.

Galerie: Test Citroën C4 THP 150 Der Benzindirekteinspritzer ist ein ganz besonderer Geselle. Er besitzt nämlich nur 1,6 Liter Hubraum. Die stramme Leistung bezieht er (im wahrsten Sinne) durch einen raffinierten Turbolader. Citroën spricht sogar von einem Turbokompressor oder Twin-Scroll-Turbolader. Zwei Turbinen im Abgaskrümmer sorgen dafür, dass die Abluft der Zylinder eins und vier und die heiße Luft aus Brennkammer zwei und drei getrennt zwei Turbinen  ansprechen. 0,8 bar Maximaldruck sollen dafür sorgen, dass kein Turboloch entsteht.

Was auf dem Papier gut aussieht, erweist sich auch im Alltag als willkommen. Tatsächlich drückt der Sechzehnhunderter den Kompaktwagen flott aus den Kehren raus. 240 Newtonmeter Drehmoment stehen ab 1.400 Motorumdrehungen bereit. In unserem Fall war der C4 mit 8,6 Sekunden sogar sechs Zehntel schneller auf Landstraßentempo als Citroën es vorgibt.

Sparsam

Galerie: Test Citroën C4 THP 150 Aufgrund des gesunden Drehmoments ist es selten nötig, den Sechzehnventiler in hohe Drehzahlregionen zu scheuchen. Mehr als 4.000 Touren stehen selten auf  dem Digitaltacho – aber dazu später mehr. Der Direkteinspritzer ist zudem erfreulich laufruhig – Sportsound vermisst man, oder eben nicht. Im Stand, etwa an der Ampel, vermutet manch einer, der C4 hätte eine Start-Stopp-Automatik – falsch vermutet. Lediglich der Mini, der als Cooper S vom selben Motor angetrieben wird, hat das System. Eine Motoren-Allianz macht es möglich, dass auch zwei Hersteller, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, von ein und (fast) derselben Technik partizipieren.

Auffallend ist, dass der C4 sich beim Beschleunigen hin und wieder verschluckt und die Drehmomentabgabe nicht ganz linear verläuft – hier ist die Feinabstimmung nicht perfekt gelungen. Aber das ist nicht störend. Genauso wenig wie der Spritverbrauch, der im Test bei 8,6 Liter lag. Bei richtig flotten Autobahnetappen genehmigt sich der Euro-4-Benziner auch mal deutlich über elf Liter, mit Sparfuß sind sieben Liter machbar.

Ausgewogenes Fahrwerk

Galerie: Test Citroën C4 THP 150 Franzosen sind traditionell auf der komfortablen Seite des Lebens unterwegs. Das Image haben sie nicht zuletzt von weichen Hotelbetten und ebenso weichen Sitzgelegenheiten in Automobilen. Ergänzt wurde das von manchmal fast schwammigen Fahrwerken. Schluss damit: Der C4 Exclusive ahmt fahrwerkseitig zwar nicht das Vorbild aus der Rallye-Weltmeisterschaft nach, aber dafür ist er eben weder bockelhart noch butterweich. Er bietet eine ausgewogene, straffe aber dennoch ordentlich dämpfende Ausgewogenheit. Unser Testwagen rollte auf 16-Zoll-Stahlrädern mit Winterreifen, was dem Komfort zugute kommt. Ab Werk steht der C4 Exclusive auf 17-Zoll-Alus.

Keinen Grund zum Meckern bietet auch die Bremsanlage. Fein dosierbar steht der C4 selbst nach zig Bremsungen zuverlässig. Einen Referenzwert konnten wir aufgrund der Witterung nicht ermitteln.

Innenraum

Galerie: Test Citroën C4 THP 150 Das C4-Interieur ist anders als bei anderen Kompaktwagen. Das macht die Marke Citroën aus und verleiht ihr eigenes Flair. Ob es angebracht, nützlich und/oder schön ist, steht auf einem anderen Blatt. Der bereits erwähnte Digitaltacho ist alles andere als praktisch. Ein analoger ist übersichtlicher und gibt das gerade „erfahrene“ realitätsnäher wieder. Die Platzierung des Kombiinstruments und der weiteren Anzeigen auf der Lenksäule sind dagegen nur gewöhnungsbedürftig.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Citroën C4 THP 150
Ausstattungsvariante   Exclusive
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.275/ 1.773 / 1.458
Radstand (mm)   2.608
Wendekreis (m)   11,3
Leergewicht (kg)   1.400
Kofferraum (Liter)   320
Bereifung Testwagen   205/55 R16 Michelin Alpin
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.598/ 4, Reihe
Leistung (PS)   150
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   240 / 1.400 - 4.000
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Superbenzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,9
CO2-Emissionen (g/km)   164
AS24-Verbrauch (l/100km)   8,6
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,2
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   8,6
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   Wegen Nässe nicht ermittelbar
AS24-Höchstgeschwindigkeit (km/h)   213
Preise    
ab (Euro)   23.700
Empfohlene Extras   Bluetooth für Telefon (290 Euro), Bi-Xenon-Scheinwerfer inklusive aktivem Kurvenlicht ( 990 Euro)
 
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Störend sind eher die Platzierung der Hupe (im unteren, schmalen Ring des Pralltopfes) und die fest stehende Lenkradnabe, die bei schneller Kurbelei schon mal Verwirrung stiften kann. Als Pro-Argument führt Citroën den stets in Idealposition befindlichen Luftsack an – das lassen wir gelten. Der erhöhte „Anders-Sein-Faktor“ ist wohl das schwerwiegendere Argument. Nervend sind zudem die stark verzerrende Windschutz- und Heckscheibe.

Galerie: Test Citroën C4 THP 150 Die gut ausgeformten, straffen Sitze sind für Langbeiner etwas zu kurz (Sitzfläche) und etwas zu hoch montiert. Sitzriesen könnten deshalb Bekanntschaft mit dem Dach machen. Die Längsverstellmöglichkeiten (auch vom Lenkrad) reichen aus. Das Platzangebot in der ersten Reihe ist klassenüblich. Im Fond geht es sowohl bei den Knien als auch am Kopf eng zu. Gleiches gilt für den Kofferraum. 320 Liter sind unterdurchschnittlich.

Dafür gibt es an der Verarbeitung wenig zu kritteln. Die Spaltmaße innen wie außen passen, die Materialien sind prima.

Alles drin

Der Name suggeriert es bereits: Exclusive. Das klingt vielversprechend. Von der Klimaautomatik über die Einparkpiepser vorne und hinten, den Reifendrucksensor, den Tempomat sowie ESP und sechs Airbags ist alles an Bord. Was fehlt ist lediglich ein Aux- oder USB-Anschluss für Musik. Das hätte Citroën beim Facelift mitgeben sollen. 23.700 Euro werden so für den C4 THP 150 fällig. Als Option empfehlen wir das Bi-Xenonlicht und die Bluetooth-Funktion fürs Mobiltelefon. Abraten müssen wir dagegen vom Spurhalteassistent, der nur unzureichend funktioniert und eher nervt.

Galerie: Test Citroën C4 THP 150

Fazit

Viel Loeb, pardon, Lob heimst der C4 für seinen kräftigen, laufruhigen Motor ein, der zudem angemessene Trinksitten an den Tag legt. Ein ausgewogenes Fahrwerk und individuelles Design stehen ebenso auf der Habenseite des kleinen Rallye-Meisters. Schade, dass es ihn nur in der Ausstattungslinie Exclusive gibt.

Arrangieren kann man sich mit den Eigenheiten des C4 wie dem Tacho, dem Lenkrad und weiteren Kleinigkeiten der Bedienung. Wer jedoch viel Platz in der Kompaktklasse sucht, wird mit dem C4 nicht ganz so glücklich. Diejenigen greifen besser zu einem der Picasso-Modelle, die sind übrigens auch mit dem THP-Motor erhältlich.

Galerie: Test Citroën C4 THP 150

 
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