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Galerie: Test Daihatsu Terios

Test: Daihatsu Terios

Raumwunder mit Mehrwert

04.12.2006

Beim Stichwort „SUV“ denken die meisten an riesige Geländewagen. Weit gefehlt, denn der Markt - inzwischen listet das Kraftfahrt-Bundesamt über 50 Modelle - kennt auch kleine Kraxler. Einer dieser Allradzwerge ist der Daihatsu Terios. Gerade einmal vier Meter ist der hochbeinige Japaner kurz, bietet dennoch vier Türen und einen permanenten Allradantrieb mit Sperrfunktion. Und wo ist der Haken?

Anders als seine potentiellen Konkurrenten Suzuki SX4 und Fiat Sedici verschließt sich der Terios vor der Crossover-Mode. Er trägt mit seiner kastenförmigen Karosserie das klassische Geländewagengewand. Dazu kommt ein auffällig langer Radstand, der seinerseits ganz praktische Gründe hat: Maximaler Platz im Innenraum.

Vier Erwachsene finden locker Platz im Terios, und zwar nicht nur irgendwie, sondern richtig gut. Fahrer und Beifahrer sitzen SUV-typisch hoch droben und genießen beste Übersicht. In der zweiten Reihe ist ausgesprochen viel Beinfreiheit vorhanden, noch beeindruckender ist die ausgezeichnete Kopffreiheit. Dank der sehr weit aufschwingenden Türen wird es nicht einmal beim Einsteigen eng.

Galerie: Test Daihatsu TeriosDas Gestühl ist mittelprächtig. Die Mittelbahnen der Vordersitze sind einen Tick zu weich und die Lendewirbelunterstützung zu gering ausgefallen. Kritik verdient auch die Sitzposition. Das Lenkrad ist nicht längsverstellbar und zu weit vorne montiert.

Laden wie ein Großer

Die Rückbank ist etwas zu kurz geraten und bietet keinerlei Seitenhalt. Dafür lässt sie sich mittels weniger Handgriffe (geteilt) umklappen. Heraus kommt ein außergewöhnliches maximales Ladevolumen. Bis zu 1.500 Liter schluckt das Bonsai-SUV, der Laderaum ist eben und breit - und dank der großen Höhe passen auch sperrige Trümmer hinein. Im Reisemodus nimmt der Daihatsu-Kofferraum gute 380 Liter auf. Unpraktisch ist der Kofferraumdeckel in Form einer nach rechts und damit für Westeuropa zur falschen Seite hin aufschwingenden Tür.

Galerie: Test Daihatsu TeriosNichts auszusetzen gibt es an der Materialqualität im Innenraum. Die Kunststoffe und Dekoreinlagen in Metall-Optik verbreiten einen nüchternen Nutzfahrzeug-Charme, aber mehr braucht man bei einem Geländewagen für rund 18.000 Euro Einstandspreis auch nicht erwarten. Zumal alles gut verarbeitet ist, nichts klappert oder knistert.

Kleiner Brummer

Angetrieben wird der Terios von einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Ottomotor, der mit einem manuellen Fünfganggetriebe mit langen Schaltwegen gekoppelt ist. Das Aggregat leistet 105 PS, was reicht, um das nur 1,2 Tonnen leichte SUV ohne größere Probleme im Verkehr mitschwimmen zu lassen. Nach 12,4 Sekunden ist die 100-km/h-Marke erreicht, maximal sind 160 km/h drin. Am Durchzug hapert es dann etwas, 140 Nm Drehmoment sind nicht viel. Mehr stört aber der raue Lauf und das insgesamt laute Verbrennungsgeräusch des Motors. Der Verbrauch hält sich dafür in Grenzen, im Testmittel kamen wir auf gut acht Liter Super je 100 Kilometer - mit geringem Mehrverbrauch lässt sich der Terios auch mit Normalbenzin betreiben.

Galerie: Test Daihatsu TeriosBei den Fahreigenschaften hält der Terios genau das, was die Optik verspricht. Er ist ein Geländewagen, mit der dafür typischen straffen Federung und einer leichtgängigen, nicht sonderlich präzisen Lenkung. Auf holprigen Untergrund reagiert er mitunter etwas bockig und die schnelle Kurvenhatz ist sein Ding auch nicht. Brenzlige Situationen entschärft die serienmäßige Stabilitätskontrolle VSC. Aber warum Hetzen, wenn es auch gemütlich geht? Als angenehme Überraschung erweisen sich die vergleichsweise geringen Wind- und Fahrwerksgeräusche.

Preislich ist der Terios ein faires Angebot. Der Grundpreis für die Basisversion beträgt 17.990 Euro. Vier Airbags, ein CD-Radio, elektrische Fensterheber und ein permanenter Allradantrieb mit einem auf Knopfdruck sperrbaren Mittendiffernzial sind darin bereits enthalten. Die empfehlenswerte Ausstattungslinie „Top“ (Aufpreis € 2.800) beinhaltet unter anderem zusätzlich Kopfairbags, eine Klimaanlage und Leichtmetallfelgen. Das teuerste Modell „Top S“ (Aufpreis weitere € 1.200) bringt Breitreifen, breitere Radhäuser, Nebelscheinwerfer und eine Dachreling mit.

Fazit

Galerie: Test Daihatsu TeriosDa sag noch einer, dass es bei SUVs auf die Länge ankommt: Der Daihatsu Terios ist trotz seiner Kürze ein Großer, ein Nutzfahrzeug im positiven Sinne. In den rund vier Metern verbirgt sich ein überraschend üppiges Platzangebot, und auch die Technik stimmt. Dank permanentem Allradantrieb mit Sperrfunktion und niedrigem Gewicht ist der Japaner gut gewappnet fürs Gelände. Auf der Straße benimmt er sich ebenfalls wie ein typischer Geländewagen, ist also eher für den besonnen Fahrer gemacht. Verbesserungswürdig sind die zu weichen Sitze und der laute Motor. Aber für 18.000 Euro kann man nun einmal nicht alles haben.

 
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