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Galerie: Test Daihatsu Trevis

Test: Daihatsu Trevis

Mr. Bean Auto

08.05.2009

"Mr. Bean Auto" war die erste Reaktion meiner Frau, als ich mit diesem Testwagen zu Hause vorfuhr. Ganz aus der Luft gegriffen ist die Behauptung nicht, besteht doch eine gewisse Ähnlichkeit des Daihatsu Trevis mit dem Ur-Mini, der auch in diversen Mr. Bean-Folgen eine Rolle spielte. Doch der Japaner hat noch andere Qualitäten.

Im Gegensatz zu dem Engländer hat der Japaner vier Türen zum gemütlichen Einsteigen. Aber sonst bleibt viel von der knuffigen Mini-Optik erhalten, zum Beispiel die Kulleraugen-Scheinwerfer. Dazu haben die Designer noch einiges an Chrom eingesetzt, am Kühlergrill ebenso wie beim Kofferraumgriff.

Reichlich Platz

Hat man erst einmal Platz genommen, ist man von dem reichhaltigen Platzangebot sichtlich, vorne wie hinten, überrascht. Selbst mit vier Personen oder einem Kind im Kindersitz steht einer Ausfahrt mit dem Trevis nichts im Wege: Nicht unbedingt selbstverständlich bei einem 3,40 Meter langem Auto. Auch in Sachen Kopffreiheit muss sich ein großgewachsener Mensch keine Sorgen machen, nicht zuletzt wegen der steil ansteigenden Frontscheibe.

Galerie: Test Daihatsu TrevisDie inneren Werte überzeugen durch ihre Schlichtheit. So wurden die Rundungen der markanten Scheinwerfer auch in das Cockpit übertragen. Egal ob Tacho, Türgriffe oder Lüftungsdüsen, alles wurden schön kreisförmig gehalten. Das höhenverstellbare Momo-Lenkrad liegt griffig in der Hand und auch die Schalter für Radio, Klimaanlage und elektrische Fensterheber sind logisch angeordnet und intuitiv bedienbar. Darüber hinaus gibt es im Trevis reichlich Ablageflächen in der Türverkleidung und der Mittelkonsole.

Galerie: Test Daihatsu TrevisAuch der Kofferraum lässt sich variabel von 167 auf 420 Liter vergrößern. So eignet sich der Daihatsu vielleicht nicht zum ausgiebigen Familienurlaub, aber um die Einkäufe sicher nach Hause zu bringen ist der Platz mehr als ausreichend.

Jetzt geht’s los

Nun aber raus auf die Straße. Die 58 PS und 91 Newtonmeter bringen den kleinen Flitzer ohne Probleme von A nach B. Jedoch sollte die Distanz nicht übermäßig groß sein, da der Daihatsu sich doch eher als Stadtauto eignet. Hier merkt man die geringe PS-Zahl nicht, da er richtig flott im Verkehr umher wuselt. Und der Dreizylinder mit einem Liter Hubraum sorgte bei unserem Testwagen für einen Verbrauch von gerade einmal 5,6 Litern.

Galerie: Test Daihatsu TrevisFährt man doch einmal auf der Autobahn, so ist für den Daihatsu bei 160 km/h Schluss. Das ist auch gut so, da bei der Geschwindigkeit die Wind- und Motorgeräusche nicht gerade leise sind. Auch schlagen Unebenheiten spürbar durch: Das straffe Fahrwerk des Kleinen hätte ein wenig komfortabler abgestimmt sein dürfen. Manko: Ffür den Trevis gibt es kein ESP.

Unser Trevis hatte zwar kein Navigationsgerät, aber hat man sich einmal verfahren, so hilft der kleine Wendekreis von 8,80 Metern  schnell wieder in die gewünschte Richtung zu steuern. Auch das Einparken ist mit dem Japan-Mini kein Problem. Übersicht wohin man schaut.

Einfach zu teuer

Galerie: Test Daihatsu TrevisLeider hat sich der Trevis, der nach dem Trevi-Brunnen in Rom getauft wurde, seit seiner Markteinführung bis Ende 2008, laut Kraftfahrtbundesamt, nur rund 2.600mal verkauft. Daher hat Daihatsu beschlossen ihn nur noch in Japan unter den Namen Mira Gino weiter zu vertreiben. In Deutschland hat man aber immer noch die Möglichkeit, ihn über den Gebrauchtwagenmarkt zu beziehen oder man entscheidet sich für das Sondermodell Limited - allerdings für stolze 13.500 Euro. Zum Vergleich: Ein Seat Ibiza 1.2 kostet 110 Euro weniger.

Galerie: Test Daihatsu TrevisZur Markteinführung 2006 lag der Einstiegspreis bei 10.990 Euro (inklusive Klimaanlage und CD/MP3-Radio), somit dürften sich die Preise heute im mittleren einstelligen Bereich bewegen. Die Kunden waren wohl nicht bereit den Preis für den Kleinwagen mit den Nostalgiefaktor zu bezahlen. Schade eigentlich, denn gerade jetzt hätte er durch die Abwrackprämie nochmals einige Käufer ansprechen können.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Daihatsu Trevis
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.400 / 1.475 / 1.500
Radstand (mm)   2.375
Wendekreis (m)   8,8
Leergewicht (kg)   865
Kofferraum (Liter)   167 - 420
Bereifung Testwagen   155/65 R14
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   989 / 3, Reihe
Leistung (PS)   58
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   91 / 4.000
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   4,8
CO2-Emissionen (g/km)   114
AS24-Verbrauch (l/100km)   5,6
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   12,2
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   160
Preise    
ab (Euro)   10.990
Empfohlene Extras   Sondermodell Trevis Limited (13.499 Euro)
 
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Fazit

Der Trevis ist ein vernünftiger Kleinwagen. Aber da der Preis oftmals für den Erfolg entscheidend ist, hat dieser wohl dafür gesorgt dass er nun eingestellt wurde. Vielleicht hätte einfach mal Mr. Bean mit ihm fahren sollen, damit er für Jedermann als mögliche Alternative wahrgenommen wird?

Galerie: Test Daihatsu Trevis

 
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