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Galerie: Test Dodge Caliber SXT 2.0 CRD

Test: Dodge Caliber SXT 2.0 CRD

Unwidderstehlich?

04.10.2006

Dodge, die US-Marke mit dem Widder im Wappen, drängt mit aller macht nach Europa. Einstandsmodell ist der Caliber, mit dem die zu DaimlerChrysler gehörende Marke im Golf-Segment mitmischen will. Und zwar über den Preis: Das Basismodell ist für unter 15.000 Euro zu haben. Unser Testwagen, das Topmodell mit 2,0-Liter-Turbodieselmotor, kostet keine 20.000 Euro.

Gleich mal der Vergleich mit dem Golf, oder besser mit dem Golf Plus, schließlich ist der wuchtig designte Caliber ein Mordstrumm von einem Kompaktwagen: Ähnlich ausgestattet und mit demselben Motor ausgerüstet - Dodge kauft den 2.0 TDI von Volkswagen zu - kostet der große Golf fast 5.000 Euro mehr.

Galerie: Test Dodge Caliber SXT 2.0 CRDDer Caliber hat in der SXT-Version so ziemlich alles an Bord, was man braucht. Neben den obligatorischen Sicherheitsfeatures wie ESP, Airbags rundum und Nebelscheinwerfer finden sich da Komfortkomponenten wie ein höhenverstellbarer Fahrersitz, elektrische Fensterheber vorne und hinten, Bordcomputer, CD-Radio, Tempomat, 17-Zoll-Alufelgen und elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel. Nicht nachvollziehbar: Ein Partikelfilter kostet 750 Euro Aufpreis.

Aufhübschen empfehlenswert

Galerie: Test Dodge Caliber SXT 2.0 CRDWer noch rund 2.000 Euro für das Luxury-Paket drauflegt, kann sich über einen Sechsfach-CD-Wechsler, ein multifunktionales Lederlenkrad, Teillederausstattung und allerlei Alublenden im Innenraum freuen. Gerade letztere beiden Ausstattungsdetails helfen dem Caliber, sein größtes Manko zu lindern: Die billige Wertanmutung.

Die im Innenraum verbauten Kunststoffe sind keine Augenweide. Hartes Plastik wohin man blickt. Auch die Verarbeitung ist amerikanisch mau. Die Staubox mit Armauflage auf dem Mitteltunnel etwa wackelt was das Zeug hält.

Galerie: Test Dodge Caliber SXT 2.0 CRDSchade, denn in Sachen Ergonomie und Praxisnutzen gibt das aufgeräumte Innere keinen Anlass zur Kritik. Eine Vielzahl großer Ablagen und Staufächer nimmt allerlei Klein- und auch größeren Kram auf. Witzig: Im ausmodulierten Handschuhfachboden lassen sich mehrere Flaschen nebeneinander ablegen, ohne dass sie in der ersten Kurve klirrend aneinander stoßen.

Einfache Lösungen

Denkbar simpel aber effektiv ist der Umklappmechanismus der Rückbank. Einfach an den Schlaufen ziehen, schon kippt die (teilbare) Lehne nach vorne und schafft einen ebenen Ladeboden. Bereits regulär fasst das Gepäckabteil großartige 524 Liter, maximal sind es 1.339 Liter.

Galerie: Test Dodge Caliber SXT 2.0 CRDDas Platzangebot für die Passagiere ist gut, jedoch nicht ganz so üppig, wie man es hinsichtlich des ausladenden Auftretens des Caliber erwarten würde. Keine Frage, Fahrer und Beifahrer sitzen hoch droben und kommen sich nie in die Quere. Zu bemängeln sind allerdings die fehlende Längsverstellung für das Lenkrad und die zu weichen Sitze, die zudem kaum Seitenhalt bieten. Für die Fondpassagiere steht ausreichend Knie- und Kopffreiheit bereit. Die Oberschenkelauflage ist allerdings zu kurz ausgefallen. Und Seitenhalt bietet die Rückbank gar keinen.

Lieber etwas gemütlicher

Galerie: Test Dodge Caliber SXT 2.0 CRDLogische Folge: Der Fahrer sollte Richtungswechsel zurückhaltend angehen. Was er nach wenigen Metern ohnehin freiwillig tut. Denn der Preis des sehr komfortabel abgestimmten Fahrwerks ist eine ausgeprägte Wank- und Nickneigung der Karosserie. Zudem ist die leichtgängige Lenkung ausgesprochen indirekt - und alles andere als frei von Antriebseinflüssen. Sport-Freaks sollten auf alle Fälle auf den angekündigten SRT4 warten oder - auch wenn es widersinnig klingt - zum strafferen Plattformbruder Jeep Compass greifen.

Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel steht dem Caliber gut. Die typischen TDI-Schwächen wie der raue Lauf und das ausgeprägte Anfahrloch machen der kräftige Antritt und der sparsame Umgang mit Sprit mehr als wett. Bei Bedarf sprintet der Caliber in etwas mehr als neun Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von fast 200 km/h. Im Testmittel begnügte sich unser Caliber mit rund sieben Liter je 100 Kilometer. Lob verdient auch das serienmäßige Sechsganggetriebe, das sich exakt und leichtgängig sortieren lässt.

Galerie: Test Dodge Caliber SXT 2.0 CRDKeine rechte Freude kommt im engen Stadtverkehr auf. Die Karosserie ist vorne wie hinten sehr unübersichtlich und auch der Blick zur Ampel gestaltet sich schwierig. Aufgrund der weit vorne liegenden, sehr niedrigen Windschutzscheibe ist es ratsam, nicht als erster in der Reihe zu stehen. Kommt es doch mal vor, hat man die Wahl: Hals verrenken oder auf den Huphinweis des Hintermanns warten.  

Fazit

Der unkonventionelle Caliber ist nichts für Langweiler. Aber auch nichts für ambitionierte Fahrer, denn alles an diesem Kompakten ist konsequent komfortabel ausgelegt - was in Zeiten des grassierenden Sportlichkeitsfiebers durchaus erfrischend ist. Preiswert ist der Dodge obendrein: Zwar noch weit entfernt von der Perfektion eines VW Golfs, dafür gut 5.000 Euro günstiger. Gespart wurde vor allem am Interieur, nicht aber am Antrieb: Der TDI-Motor von VW macht dem Widder ordentlich Beine.

 
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