Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Test Ferrari 488 GTS Spider

Test: Ferrari 488 GTS Spider

Straff und ausgefeilt

20.10.2015

Fast vierzig Jahre reicht die Ahnenreihe des neuen Ferrari 488 Spider zurück. Anders als seine frei saugenden Vorgänger setzt der neue auf einen Turbo-Motor. Das aus dem California T bekannte Aggregat entwickelt jetzt satte 670 PS und sitzt nicht wie im Einstiegs-Ferrari vorne, sondern ganz klassisch hinter dem Fahrer – der dafür mindestens 228.400 Euro auf den Tisch legen muss.

Galerie: Test Ferrari 488 GTS SpiderAlles im Cockpit ist auf den Fahrer ausgerichtet. Der große Drehzahlmesser im Kombiinstrument wird, für den Sozius nicht einsehbar, von zwei Bildschirmen flankiert. War man beim Kauf großzügig, bekommt der Nebenmann immerhin ein zweizeiliges Display über dem Handschuhfach, das ihm Tempo, Kilometerstand und Drehzahl mitteilt. Die Tasten und Schalter sind rund um das Instrumentenpanel angeordnet oder direkt auf dem Lenkrad. Ferrari verzichtet auf Lenkstockhebel und packt Blinker, Fernlicht und Scheibenwischer ebenso aufs Volant, wie den Fahrmodus-Schalter und den roten Motor-Startknopf.

Das nennt man wohl brutal

Letzterer erweckt den 3,9 Liter großen Achtzylinder mit einem akustischen Willkommens-Gruß zum Leben. 100 Pferdestärken mehr als im Vorgänger stecken in dem um 0,6 Liter geschrumpften Triebwerk, dazu kommen massige 760 Newtonmeter Drehmoment. Der neue wirft schon bei 3.000 Umdrehungen seine ganze Kraft auf die Hinterachse. Das fühlt sich so brachial an, wie es klingt. Geschaltet wird über Paddel hinter dem Lenkrad, rote Leuchtpunkte auf dem Volant zeigen den optimalen Zeitpunkt dafür an – diese Anzeige ist keinesfalls aufs Spritsparen getrimmt; Tempo 100 lässt sich locker im zweiten Gang erreichen. Wer sich damit gar nicht beschäftigen will, kann auch das Doppelkupplungsgetriebe die Arbeit alleine machen lassen.

Galerie: Test Ferrari 488 GTS SpiderEs reicht, mit den Zehen des rechten Fußes zu spielen, schon gibt der V8 seinen Pferdchen die Sporen; gleichmäßig wie ein Schweizer Uhrwerk entfaltet sich die Kraft bis zur Maximaldrehzahl von Turbo-untypischen 8.000 Touren. Wie das Coupé, reißt auch der Spider nach drei Sekunden die Hunderter-Marke; beim Sprint auf 200 Sachen braucht er mit 8,7 Sekunden aber vier Zehntel länger - vor allem die 50 Kilogramm Mehrgewicht machen sind auf der Stoppuhr bemerkbar.

Kann auch gelassen

Auch was die Querbeschleunigung anbelangt, steht der Spider dem Coupéin nichts nach. Mit voller Wucht wirft der offene Italiener seine perfekt austarierten anderthalb Tonnen in die Kurve und folgt jeder noch so kleinen Lenkbewegung wie ein Hund dem Leberwurstbrot. Der Normverbrauch von 11,4 Litern ist bei dieser Gangart natürlich nicht realisierbar, der knapp 80 Liter große Tank lässt sich auf nur gut 150 Kilometern problemlos halbleer fahren. Selbst das aber wird durch die atemberaubende Klangkulisse entschuldigt, die ungestört in den Innenraum dringt. Nach 14 Sekunden ist das Hardtop im Heck verschwunden und selbst bei geschlossenem Dach lässt sich das gläserne Windschott hinter den Sitzen versenken, um den Motorsound ungefiltert genießen zu können.

Galerie: Test Ferrari 488 GTS SpiderWer vom Race-Modus in die hier vorsichtshalber Sport genannte Normalstellung wechselt, bekommt einen entspannten Cruiser, der sich im unteren Drehzahlbereich –wo mehr als genug Leistung bereit steht –dank geschlossener Abgasklappen akustisch äußerst zurückhält und auch schlechte italienische Landstraßen gutmütig verarbeitet. Mit dieser Gelassenheit distanziert sich der Ferrari 488 ganz klar von seinen auf Krawall getrimmten Artgenossen vom Schlage eines Lamborghini Aventador, und eifert vielmehr dem Multitalent Porsche 911 Turbo S nach. (as/sp-x)

 
5
177

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

AutoWelten

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.