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Galerie: Test Fiat 500X

Test: Fiat 500X

Auf neuen Wegen.

20.11.2014

Die letzten Jahre waren nicht leicht für Fiat. Erfolglose Modelle führten zu sinkenden Marktanteilen und auch die Übernahme der US-Marken Jeep, Dodge und Chrysler hat dem Traditionsunternehmen einiges abverlangt. Doch die Italiener blicken positiv in die Zukunft - und auf ihren neuen Hoffnungsträger, den 500X.

Was er ist.

Mit dem knutschkugeligen 500 knüpfte Fiat 2007 an die Erfolge des Urahns an, der 50 Jahre zuvor die automobile Bühne betrat. Inzwischen haben die Italiener um den Kleinwagen herum eine ganze Familie gestrickt; mit dem 500L und seinen Derivaten Trecking und Living kann auf bis zu sieben Sitzen die ganze Familie mitreisen. Und nun geht es mit dem 500X auch ins Gelände.

Crossover nennen die Marketingstrategen ein derartiges Automobil, dss Offroader sein will, in Wahrheit aber eigentlich “nur” ein Kompakter mit etwas mehr Bodenfreiheit und - auf Wunsch - Allradantrieb ist. Will man vier angetriebene Räder, muss man, statt zur “Urban” genannten City-Version, zum “Cross” greifen und bekommt die Abenteueroptik mit angedeutetem Unterfahrschutz und Plasteplanken dazu.

Was er kann.

Auf 4,28 Metern finden im 500X auch vier bis fünf Erwachsene gut Platz und der Einstieg ist dank der erhöhten Sitzposition auch rentnerfreundlich. Die kommt allerdings nur durch die 18 Zentimeter Bodenfreiheit zustande, denn die Sitze selbst sind im Wagen nicht höher angebracht als in einer Limousine. Die Sessel sind komfortabel und bieten gleichzeitig genügend Seitenhalt, die Kopfstützen aber sind - wie bei allen 500ern - zu hart.

Galerie: Test Fiat 500XPraktisch: Der 500X hat gleich zwei getrennte Handschuhfächer und zahlreiche Ablagen für Kleinkram, Kaffebecher oder Flaschen. Der Kofferraum hat Standardmaß; erweitern lässt sich das Volumen, wenn man den Ladeboden herausnimmt und so den “Keller” mitnutzen kann oder durch umklappen der Rückbank - dann bleibt allerdings eine kleine Stufe.

Neue Basis

Obwohl er 500 heißt, steht der X auf einer anderen Basis als der Rest der Familie; der ersten neuen Plattform des kombinierten Fiat-Chrysler-Konzerns. Das erste Modell, das darauf anbaut ist er allerdings nicht - das war sein Technikbruder Jeep Renegade, der ebenfalls in Italien produziert wird. Ihm eifern die Cross-Modelle im Abenteuerlook nach; Cross bedeutet allerdings nicht gleich Allradantrieb. Als erste Stufe, sozusagen, gibt es  nur Traction+, ein elektronisches Sperrdifferenzial, das ein durchdrehendes Rad automatisch abbremst. Erst die Version Cross Plus kommt mit Vierradantrieb und schaltet die hinteren Räder bie Bedarf automatisch zu.

Galerie: Test Fiat 500XDamit überhaupt Kraft an die Räder gelangt, setzt Fiat gleich vier veschiedene Getriebe ein. Die jeweils schwächsten der drei Diesel- und Bezinmotoren (95 beziehungsweise 110 PS) müssen mit fünf Gängen auskommen, darüber sind sechs Serie. Für den mittleren Benziner (140 PS) steht ein Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl, das Topmodell (170 PS) kommt serienmäßig mit einer Neungang-Automatik; für den mit 140 PS stärksten Diesel ist sie gegen Aufpreis zu haben.

Jeep-Technik

Wie sein Jeep-Bruder, wartet auch der 500X mit durchaus ordentlichen Geländeeigenschaften auf; gebaut wird er aber eindeutig für die Straße. Dafür spricht allein die knackige Fahrwerksabstimmung, die zwar eine dynamische Gangart fördert, aber auch Rückenschmerzen. Überhaupt ist der Italiener nicht übermäßig kutiviert: Wind- und Abrollgeräusche sind deutlich hörbar und zumindest der Diesel arbeitet auch nicht leise.

Dennoch überzeugt die Kombination aus dem 140PS-Zweiliter-Selbstzünder und der neuen Neungangautomatik; der Motor gibt seine Kraft gleichmäßig ab und das Getriebe verwaltet sie tadellos. Dank 350 Newtonmeter Drehmoment (ab 1.750 Umdrehungen) spurtet der Fiat in knapp unter zehn Sekunden auf Tempo 100 und weiter auf mehr als ausreichende 190 km/h. Nur der angegebene Normverbrauch von fünfeinhalb Litern blieb auf unserer ersten Runde ein leeres Versprechen: ganze drei Liter mehr zeigt der Bordcomputer inmitten der gut ablesbaren Rundinstrumente an.

Was er kostet.

Galerie: Test Fiat 500XVom Februar 2015 an steht der 500X bei den deutschen Händlern, und die Kunden haben die Wahl zwischen fünf Varianten: Pop, Pop Star und Lounge auf der Urban-Seite, Cross und Cross Plus bei den Offroadern. In der Einstiegsversion mit Frontantrieb und 1,6-Liter-110-Benziner kostet er 16.950 Euro. Am anderen Ende rangiert der Cross Plus mit Allrad, großem Diesel und Neungangautomatik für stolze 31.400 Euro.

Die Preise für die übrigen Modelle sind noch nicht bekannt; ebenso stehen die verfügbaren Sonderausstattungen noch aus. Was auf jedenfall zu haben sein wird, ist eine Infotainmentlösung mit TomTom-Navi, Onlinezugang und App-Unterstützung, die allerdings ein wenig Einarbeitungszeit erfordert, ehe man das System reibungslos bedienen kann.

Wer ihn braucht.

Wer schon immer mit dem Fiat 500 liebäugelte, aber aus Platzgründen nicht zugegriffen hat - und auch den 500L ob seiner etwas eigenwilligen Optik verschmähte -, der findet im 500X einen Alternative, die fast mit Kompaktklasse-Maßen aufwartet. Trotz des deutlich Wachstums hat sich auch der X das Knutschkugel-Image seines Namensstifters erhalten; vom Technikspender Jeep Renegade hat er dagegen die Geländegängigkeit geerbt. Für die meisten dürfte allerdings die günstigere Urban-Version mehr als ausreichend sein.

 
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