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Galerie: Test Fiat Grande Punto

Test: Fiat Grande Punto

Schön vernünftig

24.07.2006

Mit dem Grande Punto liegt Fiat voll im Plan. Das Verkaufsziel von hierzulande 30.000 Autos pro Jahr scheint geritzt. Nun, zur Halbzeit, meldet das Kraftfahrtbundesamt 15.390 Zulassungen. Das verwundert kaum, denn der Grande Punto ist nicht nur ein ganz Schöner, sondern auch ein durch und durch vernünftiges Auto. Der Turbodiesel im Test.

Über das Design braucht man nicht viele Worte verlieren. Hier ein bisschen Maserati-Anleihen, da ein Schwung Alfa-Romeo - der Italiener ist einfach ein Schönling. Das gilt auch für den Innenraum, zumindest auf den ersten Blick. Die geschmackvollen Farbkombinationen und das klar designte Armaturenbrett sprechen an. Die Qualität der Kunststoffe geht in Ordnung, wenngleich andere Hersteller hier weiter sind.

Was die Verarbeitung betrifft, findet sich der eine oder andere Lapsus: Etwa die ungleichen Spaltmaße an den Säulenverkleidungen unseres Testwagens. Und der Umstand, dass die helle, leicht angeraute Dekorleiste am Armaturenbrett den Schmutz geradezu anzieht.

Galerie: Test Fiat Grande PuntoDie wichtigsten Instrumente und Schalter hat der Fahrer vorbildlich im Blick. Wenn es dann aber an die Sonderausstattung geht, ist Sucharbeit angesagt. Und selbst wenn man das Auto kennt und weiß, dass die Tasten für die Sitzheizung und die elektrische Lordosenstütze im Mitteltunnel hinter dem Handbremshebel versteckt liegen, ist die Bedienung immer noch fummelig.

Fünfsitzer

Die richtige Sitzposition ist dank des höhenverstellbaren Fahrersitzes und des längs wie ebenfalls in der Höhe verstellbaren Lenkrads schnell gefunden. Auch im Fond bietet der Grande Punto reichlich Platz. Fünf Leute zu transportieren ist gar kein Problem. Angesichts der sehr guten Kopffreiheit hätte die Sitzhöhe aber durchaus noch generöser ausfallen können. Und gegen eine längere Oberschenkelauflage wäre auch nichts einzuwenden, schließlich ist die Beinfreiheit üppig. Unschön: Die Seitenfenster lassen sich bauartbedingt nur zur Hälfte öffnen. Unverständlich: An praktischen Ablagen wurde vorne wie hinten gespart, die Fächer in den Türen sind zu eng geschnitten.

Was den Kofferraum anbelangt, trifft der neue Namenszusatz „Grande“ voll zu: Mit 275 bis 1.020 Liter (bei beidseitig umgeklappter Rückbank) und einer maximalen Zuladung von 485 Kilogramm liegt der Punto im Spitzenfeld des Segments. Keine gute Figur macht der Grande Punto allerdings bei der Übersichtlichkeit. Wo die lange Schnauze endet, kann man allenfalls vermuten. Und beim Rückwärtsfahren sieht man mehr von den dicken C-Säulen als von der Straße.

Ja und aber

Galerie: Test Fiat Grande PuntoDer Vierzylinder-Turbodieselmotor schöpft aus 1,3 Litern Hubraum 90 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von beachtlichen 200 Nm bei 1.750 U/min. Der Standardsprint dauert knapp 12 Sekunden und auf der Autobahn sind fast 180 km/h Spitze drin. Klingt alles wunderbar, hat aber einen Haken: Unterhalb von 1.700 Touren hat der Motor keine Power, was sich besonders beim Anfahren unangenehm bemerkbar macht. Dem großen Nichts folgt dann der heftige Turbo-Bums. Gleichmäßig sanftes Beschleunigen braucht jedenfalls Übung.

Das Verbrennungsgeräusch ist insgesamt leise, erst bei 3.500 Touren wird der Common-Rail-Diesel etwas brummig. Ohnehin Zeit zum Schalten, denn hohe Drehzahlen mag der Selbstzünder nicht besonders. Serienmäßig ist der 1.3 Multijet mit einem Sechsganggetriebe ausgestattet, das zwar leichtgängig, aber nicht sonderlich präzise arbeitet. Wer es gemütlich angeht, hat aber keinen Grund zum Meckern, zumal so Verbrauchswerte von rund fünf Liter je 100 Kilometer herausspringen.

Probier’s mal mit…

Galerie: Test Fiat Grande PuntoGemütlichkeit. Das ist auch das Stichwort für Lenkung und Fahrwerk. Die Servolenkung ist ungemein leichtgängig, der noch stärker unterstützende City-Modus (per Knopfdruck aktivierbar) im Grunde unnötig. Grobe Bodenunebenheiten und welligen Belag bügelt der Punto sanft aus. Plötzliche Stöße, etwa beim Überfahren von Querfugen oder Schienen, werden allerdings spürbar an die Passagiere weitergegeben.

In der empfehlenswerten Ausstattungsvariante Emotion kostet der Grande Punto 1.3 Multijet mit 90 PS und vier Türen 16.800 Euro. Darin enthalten ist eine umfangreiche Ausstattung mit unter anderem Airbags rundum, Nebelscheinwerfern, CD-Radio, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, elektrischen Fensterhebern vorn, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrisch verstellbaren und beheizbaren Außenspiegeln, Multifunktions-Lederlenkrad, elektrisch verstellbarer Lordosenstütze für den Fahrer und Leichtmetallfelgen. Weniger rühmlich: Aufpreispflichtig sind sowohl der Partikelfilter (€ 600), als auch das stets empfehlenswerte ESP (€ 500).

Fazit

Die gelungene Optik und das üppige Platzangebot sind die großen Stärken des Grande Punto. Der 90-PS-Turbodiesel ist kräftig und sparsam, leider aber mit einer ausgeprägten Anfahrschwäche gestraft. Lenkung und Fahrwerk sind konsequent auf Komfort ausgelegt - eine in Zeiten des grassierenden Sportlichkeitswahns erfrischend mutige wie richtige Entscheidung. Gut ausgestattet kostet der groß gewordene Kleinwagen vertretbare 18.000 Euro (Ausstattungslinie Emotion und zwei, drei Extras). Alles in allem ist der Grande Punto 1.3 Multijet also ein ganz schön vernünftiges Auto.

Galerie: Test Fiat Grande Punto

 
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