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Galerie: Test Ford Focus

Test: Ford Focus

Reden macht das Leben leichter

11.09.2014

Der weltweite Erfolg verpflichtet: Der Ford Focus war 2012 und 2013 das meistverkaufte Fahrzeug der Welt. Damit seine Anziehungskraft für die Käufer auch in den nächsten Jahren so stark bleibt, hat der seit 2011 in dritter Generation für seine zweite Lebenshälfte erhältliche Bestseller ein umfangreiches Facelift erhalten. Dabei wurde natürlich auch an der Optik gefeilt, im Mittelpunkt der Anstrengungen standen jedoch neue Motoren, das Konnektivitätssystem Sync2 sowie erweiterte Technikangebote.

Galerie: Test Ford FocusIn Deutschland tritt der überarbeitete Focus Ende Oktober an. Die Preise für den weiterhin als fünftüriges Fließheck, Kombi (Turnier) und Stufenheck angebotenen Kompakten bleiben weitgehend stabil. Der Einstiegspreis für den Fünftürer beträgt unverändert 16.450 Euro. Für den Turnier werden 910 Aufpreis fällig. Wie schon der Fiesta und auch der demnächst in Deutschland debütierende Mondeo fährt der Focus nun mit einem trapezförmigen Kühlergrill vor. Die scharfen, zum Kühlergrill ausgerichteten Linien der Motorhaube gehören ebenfalls zu den auffälligen neuen Stilelementen. Außerdem haben die Designer die Scheinwerfer geliftet. Sie wirken nun markanter, zudem sind beim Focus erstmals die Nebelscheinwerfer rechteckig gestaltet. Außerdem gibt es Chrom an den Seitenfensterrahmen, neue Felgen für die höchste Ausstattungsstufe Titanium sowie geänderte Heckleuchten.

Raus mit den vielen Knöpfen

Die wohl nutzerfreundlichste Änderung hat im Interieur stattgefunden. Die ehemals vielen und vor allen Dingen zu kleinen Bedienknöpfen wurde der Kampf angesagt und deren Anzahl drastisch reduziert. Für guten Bedienkomfort setzt Ford auf sein neues Multimedia-Konnektivitätssystem Sync2. Dies gehört zum Serienumfang der höchsten Ausstattungsstufe Titanium, für das sich immerhin über 50 Prozent der Käufer entscheiden. Hier sind unter anderem Klimaautomatik, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Geschwindigkeitsregelanlage und Sportsitze an Bord.

Galerie: Test Ford FocusEin 8-Zoll-Touch-Screen dient bei Sync2 als zentrales Bedienfeld. Mit maximal drei Eingaben lassen sich Navigation, Radio, Klimaanlage oder das Smartphone steuern. Es geht aber auch ganz berührungslos, indem man mit dem System einfach redet. Mittels einfacher Sprachbefehle wird es wärmer oder kühler im Fahrzeug, der gewünschte Gesprächspartner angerufen, der Musikwunsch aus Smartphone oder USB-Stick ausgewählt oder das Navigationsziel bestimmt. Letzteres muss nicht umständlich mit mehreren Zwischenschritten durchgegeben werden, man sagt vielmehr Ort, Straße und Hausnummer und schon reagiert die Routenführung. Spaß macht auch der Befehl: „Ich habe Hunger“. Sofort tauchen im Display die Restaurants in der Nähe, auf dem Weg oder am Zielort auf. Und falls es noch ein wenig zum Ziel dauern sollte: In der neu gestalteten Mittelkonsole können nun griffgünstig Flaschen und Naschwerk verstaut werden.

Neue Motoren

Wichtige Veränderungen fanden auch bei den Motoren statt. Gleich drei neue Diesel sowie zwei Benziner feiern ihr Debüt. Die nach der Abgasnorm Euro 6 eingestuften 1,5-Liter-Selbstzünder sind mit 95 PS, 105 PS sowie 120 PS erhältlich und verbrauchen durchschnittlich zwischen 3,4 und 4,2 Liter. Sie werden auf mittlerer Sicht die noch angebotenen 1,6-Liter-Triebwerke mit 95 PS sowie 115 PS ersetzen. Der überarbeitete 2,0-Liter-Diesel mit 150 PS bleibt weiterhin der stärkste Selbstzünder im regulären Angebot. Bei den Benzinern hält der 1,5-Liter-Ecoboost Einzug. Er wird in zwei Leistungsstufen mit 150 PS sowie mit 182 PS angeboten.

Galerie: Test Ford FocusLetzterer hatte bei ersten Testfahrten natürlich keine Mühe, die sportlichen Seiten des Focus zu betonen. Die 182 PS stürmen auf leisen Gasbefehl los. Das Drehmoment von 240 Nm sorgt für ordentliche Durchzugskraft. Dank verbesserter Dämmung hört man vom drehfreudigen Vierzylinder nicht viel. Den Normverbrauch gibt Ford mit 5,5 Liter an, bei artgerechter Beschleunigung dürften aber Werte mit einer vorangestellten 8 realistischer sein. Interessenten müssen für den 182 PS-Flitzer mindestens 25.210 Euro anlegen.

Volumenmotor bleibt aber der bekannte 1,0-Liter-Dreiyzlinder mit 100 PS (ab 17.660 Euro und als Titanium ab 22.060 Euro). Auch dieser verbraucht nun etwas weniger, ist serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik gekoppelt und erfüllt die Abgasnorm Euro 6. Im nächsten Jahr wird das beliebte Aggregat auch mit einer Sechsgang-Automatik verfügbar sein.

Hervorragende Fahrdynamik

Beim Thema Fahrdynamik musste sich der Focus schon bisher nicht vor dem VW Golf verstecken. Die Ingenieure haben noch einmal optimiert. Die Lenkung arbeitet ein Stückchen präziser, außerdem wurden die Dämpfer geschärft. Schnelle Kurvenfahrten gelingen so noch besser, für das sichere Durchkommen arbeitet zudem eine ganz neue ESP-Abstimmung, die einen möglichen Kontrollverlust frühzeitig erkennt und rechtzeitig gegenwirkt.

Galerie: Test Ford FocusNachgelegt hat Ford bei den schon bisher reichlich bestellbaren Assistenzsystemen. In der überarbeiteten Version kann der Kompakte jetzt auch vor seitlichem Verkehr (Cross Trafic Alert) warnen, wenn man rückwärts aus der Parklücke rollt. Und das Active-City-Stop-System arbeitet nun bis 50 statt wie vorher bis 30 km/h. Die Verkehrsschilderkennung arbeitet genauer und wer will, nutzt den Einparkassistenten nicht nur um in die Parklücke zu kommen, sondern auch um aus ihr wieder automatisch herausgelotst zu werden. Der Park-Helfer steuert in Lücken längs und quer zur Straße.

In Deutschland dominiert zwar der Platzhirsch aus Wolfsburg die Verkaufszahlen, der Abstand zu ihm dürfte der überarbeitete Focus aber nun verringern können. Und weltweit will er ja sowieso weiterhin das meistverkaufte Fahrzeug bleiben. (mg/sp-x)

 
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