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Galerie: Test Ford Mondeo

Test: Ford Mondeo

Endlich da

05.12.2014

Ordentliche Motoren, tolle Fahrwerke und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis, das waren schon immer die Tugenden des Ford Mondeos. Daran will auch die zum Jahreswechsel nun endlich auch in Europa startende Neuauflage nichts ändern: allerdings müssen dafür satte 27.150 Euro auf den Tisch gelegt werden. Dafür gibt es aber auch schson einen Benziner mit 160 PS Leistung! Das eigentliche Basismodel mit Fords Wunderwaffen, dem Ein-Liter-Motor geht erst später an den Start und dürfte den Einstiegspreis dann um eineige Tausender senken.

Aber der Preis allein macht es auch bei Ford schon längst nicht mehr. Spätestens seit der Fiesta und jüngst auch der überarbeitete Focus mit einer neuen, markanteren Front um Kunden buhlen, die unweigerlich an die Aston-Martin-Designsprache erinnert, wird deutlich: Die Marke mit der berühmten blauen Pflaume setzt jetzt auch auf emotionale Werte.

Zunächst allerdings muss man dem Mondeo eine deutliche Verspätung vorhalten. Wegen einer Produktionsumstellung in Europa - das Werk in Gent wurde geschlossen und die gesamte Fertigung musste nach Valencia verlagert werden - kommt der große Ford mit einem Jahr Verzögerung. In den USA ist das Fahrzeug sogar schon seit 2013 im Handel, dort unter dem Namen Fusion.

Vollgepackt mit Extras

Galerie: Test Ford MondeoJetzt aber ist er da, und er vermag aus dem Stand weg zu überzeugen: Großer Kühler, scharfer Knick in der Flanke, Powerdomes auf der Motorhaube und schneidige Scheinwerfer, auf Wunsch in Voll-LED-Technik. Wer die Hightech-Lampen wählt (1.250 Euro), bekommt übrigens Blinker in dynamisierter Form, wie sie auch Audi anbietet. Darüber hinaus offeriert der neue Mondeo alle erdenklichen Komfort- und Sicherheitsfeatures; diese reichen vom klimatisierten Massagesitz für 2.500 Euro Aufpreis über das autonome Bremssystem (ab 250 Euro) bis hin zu hinteren Gurt-Airbags, die es bisher nur in der Mercedes S-Klasse gab. Und über die Standard-Assistenten wie Spurhalte-Kontrolle inklusive aktiver Lenkung oder Verkehrszeichen-Erkennung kann dieser Ford sowieso nur müde lächeln.

Alles andere als müde sind die Motoren: Da ist zunächst der 1,5 Liter große Benziner mit Direkteinspritzung und Turboaufladung. Der Ottomotor ist akustisch zurückhaltend und kann mit kräftigem Durchzug überzeugen. allerdings hält er sich - wie üblich - nicht an den Normverbrauchswert von sechs Litern. Dafür bietet der 1,5-Tonnen-Brocken mit 160 PS aber auch reichlich Fahrspaß, und animiert zur sportlichen Gangart. Die Werksangabe von 9,3 Sekunden für den Standardsprint klingt zwar nicht sonderlich flott, auf der Straße aber fühlt sich der Ford deutlich spritziger an. Das liegt auch am agilen Fahrwerk und der präzisen elektro-mechanischen Servolenkung. Die neue Hinterachskonstruktion mit Integral-Lenker verfügt über eine passive Mitlenk-Funktion. Dabei gelang es den Fahrwerkern, dem dynamischen Mittelklässler auch eine fein dämpfende Note zu verpassen. Schlechte Straßenpassagen bügelt er wirkungsvoll glatt. Und wer das 2.000 Euro teure Komfortpaket mit elektrisch verstellbaren Sitzen und aktivem Tempomat bestellt, bekommt auch eine variable Dämpferregelung dazu.

Galerie: Test Ford MondeoEtwas kopflastiger, aber keineswegs spaßärmer kommt der 2.0 TDCI mit 180 PS um die Ecke. Sobald der Lader nach Luft schnappen kann, stehen 340 Newtonmeter Drehmoment bereit. Da es dafür aber 2. 000 Umdrehungen braucht, ergibt sich eine winzige Anfahrschwäche. Aber er bleibt immerhin schon deshalb moderat im Ton, weil man in der Mondeo-Zelle recht abgeschirmt von Geräuschen weilt. Als Diesel identifizierbar bleibt der Zweiliter aber schon, was nicht unsympathisch ist.

Jetzt auch mit Hybrid

Ab nächstem Jahr können die Interessenten für Fords Mittelkasse auch einen Hybriden wählen. Der ist mindestens 34.950 Euro teuer und bietet im Gegenzug 187 PS Systemleistung. Genau wie die ab Start verfügbaren Econetic-Varianten (ab 28.750 Euro) glänzt er mit weniger als 100 Gramm CO2 pro Kilometer und erfüllt damit die Effizienz-Klasse A+. Glaubt man dem Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, Wolfgang Kopplin, werden die Verkäufe des Benzin-Stromers allerdings nur zwei Prozent an der Gesamtpalette ausmachen, zumal er nur als viertürige Limousine erhältlich ist. Eine kurze Runde mit dem Doppelherzler bescheinigt ihm zwar quirligen Vortrieb, aber auch das typische Muster der leistungsverzweigten Kraftübertragung: Bei kräftigem Gaseinsatz verharrt die Drehzahl oben, während es zügig auf Tempo geht – das mag der Europäer im Gegensatz zum Amerikaner für gewöhnlich nicht. Ganz schön zügeln muss man das Temperament aber, wenn es rein elektrisch vorangehen soll. Zwar verspricht das Werk bis zu 135 km/h ohne Verbrenner, aber das bleibt wohl Theorie. Potent genug wäre die rund 120 PS starke und 250 Newtonmeter übertragende Elektromaschine schon, doch der Akku ist mit 1,4 Kilowattstunden einfach zu klein, als dass er nachhaltig Energie liefern könnte für ausgiebige Elektrofahrten.

Ganz auf modern macht der Mondeo mit seinem Enter- und Infotainment. Die Topvarianten zeigen mit großflächiger TFT-Fläche im Kombiinstrument, was Stand der Technik ist. Erfreulich, dass es gleich mehrere Infofelder gibt. So können beispielsweise die Bordcomputer-Werte und etwaige Zielführungspiktogramme der Navigation gleichzeitig dargestellt werden. Apropos Navigation: Analog zum gelifteten Focus gibt es ein komplett neues System mit intuitiv bedienbarem Touchscreen und schönem Kartenbild. Hinzu kommt eine Vielzahl an Funktionen, darunter auch die Möglichkeit, diverse Handy-Applikationen auf dem großen Monitor abzubilden und von dort aus zu steuern. Ab Mitte 2015 gesellt sich zu den ohnehin schon vielen Varianten eine Allradversion (in Verbindung mit den 150-PS- und 180-PS-Dieseln). Abgesehen davon wird es noch eine maximal luxuriöse Vignale-Ausführung geben. Hoffentlich mutet Ford seinen Kunden da nicht zu viel Qual der Wahl zu. (mg/sp-x)

 
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