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Galerie: Test Honda Civic 2.2 CDTi

Test: Honda Civic 2.2 CDTi

Spacig, spaßig, sparsam

27.05.2009

Futuristische Designs – viele Autos mit wegweisender Optik werden schnell langweilig. Anders der Honda Civic: Selbst nach drei Jahren kann er noch auf- und gefallen. Ein Gesicht in der Menge mit Nachhaltigsmoment, bei dem dank leichter Karosseriekosmetik einige kleinere Schminkfehler zum Modelljahr 2009 entschärft wurden. Unverändert beeindruckend ist der Kompakt-Honda dank des großartigen Diesels und seines cleveren Innenraumkonzepts.

So handelt es sich trotz einer eigenwilligen, coupéartigen Form um einen veritablen Fünftürer mit gutem Platzangebot. Die Fondtüren kaschiert Honda mit einem gestalterischen Trick: die Türgriffe sind im Fensterrahmen versteckt. Obwohl optisch ein Dreitürer, können Fondpassagiere über eigene Türen den gut bemessenen Innenraum entern. Zusammen mit dem Staufach im Ladeboden liegt das Kofferraumvolumen in der Normalkonfiguration bereits bei unschlagbaren 456 Litern.

Klappt man die Lehnen der Vordersitze nach vorne, senken sich die Sitzflächen gleichzeitig mit ab und wächst der Stauraum auf über 1.350 Liter. Alternativ lässt sich die Fondsitzfläche nach oben klappen, was zwischen Rückbank und Vordersitzen einen idealen Platz für hohes Ladegut wie Fahrräder schafft. Im Kompaktsegment bleibt der Civic mit diesem Konzept weiterhin Kofferraum-König. Einziger Wermutstropfen: Die Übersicht nach hinten ist etwas bescheiden.

Erfrischend anders

Galerie: Test Honda Civic 2.2 CDTiVorne präsentiert sich ein Arbeitsplatz mit besonders eigenwilligem Flair. Neben vielen verschiedenen Formen ist auch der Materialmix etwas zu abwechslungsreich. Die Qualität der Kunststoffe und die Verarbeitung sind gut, erreichen allerdings kein Spitzenniveau. Trotz vieler Design-Experimente ist eine weitgehend gewohnte Funktionalität geboten. Es gibt aber auch fragwürdige Lösungen. So wird der Zündschlüssel zwar noch klassisch im Lenkradschloss versenkt und dann auf Zündung gedreht. Doch den Motor muss man über einen roten Knopf links vom Volant starten. Obwohl etwas umständlich, macht man nach einer kurzen Gewöhnungszeit beide Handbewegungen gleichzeitig.

Galerie: Test Honda Civic 2.2 CDTiWird der rote Knopf gedrückt, macht der 2,2-Liter-Diesel mit üblichen Dieselgeräuschen auf sich aufmerksam, beeindruckt nach kurzer Warmlaufphase aber mit hoher Laufkultur. Der 2,2-Liter-Common-Rail mit 340 Newtonmetern Drehmoment und 140 PS bietet einen sehr gleichmäßigen, fülligen Vortrieb ohne Turboloch oder Anfahrschwäche. Schaltfaul lässt sich der 2.2 CTDi in der Stadt bewegen, souverän läuft er auf langer Strecke. Die perfekt abgestufte Sechsgang-Schaltung verwöhnt zudem mit unverschämt gutem Schaltgefühl.

Gemäßigter Express-Zuschlag

Bei unserer Sprintmessung haben wir statt der angegebenen 8,7 gut eine Sekunde länger gebraucht. Dafür bewegte sich die Tachonadel zeitweilig jenseits der 220 km/h und damit deutlich über die angegebene Höchstgeschwindigkeit von Tempo 205. Auch beim Verbrauch lagen wir über der Herstellerangabe: Die optimistischen 5,3 Liter haben wir bei flotter Fahrweise zwar um gut zwei Liter übertroffen, ein Schluckspecht ist der Diesel-Civic dennoch nicht: Selbst auf Vollgasetappen blieb der Spritkonsum noch unterhalb von neun Litern.

Galerie: Test Honda Civic 2.2 CDTiUnd Schnellfahrten sind eine Paradedisziplin des Diesel-Civics. Der Wagen liegt präzise und ruhig auf der Straße. Allerdings ist die Vorderachse stark unterdämpft. Was bei glattem Untergrund kaum stört, sorgt auf Kopfsteinpflaster für übertriebene Härten. Dafür gibt sich der 1,4-Tonner betont kurvenwillig. Die direkte Lenkung und eine stabile Straßenlage mit gemäßigter Wankneigung sorgen für gehobenen Kurvenspaß. Wer übertrieben schnell fährt, wird einen etwas kopflastigen, gutmütigen Untersteuerer erleben, der dank ESP aber stets sicher auf Kurs gehalten wird.

Kein Schnäppchen mehr

Galerie: Test Honda Civic 2.2 CDTiEtwas ins Schlingern könnte der geneigte Civic-Käufer vielmehr angesichts der selbstbewussten Preispolitik von Honda kommen. Das Basismodell des Civic 2.2 CDTi kostet immerhin schon 23.600 Euro, was etwa auf dem Niveau für einen vergleichbaren VW Golf 2.0 TDI liegt. Unser Testwagen war sogar mit allen verfügbarem Schnickschnack ausgestattet. Zu der Executive genannten Top-Ausstattung (27.000 Euro) kommen noch das Navisystem (2.700 Euro) und die Ledersitze (1.400 Euro) hinzu und treiben den Gesamtpreis auf 31.000 Euro. Damit ist der kompakte Honda zumindest preislich keine Alternative zu den Mitbewerbern deutscher Hersteller.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Honda Civic 2.2 CDTi
Ausstattungsvariante   Executive
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.255/ 1.765 / 1.460
Radstand (mm)   2.620
Wendekreis (m)   11,8
Leergewicht (kg)   1.422
Kofferraum (Liter)   456
Bereifung Testwagen   225/45 R 17
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   2.204 / 4, Reihe
Leistung (PS)   140
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   340 / 2.000
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,3
CO2-Emissionen (g/km)   140
AS24-Verbrauch (l/100km)   7,5
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   8,7
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   9,8
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   205
Preise    
ab (Euro)   26.890
Empfohlene Extras   Mit der Ausstattung Executive ist der Civic nahezu lückenlos gut bestückt.
 
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Fazit

Galerie: Test Honda Civic 2.2 CDTiIn zwei Punkten kann sich der Honda Civic von seinen Mitbewerbern deutlich absetzen. Erstens: Obwohl zum Modelljahr 2009 leicht überarbeitet, setzt sein Styling innen und außen weiterhin außergewöhnlich interessante Akzente. Trotz dieser gestalterischen Experimente sind dennoch Funktionalität und Alltagstauglichkeit hoch. So ist (zweitens) der schluckfreudige und variable Kofferraum des Civic weiterhin Referenz in der Kompaktklasse.

Hinzu kommt ein Dieselmotor, der trotz einiger Dienstjahre noch immer mit Laufruhe und einem gleichmäßigen Durchzug begeistern kann. Wer gerne auch mal schnell durch Kurven fahren will, findet mit dem Civic zudem einen sehr willigen Partner. Allerdings ist der Japaner auf der Vorderachse zu hart und kann beim Komfort nicht überzeugen. Hart kann sich auch die Finanzierung gestalten, denn mit dem Civic hat sich Honda endgültig aus der Schnäppchen-Liga verabschiedet.

Galerie: Test Honda Civic 2.2 CDTi

 
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