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Galerie: Test Honda Civic

Test: Honda Civic

Unbekanntes fahrendes Objekt

12.06.2006

Die Reaktionen ähneln sich frappierend. Wo der rote Honda Civic fährt oder parkt, er zieht die Blicke auf sich. Da kann es durchaus vorkommen, dass einen wildfremde Menschen am Supermarktparkplatz bitten, mal einen Blick in den Innenraum werfen zu dürfen. Um dann den staunenden Mund gar nicht mehr zuzukriegen.

Nein, langweilig ist der neue Civic wirklich nicht. Wie einem Science Fiction-Film entsprungen bricht er mit dem gängigen, zuweilen biederen Design der Kompaktklasse. Ein VW Golf sieht eben aus wie ein Golf. Opel Astra und Ford Focus sind zwar mutiger gestaltet, doch an deren Anblick hat man sich inzwischen auch gewöhnt. Der Civic ist für die meisten immer noch ein Ufo - ein unbekanntes fahrendes Objekt.

Entsprechend erstaunt reagieren die Neugierigen dann, wenn sie erfahren, dass ein ganz normaler Honda vor ihnen steht. Normal, was die Antriebstechnik, die Vor- und Nachteile im Alltag und den Preis anbelangt.

Bildschirm-Pracht

Galerie: Test Honda CivicZuerst aber noch einmal ein bisschen Kino: In einem weiten Schwung zieht sich das Armaturenbrett um den Fahrer. Zentral hinter dem formschönen Lenkrad illuminieren der Drehzahlmesser und ein kleines Multifunktionsdisplay. In einem Extrabildschirm darüber flimmern die Zahlen des Digitaltachos. Rechts davon wieder ein Display: Uhr und Radio. Und noch weiter rechts findet sich das eigentliche Zentraldisplay. Klingt ein wenig überladen, ist aber hervorragend ablesbar - solange die Sonne nicht frontal draufknallt.

Die Kunststoffe sind hochwertig und die Klavierlack-Intarsien schön. Allerdings trüben Knistergeräusche an den Lüftungsdüsen in der Mittelkonsole den guten Verarbeitungseindruck.

Drehen, drücken, starten

Galerie: Test Honda CivicZum Motorstart muss der Zündschlüssel gedreht und der Startknopf links vom Tacho gedrückt werden. Im Falle unseres Testwagens erwacht ein 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 140 PS. Ein typischer Honda-Motor, der seine Maximalleistung erst bei vergleichsweise hohen 6.300 U/min erreicht und insgesamt auf hohe Drehzahlen steht. Die Drehfreude, vor allem aber die Durchzugskraft, hält sich in Grenzen. Und so kann man sich beim Beschleunigen des Eindrucks nicht erwehren, dass der Wagen mehr wiegt als die tatsächlich nur knapp 1,3 Tonnen.

Bis Tempo 100 geht es trotzdem flott voran, spricht der Motor bissig auf Gasbefehle an. Doch auf der Autobahn geht dem Civic bald die Luft aus. Bis zur Höchstgeschwindigkeit von über 205 km/h braucht es einen auffälligen langen Anlauf. Und um an Steigungen die Geschwindigkeit zu halten, muss früh herunter geschaltet werden. Bei hohen Drehzahlen wird der Motor zudem laut.

Sparsam und narrensicher

Galerie: Test Honda CivicBei humaner Fahrweise belohnt einen das Triebwerk dafür mit günstigen Verbrauchswerten. Um die sieben Liter pro 100 Kilometer sind es im Schnitt. Gibt man oft Stoff, bewegt sich der Durchschnittskonsum um die zehn Liter. In unserem Test kamen wir insgesamt auf 8,3 Liter - ein guter Wert.

Was die Fahreigenschaften betrifft, überzeugt der Honda Civic in fast allen Belangen. Die angenehm straffe Lenkung arbeitet präzise und vermittelt guten Fahrbahnkontakt. Das manuelle Sechsganggetriebe erlaubt schnelle Gangwechsel. Und im Grenzbereich benimmt sich der Civic absolut narrensicher - auch bei ausgeschaltetem ESP passiert nie mehr als ein gut berechenbares Untersteuern. Kurvige Strecken sind ganz klar das Lieblingsrevier des agilen Honda.

Hart und unübersichtlich

Galerie: Test Honda CivicEbenso tadellos sind der Geradeauslauf und das insgesamt zurückhaltende Geräuschniveau im Innenraum. Alles wunderbar, wäre da die Fahrwerksabstimmung nicht viel zu straff ausgefallen. Egal ob in der Stadt, auf welligen Autobahnen oder nicht hundertprozentig ebenen Landstraßen - man hat stets das Gefühl, mit einem Sportfahrwerk unterwegs zu sein.

Auch die futuristische Karosserie hat nicht nur Vorteile. Die Übersichtlichkeit ist nach allen Seiten schlecht, vor allem nach hinten: Immer ist der in die Heckscheibe integrierte Spoiler als dicker Querbalken im Weg. Weitere Nachteil dieser Konstruktion: Einen Heckscheibenwischer sucht man vergebens.

Das Platzangebot und der Sitzkomfort ist an allen Plätzen gut. Der Fahrer findet dank eines in der Höhe und Tiefe verstellbaren Lenkrads schnell die passende Sitzposition, die Polster sind bequem und die Seitenwangen angenehm straff. Über mangelnde Beinfreiheit brauchen sich auch die Fondpassagiere nicht zu beschweren. Großgewachsene müssen allerdings etwas den Kopf einziehen.

Schlauer stauen

Galerie: Test Honda CivicHervorragend gelöst wurde die Kinematik der geteilt umlegbaren Rückbank. Beim Vorklappen der Lehne versinken die Sitzflächen automatisch nach vorne-unten. Heraus kommt ein topfebener Ladeboden und ein maximales Ladevolumen von 1.352 Liter. Im Fünfsitzer-Modus fast der Kofferraum ebenso überzeugende 456 Liter.

Der Honda Civic 1.8 ist ab 19.300 Euro erhältlich. In der von uns getesteten Topausstattungslinie Executive kommt er auf 22.400 Euro. Die Serienausstattung ist hier äußerst großzügig. Zu den erwähnenswerten Sicherheitsfeatures zählen unter anderem Airbgas rundum, aktive Kopfstützen vorne, ein Fahrstabilitätsprogramm (VSA), ein Bremsassistent und Nebelscheinwerfer. Auch beim Luxus wird nicht gespart. So gehören elektrische Fensterheber, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Tempomat, ein Panoramadach, ein MP3-fähiges CD-Radio, Sitzheizung (vorne), 17-Zoll-Alufelgen, Licht- und Regensensor sowie Xenonscheinwerfer von Haus aus mit dazu.

Fazit

Kein Ufo, ein Honda Civic: Der innen wie außen konsequent futuristisch gestaltete Japaner ist ein echter Hingucker, aber nicht frei von kleinen Schwächen. Die auffällige Optik beeinträchtigt die Übersichtlichkeit, das sportlich agile Handling wird über ein insgesamt zu straff abgestimmtes Fahrwerk erkauft und der 140 PS starke 1,8-Liter-Benziner ist zwar grundsätzlich sehr sparsam, aber nicht besonders spritzig. Der Preis von über 22.000 Euro für die Top-Linie wirkt nur auf den ersten Blick gesalzen, denn die Serienausstattung des Executive ist beinahe überschwänglich.

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