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Galerie: Test Honda CR-V 2.2 iCDTi

Test: Honda CR-V 2.2 iCDTi

Ein Honda für alle Fälle

31.05.2007

Früher fuhr Colt Sievers in "Ein Colt für alle Fälle" einen alten GMC Sierra und scheute vor keinem noch so halsbrecherischen Stunt zurück. Doch auch Helden kommen in die Jahre und werden ruhiger. Mittlerweile erfahren wir in der TV-Werbung dass der „Unknown Stuntman“ einen Honda CR-V fährt. Und der nimmt ihm dank seiner vorbildlichen Sicherheitsausstattung die Arbeit ab.

Wie damals rast Colt Sievers im aktuellen Honda-Werbespot auf einen LKW mit Laderampe zu. Jeder wartet auf den spektakulären Sprung. Und was passiert? Nichts! Lässig fährt er an dem Laster vorbei. Warum? Weil ihn das CMBS im Honda CR-V vor einem Crash gewarnt hat.

Klingt komisch…

Galerie: Test Honda CR-V 2.2 iCDTiHinter dem kryptischen CMBS versteckt sich das Collision Mitigation Brake System, zu Deutsch so etwas wie ein Aufprall-Verhinderungs-Brems-System. Solche elektrischen Helfer sind zwar mittlerweile aus der Oberklasse bekannt, der CR-V ist aber das erste SUV, das sich damit ausstatten lässt.

Der CR-V misst den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Verringert dieser sich plötzlich, warnt das System den Fahrer durch Piepsen und dem Hinweis „Bremsen“ auf dem Display. Reagiert der Lenker nicht, strafft das System automatisch die Gurte und leitet eine Bremsung mit rund 60 Prozent der maximalen Verzögerung ein.

… ist aber gut.

Dann sollte selbst ein in die Jahre gekommener Stuntman merken, dass es brenzlig wird und kann im besten Fall noch ausweichen. Und schafft dies der Fahrer nicht mehr, genügt schon ein sanfter Tritt aufs Bremspedal und der CR-V steigt vollautomatisch voll in die Eisen.

Dabei sieht man dem CR-V gar nicht an, wie viel Technik in ihm steckt. Optisch wirkt das SUV nur wenig spektakulär. Die Front ist wuchtig aber unverspielt, das Heck zieren wie schon beim Vorgänger hochkant stehende Rückleuchten. Gefällig und in sich stimmig wirkt der Honda aber allemal.

Aufgeräumter Arbeitsplatz

Galerie: Test Honda CR-V 2.2 iCDTiDas Cockpit des CR-V ist aufgeräumt, hier findet sich auch Sievers schnell zurecht. Der Schalthebel ist, eingebettet in silbernem Hartplastik, griffgünstig in der Mittelkonsole platziert. Darüber befinden sich die Klimaanlage sowie der Touchscreen für Navi und Radio. Um das Entertainment-System zu bedienen bedarf es aber einer kleinen Einführung.

Die hohe Sitzposition erlaubt einen guten Überblick, nur die C-Säule stört die Sicht beim Schulterblick. Fächer in den Türen, der Mittelkonsole sowie die Cupholder bieten Platz für Kleinkram. Größeres Gepäck kommt in den 524 Liter großen Kofferraum. Die Rückbank ist 40:60 teilbar und vergrößert den Stauraum bei Bedarf auf 955 Liter. Der doppelte Ladeboden dagegen erweist als etwas fummelig und kann getrost weggelassen werden. Erfreulich ist die niedrige Ladekante.

Nur ein Diesel

Honda bietet den CR-V nur mit einem einzigen Selbstzünder an. Das 2,2 Liter große i-CTDi-Diesel fährt serienmäßig mit einem Rußpartikelfilter vor und leistet 140 PS. Seine 340 Newtonmeter Drehmoment verwaltet ein leichtgängiges Sechsgang-Getriebe mit kurzen Schaltwegen.

Leider fehlt es dem Vierzylinder etwas am Durchzug, eine spürbare Anfahrschwäche kann nicht wegdiskutiert werden. Zudem gönnt sich der Turbo eine lange Gedenksekunde beim Tritt aufs Gaspedal. Erst in höheren Drehzahlbereichen wird das Aggregat spritziger. Gefühlt dauert der Sprint auf Tempo 100 länger als die angegebenen 10,3 Sekunden.

Serienmäßig Allrad

Galerie: Test Honda CR-V 2.2 iCDTiSerienmäßig wird der Honda CR-V mit dem Dual Pump-Allradantrieb ausgeliefert. Dual Pump bezeichnet die Bauweise mit zwei hydraulischen Pumpen, jede wird von je einer Achse angetrieben. Laufen beide Achsen gleich schnell, wird kein Druck erzeugt. Erst wenn die Vorderräder durchdrehen, laufen beide Pumpen mit ungleicher Geschwindigkeit und ein Druck wird aufgebaut. Dieser wiederum wird an eine Mehrscheibenkupplung übertragen, die die vordere Kardanwelle mit dem Heckdifferenzial verbindet.

In der Praxis heißt das, dass der CR-V unter Normalbedingungen als spritsparender Fronttriebler unterwegs ist. Erst bei Bedarf, das heißt mangelnden Grip an den Vorderrädern wird die Hinterachse mit Kraft versorgt. So lässt sich ein Durchschnittsverbrauch von knapp über sieben Litern Diesel je 100 Kilometer problemlos erreichen.

Die straffe Tour

Galerie: Test Honda CR-V 2.2 iCDTiDas Fahrwerk ist mit seiner straffen Abstimmung auf furchtlose Stuntmans bestens vorbereitet. Allerdings hat dies zur Folge, dass Querfugen unangenehm durchschlagen. Seitenneigung dagegen ist trotz einer Höhe von 1,68 Metern kein Thema für den CR-V. Die Lenkung ist SUV-typisch etwas indirekt und leider auch gefühllos. Mehr Rückmeldung würde für weniger Korrekturarbeit sorgen.

Erhältlich ist der Honda in drei Ausstattungsvarianten, der Einstieg in die Dieselwelt beginnt bei 29.400 Euro. Klimaanlage, Radio mit CD und elektrische Fensterheber sind schon mit an Bord. Das Sicherheitspaket mit CMBS, Abstandstempomat und Kurvenlicht schlägt mit 2.950 Euro aufs Budget, das DVD-Navigationssystem kostet sogar stolze 3.250 Euro.

Fazit

Ein Auto mit dem sich sogar gestandene Filmhelden zeigen, kann doch nur gut sein. Und genau das ist der Honda CR-V, wenn auch mit kleinen Einschränkungen. Dazu zählen vor allem der etwas träge Dieselmotor und die ungenaue Lenkung. Auf der ganze Linie überzeugen kann der CR-V dagegen durch seine umfangreichen Sicherheitsfeatures (gegen Aufpreis), die sonst in diesem Segment keiner vorweisen kann. Über 3.000 Euro für ein Navi zu verlangen, ist allerdings happig, da tun es auch tragbare Geräte.

 
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