Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Früher, als ja bekanntlich alles noch besser war, fuhr man mit einer Straßenlimousine auf der Straße und mit einem Geländewagen im Gelände. Jetzt aber, da die Geländewagen nicht mehr Geländewagen sondern SUV heißen, haben sie ihren natürlichen Lebensraum verlassen und den heißen Asphalt der Großstadt erobert. Im Dschungel von Einbahnstraßen und Tempo-30-Zonen haben wir das Synonym für exorbitanten Spritverbrauch getestet - den Hummer H3.
Kaum eine Beschreibung des Hummers - und sei es nur der kleine H3 - kommt ohne Adjektive wie „riesig“, „monströs“ oder „mächtig“ aus. Dabei ist das aus einem US-Militärfahrzeug hervorgegangene SUV ja gar nicht so groß, wie alle immer tun. Gut, 4,78 Meter sind mehr als ein VW Golf misst, doch schon ein 5er BMW überragt den H3 um sechs Zentimeter.
Hoch und Breit
Was den Hummer so wuchtig erscheinen lässt sind die beiden anderen Dimensionen: 1,94 Meter misst der H3 in der Breite, nach oben sind es 1,90 Meter. Selbst deutlich längere Vertreter seiner Gattung, wie den Mercedes GL, stellt der Amerikaner damit in den Schatten - der Benz kommt nur auf 1,92 Meter (Breite) beziehungsweise 1,84 Meter (Höhe).
Hinzu kommt die konsequente Fixierung der Kreativen auf die ausgeprägte Kastenform. Während die Designer anderorts versuchen, mit geschwungenen Formen und coupéartigen Linien Dynamik ins Blechkleid zu zaubern, setzt General Motors auf Geradlinigkeit und kubisches Design: In Anbetracht eines Hummers dürfte manch eine Schrankwand vor Neid erblassen. Besonders die üppigen Radkästen und der glänzende, geschlitzte Kühlergrill ziehen die Blicke auf sich.
Schießscharten
Und dann sind da noch die schmalen Fenster, die von innen mehr noch als von außen wie Schießscharten wirken. So ganz wollte man die militärischen Gene also doch nicht loslassen. Doch egal, der Blick nach Vorne und zur Seite ist - abgesehen des trotz immenser Spiegel großen toten Winkels - einwandfrei. Und die Sicht nach hinten leitet ohnehin unter der hohen Karosserie.
Egal, wie groß die Scheiben auch wären, normale Autos verschwinden schlichtweg hinter dem Hummer. Hinzu kommt das an der Hecktür montierte Reserverad, dass die Aussicht zusätzlich einschränkt. Eigentlich kein Problem, in Zeiten von Parksensoren - wenn es die bei Hummer denn gäbe! Die elektrischen Helfer sind selbst gegen Aufpreis nicht ab Werk zu bekommen sondern müssen selbst nachgerüstet werden.
Komfort im Innenraum
Durch große Türen gelangt man in den geräumigen Innenraum und findet sich vor einem aufgeräumten Cockpit wieder. Das Armaturenbrett umfasst klassische Rundinstrumente und eine Ganganzeige für die Automatik. Schnickschnack wie Bordcomputer oder Info-Display gibt es nicht. Genauso aufgeräumt ist die senkrecht stehende Mittelkonsole, drei Regler für die Klimaanlage, ein einfaches Radio und drei Tasten für den Allradantrieb. Per Knopfdruck lässt sich die Kraftverteilung zwischen den Achsen sperren beziehungsweise die Getriebeuntersetzung aktivieren. Gut zu wissen, dass man mit dem Hummer ins Gelände könnte…
Reichlich Platz bietet der Hummer auch für Gepäck, nur die Hecktür ist unpraktischer als es eine konventionelle Klappe wäre. Zwischen 835 und 1.577 Liter passen in den Kofferraum. Noch besser: Maximal kann man bis zu 2.268 Kilogramm an den Hummer anhängen. Somit empfiehlt sich der H3 als optimales Zugfahrzeug, zum Beispiel für Pferdeanhänger.
Entspannt ankommen
Die Lieblingsdisziplin des H3? Ganz klar, entspanntes Cruisen auf der Autobahn: Unsere Teststrecke: München - Hamburg. Im Rotlichtviertel der Hansestadt fühlt sich der Hummer wohl, hier zieht er die Blicke auf sich. Kein Wunder, fahren doch vor allem Kleinkriminelle die große Karre! Aber zurück ins Auto: Die großen, weichen Ledersessel laden zum Relaxen ein, vorne wie hinten sitzt es sich komfortabel. Zugegeben, Seitenhalt ist dem Gestühl ein Fremdwort. Aber: Der Hummer ist ohnehin kein Freund von Kurven, schließlich kommt er aus dem Land der endlosen Geraden.
Dementsprechend haben auch die Fahrwerksingenieure ihr Werken ausgerichtet. Butterweich federt der Koloss Unebenheiten weg, gleitet sanft über fiese Querfugen und schont seine Passagiere. Verständlich, dass der H3 bei solch komfortbetonter Abstimmung in schnell gefahrenen Kurven zu Wanken anfängt. Zumal über zwei Tonnen Leergewicht spürbar nach außen drängen.
Es zieht
Damit sich die Masse einigermaßen flott in Bewegung setzt, verbaut GM im Basis-H3 einen 3,7 Liter großen Fünfzylinder. Mit 244 PS und maximal 328 Newtonmeter Drehmoment schafft der Hummer immerhin Tempo 158. Allerdings übertönen schon ab 130 km/h die Windgeräusche den turbinenähnlichen Sound des Motors; schuld ist die nicht vorhandene Aerodynamik. Wem die Leistung nicht reicht, der muss zum 305 PS starken V8 mit 5,3 Litern Hubraum greifen.
Wenngleich Hummer den H3 ab Werk mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe anbietet, gehört zu dem SUV doch eindeutig eine Automatik. Und wenn es nur die gegen Aufpreis erhältliche Viergangautomatik ist. Die erledigt ihren Job dafür zuverlässig und unauffällig, trägt aber nicht gerade um Spritsparen bei - ohnehin keine Paradedisziplin des Hummers.
Womit wir auch beim größten Manko des Fünfzylinders sind: er konsumiert Benzin, und davon etwa so viel wie ein afrikanischer Kleinstaat! Laut Datenblatt soll der H3 sich mit 15 Litern je 100 Kilometer begnügen, die Realität liegt leider weit darüber. Selbst auf langen Autobahnetappen konnten wir die Herstellerangaben nicht erreichen.
Fast ein Schnäppchen
Im Verhältnis zu den hohen Unterhaltskosten ist die Beschaffung des Hummer fast schon günstig: Ab 36.890 Euro gibt es den H3 mit Fünfzylinder und manuellem Getriebe, für den Automaten verlangt GM 2.100 Euro extra. Schwieriger ist es, einen Händler zu finden, der die SUVs vertreibt. Momentan gibt es deutschlandweit zwölf Hummer-Niederlassungen plus zwei Servicestationen. Hinzu kommt ein Hand voll freier Händler, über die man das SUV beziehen kann.
Fazit
Der Hummer H3 ist genau das Richtige, um aufzufallen. Zwischen all den BMW X3, VW Tiguan und wie sie alle heißen sticht der Kastenwagen heraus, wie ein Elefant im Zebragehege. In Sachen Komfort gibt es keinen Tadel, auch längere Strecken lassen sich problemlos meistern. Sportlichkeit darf man dagegen nicht erwarten - tut man aber ja auch nicht! Wichtigster Kritikpunkt ist der immense Spritverbrauch. Selbst die angegebenen 15 Liter sind hoch und der tatsächliche Konsum liegt noch deutlich drüber! 
Alfa Romeo Aston Martin Audi Auto und Recht Bentley BMW Cadillac Chevrolet Chrysler Citroën Dacia Daihatsu Dodge Ferrari Fiat Ford Honda Hyundai Infiniti Jaguar Jeep Kia Lada Lamborghini Lancia Land Rover Lexus Lotus Maserati Mazda Mercedes-Benz Mini Mitsubishi Nissan Opel Peugeot Porsche Renault Rolls Royce Saab Seat Skoda Smart SsangYong Subaru Suzuki Toyota Volkswagen Volvo
Cabrios Carsharing Erstkontakt Erlkönige Elektromobilität Frühjahr Gebrauchtwagen Geld Grenzbereich Messen Motorrad Neuheiten Offroad Ratgeber Kommentare Recht Reise Reifen Specials Sicherheit Sportwagen SUV Technik Tests Tuning Umwelt Vergleichstests Winter
23.05.2012
Erstkontakt: Mercedes-Benz G-Klasse - Aufgetakelte Alte: Wieder einmal gab es für die G-Klasse ein Facelift. Di... http://t.co/MSJtsaTt
21.05.2012
Studie: VW Polo R WRC Street - Rallye-Polo für die Straße: Beim GTI-Treffen am Wörthersee hat VW eine 220 PS sta... http://t.co/ZOBQgMUe
Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen
Sie sicher mit unseren Tipps.