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Galerie: Test Hyundai i30 Kombi 1.6 CDRi

Test: Hyundai i30 Kombi 1.6 CDRi

So gut wie günstig

22.01.2014

Koreanische Hersteller wie Hyundai haben in den letzten Jahren mächtig aufgeholt und sind bei Design, Technik und Ausstattung den deutschen Herstellern schon dicht auf den Fersen. Allerdings sind damit auch die Zeiten der Schleuderpreise passé. Mittlerweile bietet Hyundai vernünftige Autos zu immerhin vernünftigen Preisen, wie wir bei einem Test mit dem 110-PS-Diesel 1.6 CRDi erfahren haben.

Einen großen Fortschritt haben die Koreaner beim Design vollzogen. Der fast viereinhalb Meter lange Kombi fällt mit expressiven Schwüngen, Kurven und Lichtkanten im Blechkleid auf, bei denen man fast schon meinen könnte, dass es Hyundai damit etwas zu gut gemeint hat. Zumindest setzen andere Hersteller wie VW und Peugeot derzeit auf eine gradlinige, sachliche Edeloptik. Doch mit seiner etwas gewagteren Linienführung kann der i30 sich in wohltuender Weise von seinem noch recht unscheinbaren Vorgängern abheben. Wenn auch in einigen Designfeinheiten akzentuiert, ist er aber keine übertrieben aufgetakelte Diva, sondern ein Auto für den Massengeschmack, der durchaus gefällt und nicht polarisiert. Insofern macht sich der i30 in eigentlich jedem Carport ein durchaus gute Figur.

Modern, aber nicht der ganz feine Schick

Galerie: Test Hyundai i30 Kombi 1.6 CDRiEinen ähnlich gefälligen Durchschnitt bietet auch der Innenraum mit einem zeitgemäß durchgestylten, jedoch nicht betont modernen Ambiente. Die Oberflächen sind abwechslungsreich, die Verarbeitung gut, die Ergonomie einwandfrei. Allerdings fehlt dem Ensemble auf Basis der mittleren Ausstattung Trend ein gewisses Etwas, eine besondere Seele und ein paar feine Wow-Details. Ein Golf etwa hat in seiner Topausstattung gleich dutzendweise feine Chromleisten im Cockpit verstreut. Doch die Kostenoptimierer bei Hyundai haben auf solche Feinheiten verzichtet.

Ansonsten empfängt der i30 seine Gäste mit einem modern-funktionalem Interieur. Aufgeräumt ist es hier und finden sich zudem reichlich praktische und großzügig geschnittene Ablagen und Staufächer. Das Kombiinstrument zeigt vorbildlich klar auf klassischen Rundinstrumenten die wichtigen Fahrinformationen an, die durch ein dazwischen liegendes Farbdisplay um weitere Infos ergänzt werden. Zentral im Armaturenbrett befindet sich ein schick eingelassenes und wunderbar bedienbares Infotainment-Navisystem, welches technisch schon etwas in die Jahre gekommen ist, aber angesichts seines Preises von moderarten 1.250 Euro immer noch als gute Alternative zum fast doppelt so teuren Golf-Pendant taugt. Und an ein für Smartphone-Nutzer wichtigen USB-Anschluss hat man bei Hyundai auch gedacht.

Reichlich Entfaltungsspielraum

Galerie: Test Hyundai i30 Kombi 1.6 CDRiPunkten kann der i30 auch mit seinem Platzangebot. Die Kopffreiheit ist schon fast verschwenderisch, auch in der Länge können sich die vorderen Insassen gut entfalten und werden zudem von angenehm konturierten Sitzen sanft umklammert. Im Fond ist die Kniefreiheit gut, allerdings nicht ganz auf Golf-Niveau. Dafür gibt es keinen Kardantunnel und insofern taugt der i30 sogar als Fünfsitzer für Erwachsene.

Und er taugt noch als geräumiger Gepäckaufnehmer, denn hinter seiner großen, grundsätzlich nur per Handarbeit sich öffnenden Heckklappe lassen sich schon mal 528 Liter einladen. Das Gepäckabteil ist ordentlich mit Textilien ausgekleidet, bietet Verzurrösen, ein serienmäßiges Trennnetz und einen mehrteilig hochklappbaren Zwischenboden, der in einer robusten Plastikschale noch zusätzliche Fächer für Kleinkram bereit hält.

28 Liter mehr Platz als im Golf Variant

Galerie: Test Hyundai i30 Kombi 1.6 CDRiBesondere Größe zeigt der i30 Kombi, wenn man den maximalen Stauraum einfordert. Zwar ist der Umbau einerseits etwas fummelig, denn für einen ebenen Laderaumboden muss man außerdem noch händisch die Sitzfläche der Rückbank hochklappen, doch die dann tief liegende Lehne ermöglicht ein Stauvolumen von stolzen 1.648 Litern. Im Kompaktsegment ist das ein sehr guter Wert, mit dem der Koreaner sogar den Golf Variant um 28 Liter übertrumpft.

Im Vergleich zu anderen Mitbewerbern könnte man aber auch ein paar Annehmlichkeiten vermissen. So gibt es für den i30 keine Fernentriegelung der Rückbanklehne und auch kein spezielles Ordnungssystem mit einer in Schienen arretierbaren Teleskopstange. Auch hier verfolgt Hyundai die Strategie einer kostenoptimierten und vernünftigen Ausstattungspolitik. Entscheidend verbessern können solche Nettigkeiten den Autoalltag freilich nicht und sind es andererseits ja auch wieder Preistreiber, auf die man auch getrost verzichten kann.

Angemessen flott, angemessen durstig

Ebenfalls mehr ein Motor der Vernunft denn der Verschwendungssucht ist auch der Diesel 1.6 CRDi. Die aus heutiger Sicht eher bescheiden anmutenden 110 PS und 260 Newtonmeter sind dennoch für alle Lebenslagen mehr als ausreichend. Immerhin kommt der mit gehobener Ausstattung rund 1,5 Tonnen schwere Koreaner so in 11,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und sind maximal 185 km/h drin. Ein verzeihliches Turboloch und ein etwas rauer Lauf stehen einem ordentlichen Durchzug gegenüber, mit dem man sich auf der linken Autobahnspur halbwegs behaupten kann.

Selbstredend kann man also flott unterwegs sein und entsprechend auf Expresstouren auch den Verbrauch jenseits der von Hyundai proklamierten 4,5 Liter treiben. Sechs bis sechseinhalb Liter waren es dann auf den bleifüßigeren Etappen. Doch geht es auch sparsamer und dürfte sich die Verbrauchs-Wahrheit für die meisten wohl zwischen fünf und sechs Litern einpendeln.

Komfortabel, aber kein Kurvenspezialist

Galerie: Test Hyundai i30 Kombi 1.6 CDRiFür Stadtverkehr als auch schnelle Autobahnfahrten ist das Fahrwerk gut austariert. Einerseits bietet der Unterbau ein gerüttelt Maß an entspannender Schluckfreudigkeit und liegt der i30 selbst bei Höchstgeschwindigkeit vertrauenserweckend satt und ruhig auf der Straße. In Kurven hat man bei angemessenem Tempo stets ein gutes Gefühl, wenn auch die Lenkung bereits hier eine recht synthetische Rückmeldung gibt, egal ob im per Knopfdruck wählbaren Sport- oder Komfortmodus.

Abenteuerlicher wird es allerdings, wenn man ambitioniertere Kurvenstriche anpeilt: Hier gibt sich der i30 eher patzig, wird frühzeitig vom Schleuderschutz eingebremst und lässt sich nicht so lässig-entspannt und gut berechenbar wie zum Beispiel ein Golf in Richtung Grenzbereich dirigieren. Insofern verliert man im Wortsinn schnell die Lust an gewagteren Manövern oder gar ESP-freien Experimenten und ist der kompakte Hyundai grundsätzlich ein Auto, mit dem brave und disziplinierte Fahrer gut leben können.

Günstiges Gesamtpaket

Galerie: Test Hyundai i30 Kombi 1.6 CDRiZiemlich brav gibt sich der Hyundai auch bei den Preisen. 17.400 Euro kostet die Basis mit 99-PS-Benziner, knapp über 22.000 Euro muss man für den i30 Kombi mit dem 110 PS starken 1.6er-Diesel berappen, den Hyundai erst ab der mittleren Ausstattung Trend anbietet. Alternativ kann man für zusätzliche 3.000 Euro die höhere Ausstattung Style und/oder einige Ausstattungspakete ordern. Damit ist der i30 Kombi gewiss kein radikales Schnäppchen mehr, aber eben günstiger als ein vergleichbar motorisierter VW Golf Variant, für den in der mittleren Ausstattung rund 25.000 Euro fällig werden.

Golf als auch i30 bieten in den mittleren Niveaus eine recht ähnliche Ausstattung, mit einigen kleineren Unterschieden, doch unterm Strich bleibt auch ausstattungsbereinigt der Preisunterschied von rund 3.000 Euro bestehen. Neben dem deutlich günstigeren Kaufpreis gibt es noch ein weiteres großes Pfund, mit dem der Koreaner wuchern kann: Für ihn gewährt Hyundai eine fünfjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung.

 
Fazit

Mario Hommen

Klare Sache: Mit dem Hyundai i30 Kombi 1.6 CRDi kann man eigentlich nichts falsch machen. Der kompakte Lastesel ist ein ausgewogenes Brot-und-Butter-Auto, das in so ziemlich allen Belangen ein gutes, zeitgemäßes Niveau zu vergleichbar günstigen Preisen bietet. Der Diesel entspricht dieser ausgewogenen Vernunft-Philosophie, denn sein eher zurückhaltendes längsdynamisches Naturell sorgt für entsprechend zurückhaltende Verbrauchswerte. Zu den weiteren Vorzügen des i30 Kombi gehören das großzügige Platzangebot, eine tadellose Verarbeitung, der attraktive Preis und eine vorbildliche Fünfjahres-Garantie.

Nicht ganz so brillieren vermag der in Europa gebaute Koreaner allerdings mit der Fahrwerksabstimmung. Zwar ist der Unterbau ausgewogen komfortabel, doch wer gerne auch mal betont flott durch Kurven fegen möchte, wird den i30 dann als eher ungelenken Wegbegleiter erleben.

Als weiteres Manko könnte man dem i30 noch ankreiden, dass er im Vergleich zu vielen europäischen Mitbewerbern eine eingeschränktere Auswahl an Ausstattungsmöglichkeiten bietet. Wer sich nach feinerem Luxus, den neuesten Assistenz- und den fähigsten Infotainment-Systemen sehnt, sollte sich eventuell nach einem umfangreicher aufrüstbaren VW Golf umschauen, für den man dann allerdings auch deutlich tiefer in die Tasche greifen muss.
 
 

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