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Galerie: Test Jaguar XF V8 S/C

Test: Jaguar XF V8 S/C

Power-Brite

28.10.2008

Ein tiefes Wummern tönt aus der Tiefgarage, als sich der XF Super-V8 gemächlich die Auffahrt hinauf schiebt, um kurz darauf im gleißenden Sonnenlicht seine volle Pracht zur Schau zu stellen. Doch nicht jeder vermag die Limousine auf den ersten Blick als Jaguar zu erkennen. Denn der XF bricht mit dem alten –Design der britischen Traditionsmarke.

Der S-Type-Nachfolger nimmt deutlich Abstand vom barocken Blechkleid früherer Modelle. So will man zum einen neue Käufer – die die Marke dringend nötig hat – gewinnen. Zum anderen wurden die Entwickler gescholten, mit der Neuauflage des XJ seinerzeit zu wenig Profil gezeigt zu haben. Den Vorwurf, dass der Neue kaum vom Vorgänger zu unterscheiden sei, wird beim XF wohl keiner machen.

Typische Elemente

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CUnd schon der erste Rundgang vertreibt die Zweifel, dass Jaguar mit der neuen Formensprache sein Erbe verschenkt hätte. Nach wie vor  finden sich traditionelle Elemente, etwa der - typisch Jaguar – weit eingerückte Kühlergrill, dessen verchromte Drahtwaben mit der Sonne um die Wette strahlen. Und auch die Doppel-Rundscheinwerfer hat man sich bewahrt, wenn auch jetzt unter Plastik.

Noch ansehnlicher als von vorne präsentiert sich der XF allerdings im Profil, wo die flache, elegante Linienführung am besten zur Geltung kommt. Und mit dem knackigen Hintern hat Chefdesigner Ian Cullum einen Abschluss geschaffen, der coupéhaft kurz an klassische Sportwagen erinnert und dem Jag einen krönenden Abschluss verleiht. Dabei bedeutet schick nicht gleich unpraktisch: In den Kofferraum passen 540 Liter Gepäck.

Neues Design

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CJaguars neue Formensprache setzt sich auch im Innenraum durch, wo nichts mehr an früher erinnert. Das herrschaftliche, altenglische Interieur musste einer kühlen Moderne weichen. Aluminium und dunkles Wurzelholz geben den Ton an, der verspielte Charme vergangener Generationen ist einer übersichtlichen Anordnung gewichen.

Selbst der Wahlhebel für die sanft agierende Sechsgang-Automatik musste samt der jaguartypischen L-Schaltkulisse moderner Technologie weichen. Im XF wählt der Fahrer den gewünschten Gang über einen metallenen Drehregler, der sich erst nach Starten des Motors aus dem Mitteltunnel erhebt.

Launische Technik

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CDass nicht alles Gold ist, was glänzt, merkt, wer versucht das Handschuhfach zu öffnen. Statt eines konventionellen Griffs gibt es nur noch einen ins Holzdekor eingelassenen Sensor, der – sogar berührungslos – den Deckel entriegeln soll. Allerdings scheint der Fühler seine Launen zu haben und gewährt nicht immer Einlass. Und nach mehreren gescheiterten Versuchen, das Handschuhfach zu öffnen, gibt man schließlich auf.

Ein Glück, das die weichen Ledersessel – der XF ist gar nicht mit Stoff bestellbar – zum Entspannen einladen und so schnell den Ärger vergessen lassen. Auch wer fahren lässt, kann es sich ob der ausreichenden Beinfreiheit bequem machen. Nur nach oben wird’s wegen der abfallenden Dachlinie etwas eng.

Zum Selberfahren

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CAngesichts des mächtigen Triebwerks unter der schick modellierten Haube räumt aber wohl kaum jemand freiwillig den Platz hinter dem Steuer. Denn: Im XF V8 Supercharged treibt ein 4,2 Liter großer Achtzylinder mit Kompressoraufladung sein Unwesen und demonstriert eindrucksvoll, was man durch Zwangsbeatmung erreichen kann. Er entwickelt mit 416 PS über einhundert Pferdestärken mehr, als der gleiche, ebenfalls im Jag erhältliche V8 ohne Aufladung.

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CZweiter Vorteil des Kompressors: Der Super-V8 stemmt mehr Drehmoment bei weniger Drehzahlen auf die Kurbelwelle als die Saugversion. Bei 3.500 U/min schickt er 560 Newtonmeter an die Hinterräder. Das reicht aus, um den 1,8-Tonner in knapp fünf Sekunden auf Tempo 100 zu katapultieren.

Nicht zu hastig

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CEs empfiehlt sich, den Gasfuß mit Bedacht einzusetzen, denn der Achtender spricht so spontan an, dass man dem Vordermann schnell nahe kommt. Vor allem im Stadtverkehr gilt es also, sich zu zügeln – was nicht immer leicht fällt. Schließlich animiert der Jag durchaus zu einer flotten Gangart. Und wenn es nur wegen des tiefen, dominanten Grummeln ist, dass jeder Gasbefehl dem Triebwerk entlockt.

Lässt man dem XF auf der Autobahn freien Lauf, marschiert er selbstbewusst voran und stoppt nicht, ehe er elektronisch bei 250 km/h abgebremst wird. Oder, wenn der Tank leer ist. Bei einem Testverbrauch von 14 Litern je 100 Kilometer passiert das nämlich recht zügig, im Durchschnitt kommt der Jaguar nur 450 Kilometer weit. Vom CO2-Ausstoß dabei gar nicht zu reden.

Zwei Talente

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CMimt der Brite auf dem Highway die perfekte Reiselimousine, so offenbart er abseits gerader Straßen seine sportlichen Talente. Bei der ambitionierten Kurvenhatz unterstützt der Hinterradantrieb den Fahrer mit tänzelndem Heck und die Limousien beweist, dass er auch hohen fahrdynamischen Ansprüchen gerecht wird.

Die Lenkung setzt Richtungswünsche unverzüglich und präzise um und das Fahrwerk hält auch hoher Querbeschleunigung stand. Serienmäßig ist der XF Super-V8 mit dem adaptiven CATS-System ausgerüstet, das binnen Millisekunden die Dämpferhärte variiert und an Fahrstil und –bedingungen anpasst. Dieser Technik ist es auch zu verdanken, dass der Jaguar in Wahrheit komfortabler ist, als es die ab Werk montierten 20-Zoll-Räder auf den ersten Blick vermuten lassen.

Teurer Spagat

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/CDiesen Spagat, zwischen bequemem Gleiter und straffem Sportler lässt sich Jaguar mit über 80.000 Euro bezahlen. Dafür kann sich die Serienausstattung sehen lassen, die alle üblichen Komfortextras wie Klimaautomatik, Sitzheizung und -kühlung, elektrische Sitzverstellung aber auch Bi-Xenon-Scheinwerfer, ein schlüsselloses Zugangssystem und Parksensoren umfasst.

Gegen Aufpreis bietet Jaguar Extras wie etwa ein Toter-Winkel-Warner, das Navigationssystem – dessen Bedienung durchaus ein wenig Übung erfordert – oder ein 440 Watt starkes Soundsystem an.

Fazit

Der Jaguar XF hat es nicht leicht, sich in der oberen Mittelklasse durchzusetzen: Die Konkurrenz von Mercedes, BMW und Audi ist stark. Vor allem durch sein auffälliges Design kann sich der Jag aber von seinen Mitbewerbern absetzen. Wer sich von der Masse abheben will, findet im XF ein geeignetes Fahrzeug. Und wer den Super-V8 bestellt, bekommt dazu noch den dynamischsten Vertreter seiner Gattung. Seine spontane Kraftentfaltung begeistert ebenso wie der satte Sound beim Gasgeben. Nur die Tankrechnung sorgt für wenig Freude.

Galerie: Test Jaguar XF V8 S/C

 
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