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Galerie: Test Jaguar XJ6D

Test: Jaguar XJ6D

Sparen auf höchstem Niveau

05.09.2006

München, Mailand oder die italienische Riviera - die Gegend mag noch so verwöhnt sein, mit einem Jaguar XJ fällt man positiv auf. Der Wagen gefällt, das erkennt man an den bewundernden Blicken. Nur selten zieht einer verständnislos die Augenbrauen hoch - etwa wenn die große Katze an die Tankstelle rollt und der Fahrer zum Diesel-Zapfhahn greift. Dann kommt man nicht umhin zu erklären, dass es den XJ auch als Selbstzünder gibt.

Seit mehr als einem Jahr ist die stilvolle Oberklasselimousine mit einem Sechszylinder-Diesel erhältlich. Mit 2,7 Liter Hubraum und von zwei Turboladern zwangsbeatmet leistet das Aggregat 207 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 435 Nm. Klingt nicht gerade nach wahnsinnig viel Power. Ist aber völlig ausreichend.

Denn Jaguar schwimmt mit dem XJ gegen den Strom. Werden die Konkurrenten mit jedem Modellwechsel schwerer, setzen die Briten voll auf Leichtbau. Die Karosserie besteht zu großen Teilen aus leichtem Aluminium, die Einzelteile sind vernietet und verklebt. So kommt der 5,09 Meter lange XJ6D auf ein Gesamtgewicht von 1,7 Tonnen, womit er im Umfeld von Mercedes S-Klasse, Audi A8 oder BMW 7er ein Leichtgewicht ist.Galerie: Test Jaguar XJ6D

Für den Sprint von Null auf 100 km/h braucht der XJ6D gerade einmal etwas über acht Sekunden. Und über 220 km/h Spitze schafft er auch, wenngleich er jenseits von Tempo 200 gemächlicher beschleunigt und insgesamt etwas langsamer ist als die deutschen Kontrahenten.

Ruhig Blut

Galerie: Test Jaguar XJ6DMan verzeiht es gern, schließlich ist der große Jaguar alles, nur kein Fahrzeug, das einen hetzt. Superleise gleitet die Katze dahin, senkt sich ab 160 km/h 15 Millimeter ab und zischelt kaum vernehmbar durch den Wind. Vom Motor ist gar nichts zu hören - wenn man es nicht wüsste, man käme nicht auf die Idee, dass unter der fein gewölbten Motorhaube ein Diesel arbeitet. Störend ist allerdings das leichte Zittern der Haube.

Was den Federungskomfort betrifft, haben die Fahrwerksingenieure meisterliche Arbeit geleistet. Die serienmäßige Luftfederung bügelt einfach alles glatt, was unter die 18-Zoll-Räder kommt. Bei schnell überfahrenen, langgezogenen Bodenwellen taucht die Karosse zwar leicht ein und federt dann sanft aus. Doch dieses sänftenhafte Fahrgefühl steht dem großen Jaguar ausgezeichnet.

Ruhig etwas schneller

Galerie: Test Jaguar XJ6DUmso erstaunlicher sind die Handlingeigenschaften. Agil und präzise lässt sich das Schiff durch Kurven zirkeln. Die Lenkung ist gefühlvoll, die beinahe unmerklich schaltende Sechsgangautomatik im „S“-Modus ausreichend spontan und der Motor kräftig und drehfreudig genug, um selbst Serpentinen sportlich zu meistern. Hierbei wünscht man sich allerdings Sitze mit etwas mehr Seitenhalt.

Galerie: Test Jaguar XJ6DAnsonsten ist das zigfach elektrisch verstellbare Gestühl extrem bequem. Auch im Fond lässt es sich in der nun siebten XJ-Generation endlich vernünftig reisen. Beinfreiheit, Schenkelauflage und Sitzhöhe sind der Klasse entsprechend üppig. Die Kopffreiheit ist allerdings nach wie vor etwas zu gering. Für Großgewachsene trifft das sogar vorne zu. Nach wie vor ein Schwachpunkt ist der Kofferraum. Das Kofferabteil fasst lediglich 470 Liter, ist flach, tief und zerklüftet.

Ruhig genießen

Unvergleichlich ist das Flair im Innenraum. Mit der gehobenen Executive-Ausstattungsversion trifft wunderbar weiches Leder auf Wurzelnussholz, Klavierlack und Chrom. Wo andere Hersteller ins Denglische verfallen und von einem Dashboard sprechen, bleibt Jaguar ganz traditionell und verbaut ein im Wortsinn gutes altes Armaturenbrett, das als i-Tüpfelchen mit einer zentral platzierten Analoguhr versehen ist. Nur die niedrige Auflösung und veraltete Darstellung des Touch-Screen-Bildschirms stört den insgesamt sehr edlen Gesamteindruck.

Galerie: Test Jaguar XJ6DIn der Anschaffung ist der britische Luxusliner traditionell nicht günstig. Als Executive kostet der XJ6D 63.550 Euro. Der Preis relativiert sich dank der reichhaltigen Serienausstattung, die neben den genannten Features unter anderem auch eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein CD-Audiosystem und Sitzheizung an allen Plätzen beinhaltet. Ein Diesel-Partikelfilter zählt ebenfalls zu Standardausrüstung. Dazu kommt ein umfassendes Garantie- und Servicepaket: Drei Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, drei Jahre Garantie auf den Lack, sechs Jahre Gewährleistung gegen Durchrosten, drei Jahre lang eine europaweite Mobilitätsgarantie.

Fazit

Kein anderes Automobil bietet soviel Stil pro Euro. Der Jaguar XJ ist eine klassische Schönheit, innen wie außen. Unter der traditionell gezeichneten Alu-Karosserie steckt moderne Technik. Neben dem komfortablen Fahrwerk begeistert vor allem der Diesel-V6. Er ist mustergültig laufruhig, ausreichend kräftig und unerwartet sparsam. Die Werksangaben von durchschnittlich 8,1 Litern je 100 km haben wir zum Teil deutlich unterboten. Auf der Langstrecke mit hauptsächlich tempolimitierten Autobahnen errechnete uns der Bordcomputer einen Schnitt von 6,8 Liter und eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometer. Das ist sparen auf höchstem Niveau.

 
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