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Galerie: Test Jaguar XK Coupé

Test: Jaguar XK Coupé

Die feine englische Art

07.11.2006

Nun ziehen wir die Samthandschuhe aus. Nachdem der Jaguar XK bei ersten Testfahrten durch die Bank überzeugen konnte, folgt jetzt der harte Praxistest. Neben dem Fahrvergnügen zählt hier auch der Alltagsnutzen.

Gänzlich emotionslos lässt sich ein XK aber beim besten Willen nicht beurteilen. Bildschön steht er da mit seiner unverschämt langen Motorhaube, den knackigen Radhäusern und dem auffallend niedrigen Dachaufbau und schmachtet den Tester an. Zugegeben, beim Vorgänger hat die Masche des Öfteren funktioniert: die Charmeattacke half, kleinere Schwächen leichter zu verzeihen.

Galerie: Test Jaguar XK CoupéDas kann sich der Neue jetzt aber nicht mehr erlauben, schließlich will er auch technisch ein ernstzunehmender Konkurrent zum BMW 6er und, mit Abstrichen, zum Mercedes SL sein. Also zur Technik: Der überarbeitete 4,2-Liter-V8 ist ein Musterbeispiel an Laufkultur. Geschmeidig dreht er hoch, dezent untermalt von voluminösem Blubbern. Und wie es sich für einen Jaguar gehört, kann er auch Fauchen etwa wenn er bei 6.000 Touren seine maximalen 298 PS mobilisiert.

Kilometerfresser

Galerie: Test Jaguar XK CoupéDank der leichten Alukarosserie kommt der XK auf ansprechende Fahrleistungen. 6,2 Sekunden für den Standardsprint können sich sehen lassen. Jenseits der 200 km/h lässt die Beschleunigungswucht dann aber merklich nach, der elektronisch verordneten Vmax von Tempo 250 nähert sich die Tachonadel nur noch zögerlich.

Nichtsdestotrotz gehört schnelles Kilometerfressen zu den Paradedisziplinen des britischen Gran Turismo. Der souveräne Geradeauslauf, die niedrigen Wind- und Motorgeräusche sowie die komfortable Fahrwerksabstimmung nehmen jeder noch so langen Distanz den Schrecken.

Zu kleiner Tank?

Galerie: Test Jaguar XK CoupéWenn da bloß der Tank ein wenig größer wäre: Nach rund 400 schnell gefahrenen Kilometern geht das Lämpchen an. 70 Liter sind nun einmal nicht die Welt bei einem Durchschnittsverbrauch von fast 16 Liter je 100 Kilometer… Trotzdem: Die einst üblen Trinksitten hat der Brite abgelegt, mit etwas Gefühl im Gasfuß lässt sich der XK auch mit rund zwölf Litern im Schnitt bewegen.

Irgendwie ertappt man sich aber doch immer wieder dabei, richtig Gas zu geben. Besonders wenn es kurvig wird. Leichtfüßig und agil fühlt sich die Großkatze an, folgt punktgenau den Richtungsbefehlen. Ja, diese leichtgängige und dennoch präzise Lenkung hat ein Sonderlob verdient. Wie auch der Sportmodus der Sechsgangautomatik: Als ahne sie die herannahende Kurve, schaltet sie rechtzeitig vorm Einlenken einen Gang zurück. In den seltenen Fällen, in denen das nicht passiert, kann der Fahrer mittels Schaltwippen selbst eingreifen.

Clubatmosphäre

Galerie: Test Jaguar XK CoupéDer Innenraum ist eine Verbeugung vor dem guten Geschmack. Überall findet sich feinstes Leder, edles Wurzelnussholz und glänzendes Aluminium. Die schön gezeichneten Instrumente sind bestens ablesbar, der Touchscreen-Bildschirm optimal platziert, die Darstellung hochauflösend und die Menü-Gestaltung übersichtlich. Nicht ganz logisch: Da befindet sich griffgünstig an der Tür ein riesiges Panel zur x-fach elektrischen Sitzverstellung, doch der Knopf für die Sitzheizung fehlt. Die Heiße-Hintern-Tasten sind im Touchscreen.

Galerie: Test Jaguar XK CoupéFahrer und Beifahrer sitzen königlich auf straffen wie bequemen Sportsesseln. Egal ob klein und dick oder lang und dürr, die verstellbaren Wangen bieten besten Seitenhalt für jede Statur. Der superenge Fond dagegen eignet sich lediglich als Erweiterung des Kofferraums, der mit 330 Liter ohnehin nicht üppig bemessen ist. Als praktisch erweist sich die große Heckklappe, die Ladekante ist allerdings hoch und schmal.

Galerie: Test Jaguar XK CoupéEin Schnäppchen war ein Jaguar XK noch nie, das aktuelle Modell ist aber richtig teuer. 81.500 Euro kostet der 4,2-Liter-V8, 6.000 Euro mehr als ein BMW 650i. Nicht gespart haben die Briten bei der Serienausstattung mit unter anderem elektrisch verstellbaren Ledersitzen, CD-Audioanlage und 18-Zoll-Rädern.

Fazit

Den kann man auch ohne Samthandschuhe anfassen. Der Jaguar XK ist ein äußerst stilvolles Automobil mit Fahrspaßgarantie und höchsten Reisequalitäten. Wer die Katze nicht unbedingt scheucht, kommt mit etwas über zwölf Litern pro 100 Kilometer aus passabel für einen großen Achtzylinder. Wer es dagegen gerne krachen lässt, erlebt ein Jaguar-Coupé, wie es sich Generation bislang nur wünschen konnten: Das agile Handling, die präzise Lenkung und die sportliche Automatik brauchen keinen Vergleich scheuen.

 
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