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Galerie: Test Kia Picanto 1.0

Test: Kia Picanto 1.0

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29.09.2011

Das Klischee ist so tiefsitzend wie zutreffend: Kleinstwagen gelten optisch als langweilige Billigheimer, sind Mittel zum Zweck, uninspiriert, dröge. Doch damit räumt der Kia Picanto gehörig auf. Ausgerechnet ein Koreaner. Der Sparzwerg beeindruckt mit gefälliger Außenhaut, fährt sich zudem leidlich gut und ist, wie es sich für einen Mini gehört, auch noch günstig. Kia macht Lust auf den Verzicht.

Wie schon bei vielen anderen Kia-Neuheiten der jüngeren Vergangenheit hat auch bei der zweiten Picanto-Generation der einstige VW-Designer Peter Schreyer sein Können abermals eindrucksvoll bewiesen. Mit großen Luftöffnungen, Chromschmuck und freundlichen Augen präsentiert sich die bullige Front des Picanto bemerkenswert selbstbewusst. Der Raum zwischen A- und C-Säule ist nahezu vollständig mit Türen ausgefüllt, deren von vorn nach hinten aufsteigenden Sicken viel Dynamik in die Flanke zaubern.

Der Wagen endet direkt über der Hinterachse, den sehenswerten Abschluss bilden dort ein Dachkantenspoiler und die weit nach außen gerückten Heckleuchten, die in geschickter Weise die kesse Schulterlinie aufnehmen und dem Picanto-Rücken optische Breite verleihen. Verchromte Türgriffe, eine rote Metallic-Lackierung und kleine, schicke Alufelgen runden den starken Auftritt ab. Derart viel Sexappeal gehört im untersten Segment bislang zur Ausnahme.

Moderne Enge

Galerie: Test Kia Picanto 1.0Auch der modern eingerichtete Innenraum mit funktionaler Architektur und ausreichend vielen Ablagen hält, was die Außenhaut verspricht. Zwar handelt es sich um eine reine Hartplastik-Landschaft, doch sind die Oberflächen abwechslungsreich, die Verarbeitung tadellos, das Ambiente sportlich-schick  und ist unser Testexemplar zudem noch mit einigen Komfort-Nettigkeiten bestückt. So finden sich auf dem Lederlenkrad Audio-Bedientasten und das Kombiinstrument mit seinen drei ineinandergreifenden Rundinstrumenten verfügt ebenso über ein kleines Display wie die Bedieneinheiten von Klimaautomatik und CD-Radio.

Das Platzangebot ist vorne gut und kann sich der Fahrer zudem Lenkrad und Fahrersitz individuell in der Höhe anpassen. Hinten müssen sich erwachsene Passagiere schon etwas einschränken, doch auch zu viert wird man es im 3,60 Meter kurzen Koreaner eine Weile aushalten können. In den recht kurzen Kofferraum passen bis zu 200 Liter Gepäck, durch ein einfaches Umlegen der Rückbanklehne lassen sich bis zu 870 Liter einladen.

Kerniger Drei-Zylinder

Galerie: Test Kia Picanto 1.0Während unser Testwagen den Rahmen der Möglichkeiten im Innenraum ausschöpft, bietet er antriebsseitig einfachste Kost. Sein Drei-Zylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum ist ein halbwegs kerniger Geselle, der sich durchaus ins Zeug legt. Bereits bei 3.500 Touren liegen die 95 Newtonmeter Drehmoment an und kann der rund eine Tonne wiegende Picanto den 100-km/h-Sprint im Idealfall nach 14,4 Sekunden beenden, während die offizielle Höchstgeschwindigkeit bei knapp über 150 km/h liegt. Der an ein leichtgängiges Fünf-Gang-Getriebe gekoppelte Motor konnte bei Vollgas auf der Autobahn die Tachonadel sogar gelegentlich bis jenseits von 170 km/h drücken. Wem das nicht temperamentvoll genug ist, sollte für den Picanto besser den nur 400 Euro teureren 1,2-Liter-Benziner mit 85 PS ordern.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Kia Picanto
Version / Ausstattung   1.0 Spririt ISG
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   998 / R3-Benziner
Leistung (kW / PS)   51 / 69
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   95 / 3.500
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelle Fünf-Gang-Schaltung
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.595 / 1.595 / 1.480
Radstand (mm)   2.385
Wendekreis (m)   9,8
Leergewicht (kg)   920 - 1.020
Kofferraum (Liter)   200 - 870
Bereifung Testwagen   175/50 R 15
Verbrauch    
Krafstoffart   Benziner
Kombiniert laut Werk (l/100km)   4,3
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   99 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   7,5
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   14,4
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   153
Preise    
ab (Euro)   12.390,00
Empfohlene Extras   Komfort-Paket (Klimaautomatik, Sitzheizung, ISG, Dämmerungssensor, Nebelscheinwerfer) 760 Euro
 
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Eigentlich ist der Picanto ein Auto für die Stadt, doch lässt er sich auch für ausgedehntere Touren hernehmen. Die straffen Sitze sind durchaus langstreckentauglich, das ebenfalls straffe Fahrwerk bietet einen dennoch ausreichend guten Komfort. Lediglich die teigige Lenkung erfordert fortwährende Korrekturarbeiten. Dafür ist das leichtgängige Volant zusammen mit dem kleinen Wendekreis genau richtig für den Großstadteinsatz abgestimmt. Wer etwas zu forsch um Kurven fegt, wird vom Schleuderschutz ESC auf Kurs gehalten, das allerdings für die Basisausstattung Attract nicht bestellbar ist.

Durstig aber preiswert

Galerie: Test Kia Picanto 1.0Was auf längeren Autobahnfahrten bisweilen etwas lästig werden kann, sind das hohe Geräuschniveau und der schwache Durchzug. Und wer möglichst schnell unterwegs sein will, muss zudem mit einer Verdoppelung des Spritverbrauchs rechnen. Unser mit dem optionalen Start-Stopp-System ISG ausgestatteter Picanto soll sich theoretisch mit 4,3 Liter begnügen, 8,7 Liter haben wir allerdings nach einer besonders flott gefahrenen Etappe verfeuert, während es bei gesitteteren Stadtfahrten immer noch 6,5 Liter waren. Mit dem von uns ermittelten Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern gehört der Picanto 1.0 also zu den durstigeren in seinem Segment.

Für Sparnaturen empfiehlt sich der Picanto vielmehr ob seines Anschaffungspreises: Knapp 9.400 Euro kostet die fünftürige Basis mit dem 69-PS-Benziner, die allerdings eine noch recht bescheidende Ausstattung bietet. Unser Test-Picanto kostet in der großzügigen Top-Ausstattung Spirit mit Metalliclack und Komfortpaket (Klimaautomatik, Sitzheizung, ISG, Lichtautomatik und Nebelscheinwerfer) 13.540 Euro. Im Preis enthalten ist noch die großzügige 7jährige beziehungsweise auf 150.000 Kilometer begrenzte Fahrzeuggarantie. ´

Galerie: Test Kia Picanto 1.0Ein in etwa vergleichbar motorisierter VW Up kostet zwar nur rund 400 Euro mehr, allerdings ist beim Wolfsburger Neuling dann die Ausstattung weniger umfangreich. Der günstigere Picanto bietet im Vergleich zum Up zusätzlich noch Einstiegstüren zum Fond, einen Fahrerknie-Airbag, eine Schaltpunkt-Empfehlung, ein Start-Stopp-System, Sitzheizungen für die Vordersitze, ein Lederlenkrad und –schaltknauf sowie elektrische Außenspiegel. Deutlich mehr für weniger Geld – Kias Picanto ist ein nicht nur attraktives sondern auch preiswertes Angebot im Kleinwagen-Segment.

 
Fazit

Mario Hommen

Mit dem neuen Picanto bietet Kia einen optisch überaus gelugenen Kleinstwagen. Auch der funktionale und ansehnlich gestylte Innenraum gefällt, bietet allerdings keine besonderen Höhepunkt oder Überraschungen. Auch sonst ist der Picanto ein einfaches, solides und ordentlich ausgestattetes Auto ohne ernste Schwächen oder Stärken. Etwas enttäuscht hat uns lediglich der Verbrauch des Basisbenziners. Dafür kann der Kia-Zwerg im Vergleich zum VW Up mit einem deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis und extralanger Garantieleistung punkten.
 
 

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