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Galerie: Test Kia Pro Cee'd 1.6 CVVT

Test: Kia Pro Cee'd 1.6 CVVT

Ein Pro Cee'd der Gemütlichkeit

08.05.2009

Mit dem Cee'd wurde Kia endgültig zum ernst zu nehmenden Konkurrenten in der Kompaktklasse. Und nach Limousine und Kombi legten die Koreaner mit dem dreitürigen Pro Cee'd im vergangenen Jahr einen schnittigen Ableger nach. In unserem Test musste der Basisbenziner beweisen, ob er dem Sportdress gerecht wird, oder doch eher gemütlich ist.

Der Pro Cee'd ist mehr als nur der dreitürige Ableger des koreanischen Kompakten. Seine flachere, coupéhafte Form verleiht ihm einen deutlich sportlicheren Anstrich und bringt Pepp in die sonst eher konventionell gestaltete Baureihe. Natürlich teilt er sich die Plattform mit seinen beiden Familienmitgliedern (Fünftürer und Kombi), die Karosserie ist jedoch bis auf Motorhaube und die vorderen Kotflügel komplett eigenständig.

Auf wen Kia damit abzielt, ist klar: Opel Astra GTC, Citroen C4 Coupé und Honda Civic Type S sind es, denen der Pro Cee'd die Kundschaft streitig machen will. Dass dieses hehre Ziel aber nicht allein durch schmucke Optik zu erreichen ist, wussten auch die Koreaner. Deshalb wurde der Cee'd in Rüsselsheim entwickelt, um dort speziell auf die Wünsche der europäischen Kundschaft zugeschnitten zu werden.

Hochwertiges Cockpit

Schon beim ersten Eindruck konnte unser Testwagen Punkte sammeln: Wer bei Kia immer noch an trübe Plastiklandschaften denkt, wird im Pro Cee'd eines Besseren belehrt. Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sie fühlen sich auch so an. Weiche Softtouch-Oberflächen schmeicheln Fingern und Augen gleichermaßen und selbst die Dekoreinlagen in Metalloptik fassen sich gut an.

Galerie: Test Kia Pro Cee'd 1.6 CVVTDazu kommen komfortable Sitze, auf denen man auch gerne für längere Strecken Platz nimmt. Und trotzdem ist das Gestühl straff genug, um dem sportlichen Anspruch des Pro Cee'd gerecht zu werden - sprich, es bietet ausreichend Seitenhalt. Über die Platzverhältnisse in der ersten Reihe des 4,25 Meter langen Kompakten braucht sich keiner beschweren und die zweifache Verstellmöglichkeit des Lenkrads erleichtert es, die richtige Sitzposition zu finden.  

Dass es im Fond eines Dreitürers etwas an Kopffreiheit mangelt, überrascht nicht. Platz für die Beine ist dagegen reichlich vorhanden - allerdings muss man erst einmal durch den recht engen Einstieg auf die Rückbank krabbeln.

Schlechte Rundumsicht

Galerie: Test Kia Pro Cee'd 1.6 CVVTHinter der schmalen Heckscheibe - die zusammen mit den breiten C-Säulen das Einparken erschwert (Parksensoren ordern!) - verbirgt sich ein klassenüblicher Kofferraum von 340 Litern. Klappt man die Rückbank um, passen immerhin 1.210 Liter rein, was in unserem Test auch für den Ikea-Einkauf genügte. Einziges Manko: Die hohe Ladekante.

Anders als bei unserem Erstkontakt, bei dem wir das Topmodell ausfahren durften, entschieden wir uns in unserem Test für den Einstiegsbenziner. Bei gleicher Ausstattung trennen den 1,6 Liter großen Vierzylinder rund 1.500 Euro von seinem großen Bruder; in der nur für den 1.6 CVVT angebotenen Basisversion spart man sogar 4.000 Euro.

Kaum Einbußen

Diesen Preisvorteil erkauft man sich mit dem Verzicht auf 17 PS - was das Fahrverhalten nicht grundlegend ändert. Aber: Schon der Zweiliter giert nach Drehzahlen, und der kleinere Benziner mobilisiert seine 126 PS erst bei noch höheren 6.200 Umdrehungen. Auch seine 154 Newtonmeter Drehmoment packen erst bei 5.200 Touren richtig zu. Für den Fahrer bedeutet das einiges an Schaltarbeit, um das Aggregat bei Laune zu halten.

Galerie: Test Kia Pro Cee'd 1.6 CVVTImmerhin bereiten die Gangwechsel mit dem serienmäßigen, präzise arbeitenden Fünfgang-Getriebe keine Probleme. Den sechsten Gang allerdings, der lediglich dem großen Diesel vorbehalten ist, vermisst man nicht nur auf der Autobahn des Öfteren. Damit könnte auch der zwar akzeptable, aber nicht vorbildliche Verbrauch von 6,4 Litern noch gedrückt werden. Zumal sich unser Testwagen in der Praxis nie mit weniger als sieben Litern zufrieden gegeben hat

Wer die Gänge flink wechselt, kann den Kia in knapp elf Sekunden auf Tempo 100 bewegen und ist damit nur eine halbe Sekunde langsamer als mit dem stärkeren Aggregat. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit kann sich der Kleine sehen lassen, seine 192 km/h sind jederzeit ausreichend. Nur in Sachen Elastizität kommt die Gemütlichkeit durch, spontane Überholmanöver sind nicht seine Paradedisziplin.

Galerie: Test Kia Pro Cee'd 1.6 CVVTSatte Straßenlage

Entsprechend der Zielsetzung, ein Auto für Europa zu entwickeln, ist nicht nur dass Design, sondern auch das Fahrwerk auf die hiesigen Vorlieben abgestimmt. Der Pro Cee'd federt seinem Charakter entsprechend etwas straffer ein als der Fünftürer, ohne dabei unbequem hart oder holprig zu wirken.

Und für die satte, sichere Straßenlage, die der Kia auch in schnellen Biegungen garantiert, nimmt man es gern in Kauf, dass grobe Unebenheiten oder Querfugen mitunter dezent Durchschlagen. Apropos Richtungswechsel: Die direkte Lenkung gibt dem Fahrer ausreichend Rückmeldung und spricht unverzüglich an. Es bedarf schon einiger fahrerischer Geschicklichkeit, um einen Eingriff des serienmäßigen ESP zu provozieren.

Günstiger

Galerie: Test Kia Pro Cee'd 1.6 CVVTErfreulich: Anders als bei manchen Mitbewerbern, die ihrer Dreitürer zu sportlichen Coupés hochloben um sie teurer zu verkaufen, liegt der Pro Cee'd (bei gleicher Motorisierung) 500 Euro unter dem Fünftürer. Für den Einstiegspreis von 15.580 Euro gibt es unter anderem ein CD-Radio inklusive Lenkrad-Bedientasten, elektrisch einstellbare Außenspiegel und elektrische Fensterheber.

In der gut ausgestatteten EX-Version (2.310 Euro Aufpreis) kommen Aluräder, ein USB- sowie Aux-Anschluss, eine iPod-Steuerung, Nebelscheinwerfer, Lichtsensor und eine Klimaanlage hinzu. Immer inklusive: Die komplette Sicherheitsausstattung sowie ein vorbildliches Garantie-Paket - fünf Jahre auf das gesamte Fahrzeug und sieben Jahre auf den Motor.

Fazit

Der Kia Pro Cee'd macht eine gute Figur - optisch wie fahrtechnisch. Zwar ist der 1.6er-Benziner keine Spaßmaschine, doch lässt sich der Dreitürer damit auf Wunsch auch ausreichend flott bewegen. Die dazu nötige Schaltarbeit, um den Motor bei Drehzahlen zu halten, nimmt einen auch der ebenfalls nach hohen Touren gierende Zwei-Liter-Ottomotor nicht ab.

Deshalb: Lieber zum etwas gemütlicheren, kleineren Aggregat mit der guten EX-Ausstattung greifen und die gegenüber dem 2.0 gesparten 1.500 Euro in die Klimaautomatik und das „Sitz- & Sichtpaket“ investieren: Mit Parksensoren, automatisch abblendendem Innenspiegel, beheizbarer Frontscheibe, Regensensor, Sitzheizung und Schiebedach wird der Pro Ceed' schon fast zum Luxus-Kompakten.

 
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