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Galerie: Test Lada Niva

Test: Lada Niva

Liebesgruß aus Moskau

27.06.2007

Schon kurz nach der Übernahme des Testwagens wollte ich den Test beenden, denn der Niva überraschte die örtliche Polizei durch sein Tarnkleid. Doch am Tag darauf kam es noch besser und so bekam der kleine Russe in der Redaktion bald den Ruf immer für eine Überraschung gut zu sein…

Nachts um elf mit einem getarnten Geländewagen durch München zu fahren ist möglicherweise nur dann eine gute Idee, wenn hinten nicht „Made in Russia“ steht. Die Polizisten zeigten sich auch bald recht amüsiert, als sie hörten, dass es sich um ein Testfahrzeug handelt. „der ist neu? Und, wie isser?“ Naja, schwer zu sagen, nach 500 Metern...

Klare Ansage

Galerie: Test Lada NivaZwar wird einem im Niva schon auf den ersten Metern klar um welches Auto es sich hierbei nicht handelt: Ein normales. Im Niva ist nämlich alles anders: Das Zündschloss sitzt links, die Fensterkurbeln gehen in die falsche Richtung, das Abblendlicht lässt sich nur über einen versteckten Kippschalter einschalten…

Und am zweiten Tag ging das Licht aus. Erst vorne rechts, dann vorne links. Dann beide. Doch die kaputte Sicherung war schnell gefunden und irgendwie hatte der skurile Geländewagen auch Charme. Spröden Charme.

Kein Stadtkind

Galerie: Test Lada NivaIn der Stadt macht der Niva nicht so viel Spaß. Er hoppelt über Unebenheiten, dass es nur ihm eine wahre Freude ist. Und die Sitzlehnen überlassen jeden einzelnen Rückenwirbel sich selbst. Die Servolenkung ist sehr schwergängig und die Sitzposition irgendwie nie bequem.

Auf der Fahrt ins Gelände wird es dann noch richtig laut, vor allem das Getriebe hält einen mit seinem stetig ansteigenden Singen über die aktuell anliegende Geschwindigkeit informiert. Der Tacho weniger, denn seine Nadel schwankt meist mehr um einen allgemeinen Mittelwert als eine bestimmte Zahl. Irgendwann liegen fast 140 km/h Spitze an. Bei 100 fühlen sich Auto und Fahrer aber deutlich wohler.

Schmutzfink

Galerie: Test Lada NivaAm Ziel angekommen verebbt die dauernde Nörgelei über ein offensichtlich unzulängliches Auto. Trotz bescheidener 80 PS wühlt sich der mit permanentem Allradantrieb gesegnete Russe gerne über Erdhaufen jeder Dimension. Kurzer Radstand gepaart mit recht hohen 16-Zoll Rädern (185/75), den kurzen Überhängen und einer Bodenfreiheit von 22 Zentimetern ergeben beste Geländeeigenschaften.

Diese kann sogar noch gesteigert werden, wenn die Untersetzung eingelegt und das Zentraldifferenzial gesperrt ist. Bei gerade 1,2 Tonnen Leergewicht werden auch ausgedehnte Matschareale zum Kinderspielplatz.

Allein der Motor könnte in ein paar brenzligen Situationen etwas mehr Saft haben, denn er entwickelt erst mit bei 4.000 Touren ein maximales Drehmoment von knapp 130 Newtonmetern – Dieselverwöhnte müssen sich also umstellen und lieber einen Gang niedriger wählen.

Fazit

Galerie: Test Lada NivaNach ein paar beherzten Runden ist klar, dass der Lada Niva ein astreiner Kiesgrubenflitzer ist, der nicht in der Stadt gefahren werden will. Der Zubehörmarkt bietet auch noch jede Menge Inspiration ihn aufzubohren: Vom überarbeiteten Fahrwerk über Sperrdifferenziale und Geländereifen bis zu diversen Anbauteilen kann der Fan seinen Lada vom Kiesgrubenflitzer zum Waldarbeiter oder Jeep-Aufmischer  aufrüsten. Und auch für den nicht gerade zimperlichen Verbrauch von 12 Litern gibt es eine Lösung: Schon ab Werk ist eine LPG-Variante (+2.700 Euro) zu haben, die eine Halbierung der Tankrechnung und Reduktion der CO2-Werte verspricht. Bei einem Grundpreis von knapp 11.000 Euro eine nicht unerhebliche Wertsteigerung.

 
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