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Galerie: Test Maserati GranTurismo

Test: Maserati GranTurismo

Groß, schön, schnell

20.03.2008

Maserati-Fans betonen gerne, dass ein Ferrari eher etwas für den Playboy ist. Und einen Porsche zu fahren sei eh nichts Besonderes mehr. So gesehen ist ein Maserati natürlich unvergleichlich. Das neueste Coupé aus dem Hause tritt entsprechend selbstbewusst auf und unser Testwagen übt sich im unschuldigen Auftritt.

Der Gran Turismo sei ein völlig neues Auto und nicht der Nachfolger irgendeines bisherigen Coupés betont man bei Maserati. Er soll mehr als alle bisherigen Modelle Eleganz und Nervenkitzel vereinen. Letzteres gelingt dem gut 112.000 Euro teuren 4-Sitzer vor allem mit seinem Design. Die niedrige Motorhaube mit den lustvoll geschwungenen Kotflügeln, das weit hinten liegende Passagierabteil und vor allem der tief sitzende, aggressiv gestaltete Grill sprechen den emotionalen Autofahrer an.

Puls

Galerie: Test Maserati GranTurismoUnter der Haube produzieren acht Zylinder über 400 PS, 4,2 Liter Hubraum sorgen für ein Drehmoment von 460 Newtonmetern. Diese Werte stehen zwar fast 1,9 Tonnen Leergewicht gegenüber, doch ist der Motorsound einer, der die emotionalen Kurven nochmals nachhaltig unterstreicht und nach einer beherzten Ausfahrt bettelt.

Das edle Interieur lässt einen jedoch gleich auch eine verlängerte Ausfahrt planen, hier kann man sich stundenlang wohlfühlen. Das etwas große Lenkrad liegt gut in der Hand, die (leider an der Lenksäule fixierten) großen Schaltwippen ermöglichen zügige, manuelle Gangwechsel des automatischen 6-Gang-Getriebes. Dank elektrischer Sitzverstellung ist schnell eine ergonomische Sitzposition gefunden, die Ledersessel selbst sind bequem und dennoch straff genug.

Schweiß

Galerie: Test Maserati GranTurismoUnsere Ausfahrt führt uns nach Bad Tölz und dann weiter über Walchensee und Kochelsee über die Autobahn zurück nach München. Das Wetter ist fies und der Straßenbelag wechselt von glatt über geflickt in trockenem, nassen und eisglatten Zustand. Die Traktionskontrolle hat kaum Pause, der Wagen bleibt daher jederzeit gut beherrschbar.

Für die enge Straße durch die Jachenau ist der fast 4,9 Meter lange und über 1,8 Meter breite Wagen eine Nummer zu groß, zumal die wundervolle Coupé-Karosserie in keiner Richtung durch Übersichtlichkeit glänzt. Die Lenkung jedoch vermittelt ein direktes Fahrerlebnis und lässt den Fahrer sein Gefährt punktgenau herumzirkeln.

Lächeln

Galerie: Test Maserati GranTurismoBreitere Landstrassen sind eher die Domäne des mondänen Cruisers und entlang des Walchensees und die Serpentinen hinab zum Kochelsee zeigt sich seine handliche Seite. Gutmütig ausgelegt schiebt der Italiener zwar ein wenig über die Vorderräder, doch die gut zu dosierenden Bremsen lassen einen zielgenau die richtige Kurvengeschwindigkeit einpegeln, um dann unter sonorem V8-Gebrabbel aus der Kurve hinauszubeschleunigen. Der Saugmotor hängt fantastisch am Gas, doch die Schaltwippen liegen am Kurvenausgang und beim nachfolgenden Hochschalten nie dort, wo sie die Finger suchen.

Galerie: Test Maserati GranTurismoNochmals eine Spur angemessener ist die Autobahn. Vor allem wenn lange, unlimitierte Streckenabschnitte dem langen Modena-Renner den nötigen Freiraum geben: Der V8 rotzt seine Kraft derart aus dem Auspuff, dass sogar Ferraristi schamrot werden. Die Beschleunigung gibt der Hersteller mit 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h an, wir haben keine berechtigten Zweifel daran. Die Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h können wir wegen der 19-Zoll Winterreifen nicht verifizieren, sie ist jedoch ebenso glaubhaft wie die Beschleunigung.

Fazit

Mit den üblichen Sportwagen lässt sich der Maserati Gran Turismo kaum vergleichen, er ist einfach elitärer als die Konkurrenz aus Maranello oder Zuffenhausen. Als Langstreckensportler muss er sich eher der Konkurrenz in Gestalt des schwächeren 2-sitzigen Mercedes SL 500 (rund 107.000 Euro) oder dem ebenso eleganten wie potenten Jaguar XKR (knapp 98.000 Euro) stellen.

Galerie: Test Maserati GranTurismoDer neueste Maserati überzeugt durch seine gekonnte Balance zwischen Eleganz und Nervenkitzel. Er ist ein sehr deutliches Statement und seine Präsenz auf der Strasse erfordert von seinem Besitzer eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein – nur zum Angeben taugen andere Autos.

Für diejenigen, denen der Gran Turisomo nicht genügend Schmackes für die abgesperrte Rennstrecke bietet, steht noch die „S“-Version mit 4,7-Liter V8 zur Verfügung. 35-mehr-PS und mehr Drehmoment (490 statt 460 Newtonmeter) lassen den auch optisch aufgebrezelten Reisesportler knapp 300 km/h rennen und in unter 5 Sekunden den Standardsprint erledigen. Er wird teurer sein, als der „normale“ Gran Turismo, Maserati hat jedoch noch keine Preise bekannt gegeben.

Galerie: Test Maserati GranTurismo

 
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