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Galerie: Test Mazda 2 Sport

Test: Mazda 2 Sport

Trendwender

05.09.2008

Es gibt sie noch. Autos, die nicht mit jedem Modellwechsel größer und fetter werden und damit eine schlechte Basis für ein sparsames Automobil bieten. Der Mazda 2 Sport gehört der neuen Generation an. Er ist klein, (relativ) leicht, flink, schick und bezahlbar.

Mazda war einer der ersten im Kleinwagensegment, die eine andere Richtung eingeschlagen haben. Erstens bauten die Japaner den viertürigen Mazda 2 gut ein halbes Jahr vor dem Zweitürer und nennen ihn kurzum Mazda 2 Sport, weil’s besser klingt. Zweitens speckten die Japaner den neuen krass ab und ließen ihn schrumpfen. Konkret wurden rund acht Zentimeter Länge, sechs in Höhe und etwa 100 Kilogramm Gewicht gespart. Der kleine Mazda wandelt sich so also vom Opa zum juvenilen Mitzwanziger.

Sauber verarbeitetes Interieur

Galerie: Test Mazda 2 SportZwar verblasst neben dem feschen Äußeren das Interieur ein wenig, aber der Innenraum wirkt für diese Fahrzeugklasse hochwertig und solide und ist vor allem einfach zu bedienen – fast schon eine Seltenheit heutzutage. Sehr nett ist das Handschuhfach. Es besitzt eine stets offene Ablage und dahinter ein ausklappbares, großes Staufach. Nicht gut: Die Kontrolllampe für die Klimaanlage ist bei Sonneneinstrahlung nicht zu erkennen.

Ausreichend Platz

Galerie: Test Mazda 2 SportDas Platzangebot schrumpfte analog zu den Abmessungen im Vergleich zum kastigen und langweiligen Vorgänger. Für ein nicht einmal 3,90 Meter-Auto ist es dennoch prima. Vorne fühlt man sich  ausgesprochen wohl, was hauptsächlich an den gemütlichen Sitzen liegt. Dennoch dürfte das Gestühl mehr Seitenhalt bieten – vor allem im Hinblick auf den Namenszusatz Sport. Eine perfekte Sitzposition verhindert das nur in Höhe verstellbare Lenkrad. Dafür verpasste man dem Mazda 2 einen ideal platzierten Schalthebel. Schön hoch angebracht lässt sich damit das Fünfgang-Getriebe präzise und knackig bedienen.

Als richtig schwierig erweist sich das Entern des Zweiers – vorne wie hinten. In engen Parklücken nerven die langen Türen und nach hinten geht es lediglich auf der Beifahrerseite mit dem segensreichen Easy-Entry-System. Das allerdings erinnert sich beim Zurückschieben bloß an den Sitzabstand, nicht aber an den Winkel der Lehne, der jedes Mal neu eingestellt werden muss. Hinten stören sich größere Passagiere an den seitlichen Dacheinzügen, die die Fondpassagiere automatisch in die Mitte zwängen. Auf die Gurthöhenverstellung legt Mazda offensichtlich – wie viele andere Hersteller – keinen Wert mehr. Hinten mag das nicht stören, vorne schon.

Schlecht beladbarer Kofferraum

Galerie: Test Mazda 2 SportWeiteres Manko sind die breiten C-Säulen, die die Übersicht einschränken und die Scheibenwischer – sie sind zu klein und lassen weite Bereiche der Scheiben ungesäubert. Der Heckwischer ist für einen Linkslenker zudem falsch herum angebracht und die hintere Waschdüse spritzt fast vollständig am Ziel vorbei, Justage nicht möglich. Auffallend ist auch der hohe Absatz im rund 250 Liter fassenden Kofferraum. Im Mazda 2 müssen Getränkekisten rausgewuchtet werden. Positiv sind die im Zuge der ab 2011 kommenden EU-Spiegelreform groß gewordenen Außenspiegel.

Laufruhiger Motor

Galerie: Test Mazda 2 SportEin wahres Gedicht ist der von uns getestete Vierzylinder mit gut 1,3 Liter Hubraum. Okay, für Leistungsverwöhnte ist der 86-PS-Motor nichts. Der Vierventiler ist aufgrund des geringen Drehmoments von 122 Newtonmetern, das erst ab 3.500 Touren ansteht, kein Meister des Durchzugs und ab Tacho 150 geht ihm langsam aber sicher die Puste aus – bei gut 170 ist nach langem Anlauf Ende. Dafür erfreut der leichte Flitzer mit einer angenehmen Laufruhe und einem niedrigen Motorgeräusch. Der 0-bis-100-km/h-Sprint gelingt in nur 12,5 Sekunden. Damit ist er fast eine halbe Sekunde fixer als Mazda verspricht. Bei den Verbrauchswerten enttäuscht er hingegen ein wenig. Zu den vom Werk angegebenen 5,4 Litern Super mussten wir nach unserer Messrunde einen Liter addieren.

Nicht ideal

Galerie: Test Mazda 2 SportEtwas zwiespältig präsentiert sich die Abstimmung der McPherson-Vorderachse und der Verbundlenker-Hinterachse. Auf der einen Seite ist der Mazda 2 Sport namensgerecht straff und stuckert etwas über Querfugen. Das nervt insbesondere Fondgäste, die aber in diesem Auto wohl nicht allzu häufig anzutreffen sind. Auf der anderen Seite wankt er mit ungewöhnlich viel Seitenneigung um die Ecken. Trotz dieser etwas indifferenten Auslegung erreicht er auf Wunsch hohe Kurven-Geschwindigkeiten und bleibt jederzeit gutmütig, stabil und handlich.

Mitverantwortlich für das stuckerige aber agile Fahrverhalten sind die Reifen der Impression-Ausstattungslinie. 195/45-R16-Pneus sind alles andere als klein. Das elektronische Anti-Schleuder-Programm ist lobenswerter Weise in allen Mazda 2 Serie. Ebenso identisch ist die Bremsanlage: Vorne gibt es 258-Millimeter-Scheiben, hinten Trommelbremsen. Dennoch steht der Japaner aus 100 km/h nach nicht einmal 40 Metern.

Was kostet’s

Galerie: Test Mazda 2 SportDer Mazda 2 Sport ist mit dem 86-PS-Benzinmotor ab 13.700 Euro erhältlich. Dann gibt es Die Ausstattung Independence inklusive 15-Zoll-Alurädern, Klimaanlage, ESP, vier Airbags, elektrische Fensterheber und MP3-CD-Radio mit vier Lautsprechern. Der von uns gefahrene Impression kostet 900 Euro mehr. Zusätzlich an Bord sind unter anderem 16-Zoll-Räder, Lederlenkrad, Tempomat, Sitzheizung, Regen- und Lichtsensor und Nebelscheinwerfer. Ein fairer Aufpreis, der sich lohnt. Wer sein Fahrzeug ab Werk individualisieren möchte, ist allerdings an der falschen Adresse. Extras gibt es nicht

Fazit

Der Mazda 2 Sport sieht schon im Stand dynamisch und schick aus. Er ist solide verarbeitet und bietet für die Größe ausreichend viel Platz. Wer jedoch hin und wieder zu viert unterwegs ist, sollte zum Viertürer greifen, da der Zustieg in das Sport-Fond jedes Mal zum Akrobatik-Akt wird.

Der 86-PS-Benziner ist der beste Benziner im 2er-Programm. Er ist zwar nicht sonderlich sparsam, dafür aber sehr laufruhig und spritzig. Im Stadtverkehr und auf der Landstraße fühlt sich der wendige Kleinwagen am wohlsten. Auf Langstrecken kommt man ordentlich über die Runden. Die Fahrwerksabstimmung ist ein Kompromiss mit dem man sich ohne Probleme arrangieren kann. Störend sind die Ladekante, die nicht vorhandene Gurthöhenverstellung und eben der Einstieg nach hinten.

Galerie: Test Mazda 2 Sport

 
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