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Galerie: Test Mazda 5 2.0 Active Plus

Test: Mazda 5 2.0 Active Plus

Eindruckschinder

05.05.2010

Wohlwollend, doch ohne geschärften Sinn für seinen exzellenten Alltagsnutzen habe ich den hochvariablen Schiebetüren-Mazda 5 bei seiner Markteinführung rezipiert. Jetzt, fünf Jahre später, begegne ich als frisch gebackener Familienvater dem Japaner in seiner finalen Sonderedition mit anderen Augen. Auf einer Abschiedstour empfahl sich mir das kompakte Raumwunder als optimaler Partner für meine neuen Mobilitätsbedürfnisse. Das Ende dieser zweiten Testtour ging mit echtem Trennungsschmerz einher ...

Seine schlichten harmonischen Proportionen, sein leicht sportives Antlitz – fast mag man bedauern, das die Neuauflage des Mazda 5 Ende 2010 mit deutlich mehr Kurven im Blechkleid daherkommen wird. Lediglich die Schweller-Optik meines Sondermodells Active Plus oder die transparenten Rückleuchten empfinde ich als Stilbruch des immer noch modern und ansehnlich wirkenden Mazda-Vans.

Auch der aufgeräumte und funktionale Innenraum vermag auf den ersten Blick gefallen. Allerdings stört mich wieder einmal die Mazda-Art, ausschließlich Hartplastik zu verbauen. Etwas mehr Finesse bei Materialwahl und einen fescher gestalteten Armaturenträger darf man anno 2010 bei einem Neuwagen dieser Preiskategorie durchaus erwarten.

Wow-Effekt

Galerie: Test Mazda 5 2.0 Active PlusWährend ich mit Babyschale in der rechten und der Fernbedienung in der linken Hand auf den 5 zugehe, kann ich per Knopfdruck die beiden Schiebetüren nicht nur entriegeln, sie schieben sogar noch selbsttätig auf. Des Mazdas weit öffnende Fondportale erweisen sich damit nicht nur als äußerst praktisch, sie bieten noch einen Sesam-Wow-Effekt. Umstehende, Nachbarn – hier wähne ich so manch neidischen Blick.

Doch nicht nur zum Eindruck schinden taugt dieses Ausnahme-Talent, ich muss meine lebende Fracht vor dem Einladen zudem nicht umständlich absetzen. Apropos lebende Fracht: Meine für Kinderfallen besonders sensibilisierte Frau zeigt sich angesichts der selbsttätig schließenden Türen etwas besorgt. Gelangweilt stecke ich meinen Arm zwischen zugleitender Tür und B-Säule und stoppe damit den Vorgang einfach, denn die Sensorik reagiert schon auf leichten Widerstand. Soweit so sicher.

Vielseitig

Galerie: Test Mazda 5 2.0 Active PlusFrau und Filius können es sich also sorgenfrei auf der zweiten Sitzreihe bequem machen. Die Einzelsitze dort lassen sich je nach Gusto in Längsrichtung verschieben, Kleinkram kann problemlos in den vielen Staufächern verschwinden. Es gibt zudem keinen störenden Kardantunnel und somit bietet der Fußraum viel Platz zur Entfaltung.

Die Sitze der dritten Sitzreihe sind normalerweise im ebenen Kofferraumboden versteckt und sollten nur im Notfall für kleinere Passagiere aufgestellt werden. Ansonsten passt in das normal 426 Liter große Gepäckabteil locker noch der große Kinderwagen rein und verliert selbst der Besuch beim Baumarkt ob seiner bisweilen sperrigen Herausforderungen jeglichen Schrecken.

Kurven-affin

Galerie: Test Mazda 5 2.0 Active PlusBesonders praktisch ist der Umstand, dass man stets sieben Sitze dabei hat und von diesen in recht kurzer Zeit fünf wegklappen kann. Nachteil dieser ausgefuchsten Klappkunst-Choreographie: Mit 1.566 Litern Maximalstauraum und einem dann etwas zerklüfteten Laderaumboden markiert der 5 nicht das Ende der Fahnenstange in Sachen Raumökonomie bei den Kompakt-Vans. Neben mehr Platz bieten einige Mitbewerber noch eine ebenere Ladefläche und außerdem noch besondere Clever-Lösungen zum Fixieren von Transportgut. Bei allem Für und Wider: Meine Kleinfamilie verliert sich im 5 beinahe und kommen wir im Gespräch alsbald auf unseren nächsten Camping-Urlaub.

Wenn dieser Trip dann noch in die kurvigen Berge gehen soll, umso besser. Denn der Mazda zeigt sich trotz seines Alters angenehm fit, lässt sich geschmeidig und willig durch Biegungen scheuchen . Das zugegeben etwas straffe Fahrwerk lässt dabei dennoch ausreichend Restkomfort und erfreut der Unterbau mit zielgenauem und spontanem Einlenkverhalten und trotz der ordentlichen Seitenneigung in schnellen Kurven kommen keine Unsicherheiten auf. Selbst im Untersteuern ist der 5 noch gut beherrschbar und regelt ansonsten fein im Hintergrund der Schleuderschutz.

Starker Benziner

Galerie: Test Mazda 5 2.0 Active PlusAuch der Motor gibt sich willig und sehr manierlich, was man bei einem 146 PS starkem Zwei-Liter-Benziner allerdings auch erwarten darf. Rund zehn Sekunden dauert der Sprint, fast 200 km/h sind maximal möglich. Dass ein Diesel dann doch die attraktivere Motorisierung sein könnte, merke ich erst an der Zapfsäule. Auf die rund acht Liter Normverbrauch muss ich bei normaler Fahrt einen Praxiszuschlag von ein bis zwei Litern akzeptieren, Expresstouren auf der Autobahn quittiert der Benziner gar mit zwölf Litern pro 100 Kilometer.

Den gehobenen Spritdurst macht der Mazda 5 durch attraktive Kaufanreize wieder wett. In meinem Fall durfte ich in Kombination mit dem Zwei-Liter-Benziner das rund 27.000 Euro teure Sondermodell Active Plus fahren, das mit fast allem ausgestattet ist, was die Zubehörliste so hergibt: Elektrische Schiebetüren, Lederausstattung, sieben Sitze, Sportoptik mit 17-Zoll-Rädern, Klimaautomatik, Xenon-Licht, CD-Wechsler und Tempomat. Ein etwa gleich gut ausgestatteter und motorisierter Opel Zafira kostet übrigens über 4.000 Euro mehr und hat dann nicht einmal Schiebetüren.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mazda 5 2.0
Ausstattungsvariante   Active Plus
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.565/ 1.755 / 1.665
Radstand (mm)   2.750
Wendekreis (m)   11,2
Leergewicht (kg)   1.485
Kofferraum (Liter)   426 - 1.566
Bereifung Testwagen   205/50 R17
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.999 / 4, Reihe
Leistung (PS)   107 (146)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   185 / 4.000
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,9
CO2-Emissionen (g/km)   187
AS24-Verbrauch (l/100km)   10,1
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,2
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   194
Preise    
ab (Euro)   27.400
Empfohlene Extras   Besser die um 2.800 Euro günstigere Sonderausstattung Active bestellen und auf Ledersitze und elektrische Schiebetüren verzichten.
 
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Viel fürs Geld

Galerie: Test Mazda 5 2.0 Active PlusMit an Bord war noch das kaum empfehlenswerte weil bereits recht veraltete Navi. Obwohl: Der gut 2.500 Euro teure Wegweiser konnte zumindest mit der Rückfahrkamera Eindruck schinden. Sollte ich mich für einen Mazda 5 entscheiden, würde ich allerdings die günstigere Ausstattung Active wählen. Diese wäre immerhin um 3.000 Euro günstiger als die Version Active Plus und würde auf eher überflüssige Nettigkeiten wie die Sportoptik oder die Lederausstattung verzichten. Allerdings könnte ich dann weder eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung noch die elektrischen Schiebetüren ordern. Diese Paket-Ausstattungspolitik der Japaner kann auch frustrieren.

Fazit

Für den Alltagseinsatz, insbesondere den einer Familie, bietet der nunmehr fünf Jahre alte Mazda 5 ein hervorragendes Raumkonzept. Dieser Umstand wurde mir vor allem in dem Moment bewusst, als Mazda mir zum Tausch einen RX-8 hinstellte. Den Platz, den Komfort, die Schiebetüren – nie zuvor schienen mir diese Eigenschaften unverzichtbarer als in diesem Moment. Da mag der Wankelmotor RX-8 noch so verführerisch säuseln. Im Fall des Mazda 5 gibt es diese Eigenschaften zu vergleichsweise günstigen Preisen und auf Wunsch noch mit den besonders eindrucksvollen vollautomatischen Schiebetüren. Preis und Leistung - beim Mazda 5 Active Plus stehen sie in einem attraktiven Verhältnis.

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