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Galerie: Test Mazda CX-7

Test: Mazda CX-7

Ey, was willst du denn hier?

31.10.2007

Die USA ist Tummelplatz für viele Autos, die offiziell nie nach Deutschland kommen. Ein solcher Ami für Amis war auch der CX-7. Doch Mazda hat entschieden, den hochbeinigen Sportkombi auch in Deutschland leicht modifiziert unters Volk zu bringen. Wir haben Volk gespielt und das Dickschiff sowohl über der „German Autobahn“ gehetzt als auch in oft sehr enge Parklücken bugsiert.

Wie es sich für einen Ami-Allradler gehört, ist der CX-7 von beeindruckender Statur. 4,67 Meter lang und 1,64 Meter hoch thront er auf 18-Zoll-Felgen. Trotz der unübersichtlichen Karosserie: Eine Einparkhilfe bietet Mazda nicht an. Und somit ist das Rangieren eine oft lästigste Übung. Obwohl kein Graziler, sorgt die CX-7-Blechhaut für ein insgesamt athletisches Erscheinungsbild. Anleihen vom RX-8 sind unverkennbar. Besonders auffällig ist die stufenartig nach hinten aufsteigende Schulterlinie, die für eine aparte Fenstergrafik sorgt. Am Heck weisen zwei verchromte Auspuffrohre auf viel Leistung.

Galerie: Test Mazda CX-7Entsprechend seiner Größe ist das Raumangebot des CX-7 großzügig. Selbst drei schmale Erwachsene finden auf der Rückbank ausreichend Platz. Auch das Innenraumdesign ist betont dynamisch. Unter anderem sorgen drei tunnelartige Rundinstrumente für Sportwagen-Flair. Die Bedienung ist übersichtlich und sinnvoll angeordnet. Die sauber verarbeitete Hartplastiklandschaft wird mit Klavierlackoberflächen, Leder und Applikation in Metalloptik aufgelockert. An das Premiumniveau deutscher SUVs reichen Qualität und Materialanmutung nicht heran. Das Schlangenlederimitat in der Sitzmitte ist wohl eher Geschmackssache.

Mit Bose-Sound

Ebenfalls nicht voll überzeugen kann die Infotainment-Technik des CX-7. Zur Serienausstattung der von uns getesteten Topausstattung Expression gehört unter anderem eine Bose-Audioanlage. Trotz klangvollem Namen erreicht der Sound nicht das sonst recht hohe Bose-Niveau. Ein integriertes Navisystem ist nicht bestellbar. Schließlich enttäuscht das Radio mit lausigem Empfang. Praktisch und tadellos funktioniert dafür das schlüssellose Zugangs- und Startsystem. Der Signalgeber in Form einer dicken Scheckkarte bleibt in der Hosentasche. Die Fahrertür kann man dann per Knopfdruck öffnen.

Galerie: Test Mazda CX-7Ebenfalls praktisch ist die Fernentriegelung für die Rückbanklehne. Will man den Kofferraum erweitern, muss man zwei in den Seitenwänden befindliche Hebel ziehen. Ganz von selbst klappt dann die im Verhältnis 60 zu 40 geteilte Rückbanklehne nach vorn. Das Stauvolumen wächst so von 455 auf 1.348 Liter. Die 500 Kilo Zuladung sind ebenfalls ein respektabler Wert. Unterm Kofferraumboden befinden sich neben dem Notrad noch kleinere Staufächer. Für den Transport schlammverkrusteter Schuhe kann man die leicht abwaschbare Plastikunterseite des Kofferraumbodens nach oben drehen. Trotz dieser Variabilität: Wer besonders gerne in Autos klappt, schiebt und ausbaut, den dürfte der CX-7 nicht ganz befriedigen.

Schnell und sportlich

Galerie: Test Mazda CX-7Der CX-7 soll vor allem freizeitaktive Kunden ansprechen, die gerne sportlich unterwegs sind. Entsprechend dynamisch lässt sich der Riese fahren. Immerhin 260 PS aus dem sehr kultivierten 2,3-Liter-Turbotriebwerk verhelfen ihm zu guten Fahrleistungen. Der 100-km/h-Sprint ist nach 8,0 Sekunden zu Ende. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 210 km/h abgeregelt. Der Durchzug ist mit dem deutlich spürbaren Einsetzen des Turboladers bei über 2.000 Touren beeindruckend. Zügig erreicht der Wagen die Höchstgeschwindigkeit. Selbst dann liegt der Wagen ruhig und satt auf der Straße. Auch das allgemeine Geräuschniveau bleibt angenehm niedrig.

Wer gerne kräftig auf das Gaspedal tritt und das Drehmoment von 380 Newtonmetern voll ausschöpfen will, kann sich zudem über den Allradantrieb freuen. Die üppige Kraft wird mit souveräner Traktion zuallererst in Vortrieb umgesetzt. Bei normaler Fahrt gehen 100 Prozent der Motorkraft an die Vorderräder. Bei Bedarf wandern bis zu 50 Prozent nach hinten. Als Berechnungsparameter für die Kraftverteilung werden Lenk-, Gierwinkel, Raddrehzahl, Querbeschleunigung und Drosselklappenstellung herangezogen. Aus diesen Informationen wird blitzschnell berechnet, wie viel Drehmoment die Ölbadkupplung den Hinterrädern zuteilt.

Allradler, doch kein Offroader

Galerie: Test Mazda CX-7Vor allem beim Beschleunigen aus Kurven bietet das Allradsystem des CX-7 Vorteile. Positiv außerdem: Das straff ausgelegte Fahrwerk und spezielle Stabilisatoren halten die Wankneigung in Kurven gering. Enge Landstraßenbiegungen kann der hohe Mazda flott durcheilen, ohne dass er dabei Unsicherheit aufkommen lässt. Wer zu ambitioniert unterwegs ist, wird von der Stabilitätskontrolle DSC maßregelnd unterstützt. Beim straff ausgelegten Fahrwerk stört allerdings die etwas harte Vorderachse. Manche Querfuge bekommen die Insassen deutlich zu spüren. Dafür liegt der Wagen stets angenehm satt auf der Straße. Die Lenkung arbeitet zudem direkt und präzise.

Zwar ist der CX-7 als Allradfahrzeug auch für Touren abseits befestigter Straßen geeignet. Die 205 Millimeter Bodenfreiheit sind ebenfalls hilfreich bei Offroad-Trips. Doch für anspruchsvolle Offroad-Abenteuer ist der hoch bauende Sportwagen nicht geeignet.

Viel Durst, viel Ausstattung

Galerie: Test Mazda CX-7Obwohl kein Offroader, bewegt sich der Verbrauch in klassischen Geländewagen-Regionen. Wer nach lustvollen Hochgeschwindigkeitsetappen oder wilder Kurvenhatz auf den Verbrauch schielt, landet etwas hart auf dem Boden der Tatsachen. Ein Verbrauch um 15 Liter ist bei zügiger Fahrweise normal. Nur wer seinen Gasfuß extrem zurückhält, kann mit rund zehn Litern auskommen. Die Umwelt schont der CX-7 also nicht und auch der Geldbeutel leidet unter dem kräftigen Durst.

Dafür ist der Allrad-Mazda in der Anschaffung ein besonders attraktives Angebot. Angesichts der Größe, Kraft, Agilität, dem Allradantrieb und der üppigen Ausstattung ist der CX-7 mit 31.800 in der Basisausstattung Energy beeindruckend günstig. Der Wagen verfügt dann über 18-Zoll-Alus, vier elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung, eine Klimaautomatik, ein Tempomat, ein CD-Radio mit MP3-Schnittstelle, ein Multifunktionslenkrad, ABS, ESP und sechs Airbags. Die Aufpreisliste des CX-7 ist extrem kurz. Alternativ bietet Mazda die von uns getestete Ausstattung Expression für 35.400 Euro. Sie umfasst zusätzlich eine Lederausstattung, Xenon-Scheinwerfer, das schlüssellose Zugangs- und Startsystem, eine Lichtautomatik, einen Regensensor, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz, ein Bose-Soundsystem und eine Metallic-Lackierung. Einzige Option ist hier das elektrische Glasschiebedach für 850 Euro.

Fazit

Ganz klar: Den europäischen Autogeschmack trifft der CX-7 wohl nicht. Doch hat der attraktive Alien einige bemerkenswerte Stärken, die ihm auch hierzulande eine Fangemeinde sichern dürfte. Sein niedriger Preis, die umfangreiche Ausstattung, die enorme Agilität und das üppige Platzangebot sind die herausragenden Stärken des Mazdas. Doch unter anderem mit dem hohen Verbrauch leistet sich der 4x4-Sportler auch einige Schwächen.

 
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