Cabrio-Special 2011
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Galerie: Test Mazda MX-5 Roadster 1.8

Test: Mazda MX-5 Roadster 1.8

Der Gute-Laune-Mazda

24.09.2009

Wenn der Sommer den Staffelstab an den Herbst weitergibt, setzt die Cabrio-Saison zum fulminanten Endspurt an: Stabiler Hochdruck, moderate Sonne, leuchtendes Laub – vielleicht ist jetzt die beste Zeit für anregende Frischluft-Duschen. Mazda ermöglicht mit dem in 20 Jahren wohlgereiften und Anfang 2009 frisch gelifteten MX-5 Roadster dieses Vergnügen weiterhin zum Spartarif. Und obwohl konsequent dem Fahrspaß verschrieben, kann der Purismus-Roadster auch im Alltag bestehen.

Das größte Handicap des MX-5 ist selbstredend sein Platzangebot. In dem nur vier Meter kurzen Spaßauto gibt es zwei Plätze, die bei geschlossenem Dach zudem nicht von Sitzriesen belegt werden sollten. Auch der Gepäckraum schränkt ein. Ins Heck passen nur 150 Liter und etwas Kleinkram in zusätzliche Staufächer in der Fahrgastzelle. Der Nutzwert ist zwar gering, doch wer ausschließlich mit dem MX-5 unterwegs ist, wird feststellen, dass man letztlich eher selten wirklich mehr Auto braucht. Die meiste Zeit fährt man alleine oder zu zweit und für den Wocheneinkauf im Supermarkt reicht der Stauraum ebenfalls locker. Außerdem kann man noch den Beifahrersitz als Ablage nutzen – bei offenem Dach sogar zum Transport besonders langer Gegenstände.

Galerie: Test Mazda MX-5 Roadster 1.8Der Offen-Modus ist die ohnehin einzig wahre Bestimmung des MX-5. Lacht die Sonne, wirft man umgehend die Stoffpelle nach hinten. Ja, richtig gelesen: werfen. Kein automatisches Surren, Klappen und Falten - hier ist noch echte und sehr kurzweilige Handarbeit angesagt. Mit einem Griff wird das Dach an der Frontscheibe entriegelt und als Geübter, der man bereits nach wenigen Tagen ist, wirft man das Verdeck nach dem Entriegeln in einer weiteren Handbewegung locker nach hinten. Bei ausreichend viel Schwung rastet der ordentlich und flach gefaltete Haufen aus Stoff und Metall hinter den Sitzen fest. Einen Verdeckdeckel gibt es nicht, den oberen Abschluss bildet das Dach selbst. Der klare Vorteil dieser einfachen wie genialen Konstruktion: Der Wagen lässt sich vom Fahrersitz aus in Rekordzeit öffnen.

Windige Angelegenheit

Galerie: Test Mazda MX-5 Roadster 1.8Fährt man jetzt noch mit abgesenkten Seitenfenstern und lässig raushängendem Ellenbogen, wird man von erfrischenden Luftwirbeln kräftig umschmeichelt. Wer bereits ab Windstärke drei lieber im Sturmbunker ausharrt, sollte den offenen MX-5 also besser meiden. Der Fahrtwind erreicht im Purismus-Roadster zwar kein Orkan-Niveau, doch ist man den Elementen spürbar ausgesetzt und darf sich so einer dauerhaften, lebendigen Brise erfreuen.

Lebendig ist auch der Motor. Wie es sich für einen Roadster gehört, stehen für den MX-5 nur Benzinaggregate zur Wahl. Entweder der von uns getestete 1,8-Liter-Vierzylinder mit 126 PS oder eine Zwei-Liter-Version mit 160 PS. Während man mit der stärkeren fast schon Sportwagen-Niveau erreicht, ist man im 1.8er immerhin noch flott unterwegs. Trotz der maximal nur 167 Newtonmeter bei 4.500 Touren fühlt man sich dank der 1.150 Kilogramm Gewicht zu keiner Zeit untermotorisiert. Gut zehn Sekunden dauert der Sprint, fast 200 Sachen schafft der Flitzer.

Wohldosierte Zurückhaltung

Galerie: Test Mazda MX-5 Roadster 1.8Gekoppelt ist der Antrieb an ein manuelles, sehr leichtgängiges Fünf-Gang-Schaltgetriebe mit kurzen Schaltwegen. Angesichts der 126 PS, fünf Gängen und ordentlichen Fahrleistungen geht der Verbrauch noch in Ordnung. Im Stadtverkehr haben wir gut zehn Liter verfahren, auf der Autobahn sind bei Richtgeschwindigkeit rund sieben Liter möglich. Im Schnitt haben wir pro 100 Kilometer gut acht Liter Super verfeuert. Die Abgase werden übrigens über zwei schicke Endrohre entlassen, die dem Heck eine sportliche Note verleihen. Akustisch schlägt der Motor, abgesehen von einem etwas rauen Lauf, jedoch eher sanfte Töne an. So manchem Roadster-Freund dürfte diese Klangkulisse allerdings zu unauffällig sein.

Auch bei der Wahl der Räder hat sich Mazda für einen dezenten Auftritt entschieden. Obwohl die 16-Zöller mit 205er-Reifen die Radkästen nicht ganz ausfüllen, sind sie eine dennoch sehr gute Wahl für den MX-5. Neben der Understatement-Optik bieten sie nämlich ein überzeugendes Komfortniveau. Erst grobe Unebenheiten gibt der an sich sportlich ausgelegte Hecktriebler an die Insassen spürbar weiter. Ansonsten wird alles ordentlich weggefiltert.

Gib mir Kurven

Galerie: Test Mazda MX-5 Roadster 1.8Zurückhaltung – in Kurven verliert diese im Wortsinn ein schnelles Ende. Umgehend gewinnt man Vertrauen und durchpfeilt Biegungen mit wachsender Begeisterung und Geschwindigkeit. Die von Antriebseinflüssen frei bleibende Lenkung gibt eine perfekte Rückmeldung, das Heck giert gerne leicht an der Haftungsgrenze und wird dennoch vom ESP treu auf Kurs gehalten. Auf Technik-Schnickschnack wie adaptive Dämpfer oder eine mitlenkende Hinterachse verzichtet der MX-5 und bietet dennoch eine höchst lustfördernde Agilität.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mazda MX-5 1.8
Ausstattungsvariante   Center-Line
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.020/ 1.720 / 1.245
Radstand (mm)   2.330
Wendekreis (m)   10
Leergewicht (kg)   1.150
Kofferraum (Liter)   150
Bereifung Testwagen   205/50 R16
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.798 / 4, Reihe
Leistung (PS)   126
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   167 / 4.500
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7
CO2-Emissionen (g/km)   167
AS24-Verbrauch (l/100km)   8,1
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   194
Preise    
ab (Euro)   22.000
Empfohlene Extras   Technik-Paket für 800 Euro mit Klimaautomatik, Tempomat und Bluetooth-Freisprechanlage
 
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Wie der Wagen locker und oft dezent mit dem Hintern wackelt, hat auf sportlich orientierte Fahrer in jedem Fall eine hypnotisierende Wirkung. Doch gibt sich der MX-5 nahe am Grenzbereich nicht nervös oder hektisch, sondern bleibt in allen Lagen vertrauenerweckend. Entsprechend ist man meist flott mit dem MX-5 unterwegs, zum Rasen verleitet der sportlich akzentuierte Zweisitzer allerdings nicht. Neben dem Heckantrieb sorgen für fahrdynamische Talente noch die verwindungssteife Karosserie und der nahezu gleiche Gewichtsanteil pro Achse. Allein bei hoher Autobahngeschwindigkeit könnte die Lenkung stärker verhärten, wirkt der Wagen dann etwas leicht auf der Vorderachse und die Lenkung unpräzise um die Mittellage.

Puristisch, nicht spartanisch

Galerie: Test Mazda MX-5 Roadster 1.8Ein Vergnügen sind schnelle Autobahnfahrten ohnehin nicht. Ob offen oder geschlossen: Jenseits der 130 km/h verleiden die Windgeräusche jegliche Roadster-Romantik. Der eben nicht dicke, nur einlagige Stoff ist kein Komfortverdeck. Wer mehr Ansprüche an Komfort hat, dem bietet Mazda noch eine Verdeck-Alternative. Seit 2006 bieten die Japaner den MX-5 auch mit versenkbarem Hardtop. Allerdings wirkt diese Version in der Seitenansicht mit geschlossenem Dach optisch nicht ganz so stimmig wie die Stoffdach-Variante. Weiterer Wermutstropfen: Das Roadster-Coupé kostet 2.400 Euro Aufpreis.

Mit nur 22.000 Euro darf die Stoffdach-Basisversion des MX-5 fast noch als Schnäppchen bezeichnet werden. Im Segment zweisitziger Cabrios gibt es zwar den Daihatsu Copen und Opel Tigra Twintop zu günstigeren Tarifen. Doch diese beiden preislichen Alternativen bieten keinen Heckantrieb und sind auch sonst nicht so konsequent dem Fahrspaß verschrieben wie der MX-5.

Galerie: Test Mazda MX-5 Roadster 1.8Obwohl ein eigentlich puristisches Auto, bietet selbst der Basis-MX-5 bereits eine gute Ausstattung. ESP, vier Airbags, 16-Zoll-Alus, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, ein CD-Radio, elektrische Fensterheber und Leder an Schaltknauf, Handbremshebel und Lenkrad werten das ansonsten etwas nüchtern gestaltete Interieur auf. Der konsequent mit Hartplastik-Oberflächen tapezierte Innenraum wirkt übrigens fast so, als könnte man ihn mit einem Gartenschlauch reinigen. Auch hier bleibt der MX-5 seinem puristischem Naturell treu.

Fazit

Der MX-5 ist nach nunmehr 20-jähriger Modellgeschichte fitter denn je und weiterhin eine durch und durch ehrliche Haut. Seinen Ur-Werten bleibt er unverändert treu und ist dennoch in allen Belangen besser als zuvor. Ein Reifeprozess, den auch guter Wein durchlebt. Und angesichts der moderaten Preisgestaltung des rundum empfehlenswerten Einstiegsmodells sorgt der Mazda-Roadster umso mehr für einen höchst angenehmen Abgang und viel gute Laune – nicht nur im goldenen Herbst.

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