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Galerie: Test Mercedes B 180 CDI

Test: Mercedes B 180 CDI

B-Hörnchen

04.10.2006

Jeder kennt die beiden berühmten Streifen- hörnchen. A-Hörnchen, der bedachte und berechnende, und B-Hörnchen, mit seinem aufgedrehten Verhalten. Bei Mercedes ist es ähnlich: Die A-Klasse ist nach wie vor eher das Auto für eine ruhigere Klientel. Die B-Klasse soll dagegen mit intelligentem Raumkonzept, frischem Design und dynamischen Fahrleistungen mehr eine junge Käuferschaft ansprechen.

Sports Tourer nennen Mercedes-Strategen das neue, von ihnen kreierte Marktsegment, zu dem die B-Klasse zählt. Das Konzept ist simpel: hoher Raumkomfort, aufregendes Design und dynamischer Fahrspaß.

Das Stuttgarter B-Hörnchen orientiert sich optisch an der R-Klasse, die Technik stammt aus der A-Baureihe. Somit kommt auch beim B die bewährte Sandwichbauweise zum Einsatz. Motor und Getriebe sind zum Teil unter der Fahrgastzelle angebracht.

Viel Platz

Galerie: Test Mercedes B 180 CDIFolge: Ein deutlicher Platzgewinn im Innenraum, der ganz den Passagieren zu Gute kommt. Durch den langen Radstand (2,78 Meter bei nur 4,27 Meter Gesamtlänge) wird die Fahrgastzelle noch geräumiger. Selbst im Fond herrscht ausreichend Bein- und Bewegungsfreiheit.

Die baulich bedingt hohe Sitzposition steigert ihrerseits den Wohlfühlfaktor. Der Fahrer behält stets den Überblick im Straßenverkehr. Durch die großflächigen, tief sitzenden Seitenfenster kommt viel Licht ins Innere. Und die Blicke der Passagiere können ungehindert nach außen gleiten.

Schön eingerichtet

Das ansprechend gestaltete Interieur lässt schnell Behaglichkeit aufkommen. Die Materialen machen ihrer Marke alle Ehre und sehen nicht nur hochwertig aus, sondern fühlen sich auch so an. Alle wichtigen Bedienelemente sind logisch platziert. Im Fond sind allerdings Verrenkungen nötig, um die Fensterheber zu erreichen.

Galerie: Test Mercedes B 180 CDIAuf den bequemen, straff gepolsterten Sesseln mit ausreichend Seitenhalt findet man schnell die passende Sitzposition. Vorausgesetzt man ist kleiner als 1,90 Meter. Darüber tritt ein Zielkonflikt ein: Erreicht man das Lenkrad optimal, ist kein Platz für die Beine. Fährt man nach hinten, rückt das Volant in weite Ferne. Zumal das Lenkrad erst gegen 156,60 Euro Aufpreis auch in der Tiefe verstellbar wird.

Klein aber kräftig

Nachdem die richtige Sitzposition gefunden ist, steht einer Ausfahrt nichts mehr im Weg. Unser B 180 CDI ist mit einem, dem Namen widersprechend, 1,9 Liter großen Selbstzünder bestückt. Maximal 109 PS leistet das Aggregat bei 4.200 Umdrehungen.

Der 1.435 Kilogramm schwere Stuttgarter tritt spontan und kraftvoll an und lässt kaum etwas von einem Turboloch spüren. Das maximale Drehmoment liegt bereits bei 1.600 Touren an und bleibt bis zu 2.600 Umdrehungen konstant bei 250 Newtonmeter.

Der B 180 CDI beschleunigt in 11,3 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 183 km/h. Geschaltet wird manuell mit serienmäßig sechs Gängen. Das Getriebe ist exakt geführt, leichtgängig und optimal abgestuft.

Für jede Gangart

Galerie: Test Mercedes B 180 CDIOrdentlich Punkte holt die B-Klasse in Sachen Fahrwerk. Serienmäßig ist der Sports Tourer mit einem selektiven Dämpfungssystem ausgestattet. Dadurch werden die Stoßdämpferkräfte der jeweiligen Fahrsituation angepasst.

Konkret heißt das: Bei normaler, gemütlicher Fahrweise ist der B weich und komfortabel gefedert. Die Gasdruckstoßdämpfer neutralisieren fast alle Unebenheiten. Auch Querfugen lassen den Mercedes unbeeindruckt.

Merkt das intelligente System, dass der Fahrer eine sportlichere Gangart anschlägt, wird die volle Dämpfkraft eingestellt. Die B-Klasse wird dann bei dynamischer Kurvenfahrt oder schnellen Spurwechseln bestmöglich stabilisiert.

Sinnvolle Assistenz

Galerie: Test Mercedes B 180 CDIDie präzise, aber nicht zu direkte Lenkung wird von dem Lenkassistenten Steer Control (im serienmäßigen ESP enthalten) unterstützt. Bei kritischer Fahrsituation greift die Servo-Unterstützung ein, und hilft dem Fahrer, den Wagen zu stabilisieren.

Doch die satt auf der Straße liegende, frontgetriebene B-Klasse bleibt sowieso fast immer der vorgegebenen Spur treu. Trotz der fast schon Van-artigen Höhe von 1,60 Meter ist sie so agil, wie man es von einer Limousine gewöhnt ist.  

Packesel

Mit standardmäßig 544 Liter Kofferraumvolumen übertrifft die B-Klasse allerdings die meisten Limousinen. Bei umgeklappter Rückbank bietet sie bis zu 2.245 Liter Stauraum. Wer das Easy-Vario-System ordert (290 Euro) kann Fondsitzlehnen und Beifahrersitz komplett ausbauen. Das allerdings erfordert einiges an Geschick und vor allem Kraft, denn leicht sind die Sessel nicht.

Fazit

Galerie: Test Mercedes B 180 CDIDynamische Fahreigenschaften und großartiges Raumgefühl - das perfekte Auto also, für junge Familien und Freizeitsportler? Ja, aber: Der Preis spricht für eine etwas reifere Zielgruppe. Den B 180 CDI kostet mindestens 25.752 Euro. Mit Sonderausstattung (unter anderem Bi-Xenon-Lichter 1345,60 Euro, elektrische Fensterheber hinten 371,20 Euro, Klimaautomatik 574,20 Euro und Radio-CD-Kombination 765,60 Euro) hat man die 30.000 Euro-Grenze schnell überschritten. Bei vergleichbaren Modellen, wie dem Seat Altea oder Ford Focus C-Max fangen die Preise über 5.000 Euro niedriger an.

Allerdings belohnt der völlig ausreichende B 180 CDI seinen Fahrer mit niedrigem Verbrauch. Unter sieben Liter Diesel pro 100 Kilometer im Stadtverkehr sind kein Problem. Kombiniert gibt sich das Aggregat bei moderater Fahrweise auch mit der fünf vor dem Komma zufrieden.

 
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