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Galerie: Test Mercedes-Benz B-Klasse Facelift

Test: Mercedes-Benz B-Klasse Facelift

Mit und ohne Hut

22.10.2014

Neuwagenkäufer sind meistens älter, ihre Sturm- und Drangzeit liegt schon länger zurück. Das wahre Alter des Fahrers wird aber gerne hinter schicken, aber nicht immer bequemen oder praktischen automobilen Formen getarnt. Doch „Rücken“, Gleitsichtbrille und andere Einschränkungen des Älterwerdens lassen viele Autokäufer nach Alternativen zu pseudo-jungbrünnlichem Automobilgehabe suchen. SUV sind eine Möglichkeit, die Zipperlein des Alltags zu kaschieren, Vans wie die Mercedes B-Klasse eine andere. Der Van mit dem Stern zielte lange Zeit fast konkurrenzlos auf die solvente, sicherheitsliebende Kundschaft. Gegen die neuen Wettbewerber BMW 2er Active Tourer und VW Golf Sportsvan wurde er nun aufgefrischt. Der 4,39 Meter lange Kompaktvan steht ab 29. November zu leicht gestiegenen Preisen ab 27.102 Euro (B 180) bei den Händlern. Das sind 270 Euro mehr als zuletzt.

Das Thema Sicherheit wird bei der B-Klasse groß geschrieben. Serienmäßig immer an Bord ist der Collision Prevention Assist (CPS), dessen Funktionen nun erweitert wurden. Die radargestützte Abstandswarnung und Bremsunterstützung durch einen adaptiven Bremsassistenten kann nun mehr. Als CPA-Plus leitet er selbständig eine Teilbremsung ein, wenn der Fahrer bei erkannter Kollisionsgefahr trotz Warnleuchte im Kombiinstrument und Intervallton nicht reagiert. Das System ist für Stadtfahrgeschwindigkeiten ausgelegt. Auswertungen der Daten des Statistischen Bundesamts haben ergeben, dass Auffahrunfälle mit B-Klasse-Fahrzeugen seit Einführung des Systems um rund 20 Prozent zurückgegangen sind. Mercedes rechnet damit, dass die verbesserte Funktionsweise die Unfallhäufigkeit um 30 Prozent sinken lässt.

Galerie: Test Mercedes-Benz B-Klasse FaceliftEbenfalls ab Werk gehört der Aufmerksamkeits-Assistent (Attention Assist) zum Serienumfang. Er arbeitet nun in einem größeren Geschwindigkeitsbereich (60 bis 200 km/h) und kann den Ablenkungsgrad des Fahrers über eine fünfstellige Balkenanzeige darstellen. Außerdem offerieren die Stuttgarter optional natürlich einen aktiven Parkassistenten. Dieser lenkt das Auto in Längs- und Querparklücken und parkt auch automatisch wieder aus. Eine Verkehrzeichen-Erkennung steht ebenfalls in der Aufpreisliste. Auch die übrige Technik wurde aufpoliert. Erstmals zu haben sind etwa optionale LED-Scheinwerfer oder ein schlüsselloses Schließsystem.

Natürlich dürfen die äußere Form sowie das Interieur ruhig eine gewisse Eleganz ausstrahlen, altbacken oder sogar alt möchte man ja schließlich nicht wirken. Die Mercedes-Macher haben ihren Kompaktvan dezent verschönert. Retuschierte Stoßfänger sowie ein leicht vergrößerter Grill lassen die B-Klasse selbstbewusster auftreten, dieser Eindruck wird durch die in die Scheinwerfer integrierten Tagfahrleuchten verstärkt. Am Heck soll eine zusätzliche Chromleiste das Hinterteil schlanker machen und edler wirken lassen. Je nachdem für welche Ausstattungslinie (Style, Urban, AMG-Line) man sich entscheidet, gehören 16-, 17oder 18-Zoll-Leichtmetallfelgen zum Serienumfang. Bei Urban sowie AMG-Line fällt eine zweiflutige Abgasanlage mit chromfarbenen Endrohrblenden auf. Im Inneren gibt es je nach Vorliebe Sitze mit Stoff oder Ledernachbildung, der freistehende Bildschirm fällt mit acht Zoll eine Nummer größer aus. Über diesen kann auch der neue Vernetzungs-Dienst „Connect Me“ gesteuert werden. Außerdem hat das Kombi-Instrument eine neue Zifferblatt-Grafik und die Ambiente-Beleuchtung bietet gleich zwölf Farben an.

Galerie: Test Mercedes-Benz B-Klasse FaceliftDas Interieur wirkt vertraut, die Bedienelemente sind typisch Mercedes. Die leicht erhöhte Sitzposition ermöglicht sowohl einen leichten Ein-und Ausstieg als auch eine gute Rundumsicht. Die Sitze sind angenehm straff gepolstert und geben einen guten Halt. Am Raumgefühl gibt es nichts auszusetzen und wer die B-Klasse als Transporter für Einkäufe oder Freizeitaktivitäten nutzen möchte, kann dies getrost tun. Das Ladevolumen beträgt zwischen 488 und 1.547 Litern.

Die Antriebspalette bleibt zum Markstart unverändert. Sie umfasst je fünf Benziner und Diesel im Leistungsband von 66 kW/90 PS bis 211 PS. Außerdem gibt es eine Erdgasvariante mit 156 PS. Eine 180 PS starke Elektro-Version kommt Ende 2014/Anfang 2015 auf den Markt. Diese wird in den USA zu Preisen ab 40.000 Dollar (31.240 Euro) angeboten. Man kann davon ausgehen, dass der Preis in Deutschland nicht weit davon liegen wird, um gegen die Konkurrenz aus Wolfsburg (E-Golf) und München (i3) punkten zu können.

Galerie: Test Mercedes-Benz B-Klasse FaceliftErweitert wurde das Allradangebot für den kompakten Raumgleiter. Jetzt stehen vier Motoren zur Wahl (B 200 CDI, B 220 CDI, B 220 und B 250). Für Allradfans dürfte vor allen Dingen der kleine Diesel eine interessante Kombination sein. Dieser leistet 100 kW/136 PS und reicht aus, das 4Matic-Fahrzeug in 9,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 207 km/h erreicht. Das Triebwerk arbeitet angenehm leise. Die Lenkung reagiert direkt, durch enge Kurven oder kleine Stadtgässchen lässt es sich mühelos manövrieren. Auffällig war bei ersten Testfahrten, wie mühelos leicht das Fahrwerk Bodenwellen nahm. Kein Poltern; keine störende Meldung an die Bandscheibe. Man merkt, dass im Rahmen der Überarbeitung die Ingenieure das Fahrwerk etwas komfortabler abgestimmt haben. Als Normverbrauchswert sind übrigens 5 Liter angegeben wie auch beim 177 PS Selbstzünder mit Allrad. Damit dürfte die B-Klasse eine gute Alternative zu SUV sein.

Ach ja: die Preise. Wer sein Fahrzeug über den Grundpreis individualisieren und verschönern möchte, hat auch bei der B-Klasse dazu reichlich Gelegenheit. Der kleine Diesel mit Allrad kostet zum Beispiel ab 35.432 Euro. Wählt man eine der schicken Ausstattungslinien, setzt noch hier und da ein Kreuzchen beim Zubehör, hat man schnell die 40.000 Euro-Grenze überschritten. (sp-x)

 
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