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Galerie: Test Mercedes C 220 CDI T-Modell

Test: Mercedes C 220 CDI T-Modell

Einer für alle

09.09.2011

Marketing-Strategen definieren gerne Zielgruppen für die von ihnen an den Mann zu bringenden Autos – die tatsächliche Käuferschaft sieht oftmals aber ganz anders aus. Beim Mercedes C-Klasse T-Modell ist diese Definition gänzlich überflüssig. Egal ob aktiver Freizeitsportler, seriöser Handelsreisender, junge Familie mit Kind oder Rentnerehepaar: das C-Klasse T-Modell erfüllt aller Bedürfnisse.

Da wären zum einen die Platzverhältnisse. Mit 4,60 Metern ist der Benz ausreichend übersichtlich und parklückentauglich und trotzdem geräumig genug, so dass man auch zu viert längere Strecken ohne Beschwerden von der Rückbank meistern kann; dazu tragen auch die langstreckentauglichen Sitze bei und nicht zu vergessen das Wohlfühlambiente, dass mit dem Facelift zu Beginn des Jahres noch etwas gesteigert wurde.

Angenehm zu befühlende und sauber verarbeitete Materialien, ein neues, farbiges Multifunktionsdisplay im Tacho, Chrom-Zierrat, Holz-, Karbon- oder Alueinlagen und eine intuitive Bedienung sorgen dafür, dass sich jung und alt schnell heimisch fühlen und zurecht finden. Für Technik-Begeisterte und solvente Kunden gibt es seit dem Facelift außerdem einen Online-Zugang, so dass man auch im Auto mit der weiten Welt in Verbindung bleiben kann. Allerdings kostet die Spielerei über 3.000 Euro.

Geräumig

Galerie: Test Mercedes C 220 CDI T-ModellDer Mercedes bietet nicht nur für die Passagiere ausreichend Platz, auch das Gepäck kann sich breit machen. 485 Liter schluckt der Kofferraum bei voller Bestuhlung, das ist etwas mehr als in die Limousine geht. Klappt man die Rückbank um – was im übrigen ein Kinderspiel ist und ohne Studium der Bedienungsanleitung klappt –,  gehen 1.500 Liter rein; mehr als in einen Audi A4 Avant oder einen BMW 3er Touring und ausreichend für das Surfbrett, die Aktenkoffer, Gartenabfälle oder den Kinderwagen. Gegen Aufpreis gibt es außerdem eine elektrisch bediente Hecklappe.

Den Antrieb übernahm in unserem Testwagen der inzwischen konzernweit verbreitete, 2,1 Liter große Selbstzünder. Das ist übrigens der einzige Vier-Zylinder-Diesel im C-Klasse-Programm, dafür gibt es in gleich in vier Ausbaustufen, vom 120 PS starken C 180 CDI bis hin zum C 250 CDI mit 204 PS; letztere Version kommt inzwischen auch in der S-Klasse zum Einsatz. Wir haben uns für den C 220 CDI entschieden, der mit 170 PS ausgestattet ist.

Empfehlung: Automatik

Galerie: Test Mercedes C 220 CDI T-ModellZur mehr als reichlich vorhandenen Leistung gesellt sich ein üppiges Drehmoment von 400 Newtonmetern, die der Vier-Zylinder bereits bei 1.400 Umdrehungen bereit stellt und mit seinem kraftvollen Durchzug jeden Gedanken an ein Turboloch noch im Keim erstickt. Ohne Verzögerung werden Gasbefehle in Vorwärtsbewegung umgesetzt, im Bedarfsfall schnellt der Benz in nur 8,3 Sekunden auf Tempo 100.

Verzichtet man trotz ausdrücklicher Empfehlung unsererseits auf die sanft und dennoch flink schaltende, äußerst komfortable Sieben-Gang-Automatik, gönnt sich der Mercedes 0,2 Sekündchen mehr für den Standardsprint. Allerdings ist der Handschalter etwas sparsamer, die technischen Daten weisen für ihn 4,7 Liter Verbrauch aus, die Automatik-Variante wird mit 5,1 Litern angegeben.

Sparsam und ausgewogen

Galerie: Test Mercedes C 220 CDI T-ModellWie auch der Unterschied bei der Sprintzeit fällt diese Differenz im Alltag allerdings nicht auf und ermittelten wir am Ende einen durchschnittlichen Konsum von sechs bis sieben Litern auf 100 Kilometer. Der Sechzig-Liter-Tank reicht also im Idealfall für rund 1.000 Kilometer, ehe der Benz an die Zapfsäule muss. Alle Motoren verfügen außerdem über eine Stopp-Start-Automatik.

Damit sich alle Käufer, vom jungen Sportler bis hin zum Senior, wohlfühlen, hat Mercedes viel Wert auf eine ausgewogene Fahrwerksabstimmung gelegt und einen in dieser Klasse vorbildlichen Kompromiss gefunden. So gleicht das Agility-Control-Fahrwerk Unebenheiten im Asphalt tadellos aus und es sorgt für eine satte Straßenlage mit einwandfreiem Geradauslauf. In schnell angegangenen Kurven überzeugt der Mercedes dagegen mit ausgesprochener Lenkpräzision und nur geringer Seitenneigung.

Sportlichkeit per Tastendruck

Galerie: Test Mercedes C 220 CDI T-ModellWill man noch mehr Sportlichkeit an Bord haben, empfiehlt es sich, das Fahrdynamik-Paket zu ordern. Per Tastendruck lassen sich die Dämpfer verhärten und die straffere Auslegung erlaubt und animiert zugleich zu einer dynamischeren Gangart. Freilich mit der Gewissheit, dass das ESP frühzeitig eingreift, sollte der Fahrer sein Können doch überschätzt haben.

Überhaupt findet sich in der Sonderaussattungs-Liste ein ganzer Reigen von unterstützenden Systemen, wie Müdigkeitswarner, Tot-Winkel-Überwawchung oder ein Spurhalteassistent, der den Mercedes bei Gefahr sogar selbsttätig wieder auf Kurs bringt. Allerdings nicht per Lenkeingriff, sondern über gezieltes Bremsen; die C-Klasse hat nämlich noch keine elektrische Servolenkung, in die man Eingreifen könnte.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mercedes C-Klasse
Motor / Ausstattung   C 220 CDI T-Modell
Motor    
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   2.143 / R4-Turbo
Leistung (kW (PS) / U/min)   125 (170) / 4.200
Drehmoment (Nm / U/min)   400 / 1.400
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   6-Gang-Schaltgetriebe
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.606 / 1.770 / 1.459
Radstand (mm)   2.760
Wendekreis (m)   10,84
Leergewicht  (kg)   1.655
Kofferraum (Liter)   485 - 1.500
Serienbereifung   205/55 R 16
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,1
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   134 / Euro5
AS24-Verbrauch (l/100km)   6,7
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   8,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   219
Preise    
ab (Euro)   38.526,25
Ausgewählte Extras (Euro)   Bi-Xenon-Kurvenlicht (1.660), 7-Gang-Automatik (2.499), Fahrassistenz-Paket Plus (2.320), Keyless-Go (893), elektrische Heckklappe (464), Parksensoren (833), Comand Online (3.070), Digitales Radio (487), USB- und iPod-Schnittstelle (261)
 
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Fazit

Mit dem C 220 CDI T-Modell hat Mercedes einen wahren Allrounder im Paket, der fast alle Bedürfnisse befriedigt: er ist geräumig und trotzdem handlich, sehr gut verarbeitet, hat einen starken und dennoch sparsamen Dieselmotor unter der Haube und eines der ausgewogensten Fahrwerke dieser Klasse. Und mit zahlreichen Optionen lässt sich fast jeder Kundenwunsch erfüllen.

Doch das Vergnügen hat auch seinen Preis. 2.300 Euro verlangt Mercedes zum Beispiel für das Fahrassistenz-Paket Plus und das ist nicht die einzige Option, die es anzukreuzen reizvoll erscheint. Will man die elektrische Heckklappe, das Automatikgetriebe, das Online-Navigationssystem, den schlüssellosen Zugang, und so weiter und so fort, summiert sich allein die Extra-Ausstattung schnell auf 15.000 oder mehr Euro.

Dabei ist das C 220 CDI T-Modell mit 38.526 Euro ohnehin nicht billig. Und das dürfte wiederum die Zielgruppe doch stark einschränken...

 
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