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Galerie: Test Mercedes GLK 280

Test: Mercedes GLK 280

Kantholz

03.12.2008

Eckig, scharf, kantig und spitz, so kommt aktuell Mercedes’ neuester SUV-Streich daher. Nach dem Motto: Besser spät als nie, schoben die Schwaben ihren kleinsten Geländekraxler in das Segment der Kompakt-SUV. Der GLK ist 25 Zentimeter kürzer als die M-Klasse, sechs Zentimeter schmaler und wiegt rund 250 Kilogramm weniger. Reicht das für die heutige Zeit?

G-Klasse 1979, ML-Klasse 1997, GL-Klasse 2006 jetzt, Ende 2008, startet mit dem GLK der kleinste Geländegänger von Mercedes in eigenständigem Design. Mit dem Aero-Look à la Audi Q5 und Volvo XC60 aber hat der Benz nichts gemein. Er steht vor seinen Mitbewerbern wie ein grober Fels in der Brandung.

Ungewohnte Formensprache

Galerie: Test Mercedes GLK 280Flache, nur leicht ansteigende Motorhaube, steil stehende Frontscheibe und unzählige Kanten, Sicken und Ecken schmücken das Blechkleid des GLK. Tatsächlich findet man kaum organische Formen in seinem Design – es ist eigenwillig und polarisiert. Der GLK ist nicht everybody’s darling.

Die kantige Form hat aber Vorteile. Die Übersicht ist hervorragend, man erahnt den Anfang und das Ende besser als bei den meisten anderen Fahrzeugen. Der Kantigkeit ist es auch zu verdanken, dass das Raumgefühl großzügig ausfällt. Galerie: Test Mercedes GLK 280Vor allem, wenn man bedenkt, dass der GLK drei Zentimeter kürzer ist als ein VW Golf Variant. Dennoch sitzen vier Personen sehr entspannt und auch zu fünft klappt’s befriedigend. Ganz hinten in das Heck des Stuttgarters passen bei voller Bestuhlung 450 Liter und im Umklappmodus 1.550 Liter Gepäck rein.

Niedriger Einstieg

Ungewöhnlich ist der Einstieg in den SUV, der untypisch flach erledigt wird. Dafür stören die zu breiten Seitenschweller. Sie werden beim Ein- und Aussteigen stets vom Hosenbein gereinigt – hier folgte die Form nicht der Funktion.

Die Interieurgestaltung erinnert an die C-Klasse, die Bedienung gibt daher keinerlei Rätsel auf. Im 3.400 teuren Navigationssystem Command APS (mit Multifunktionslenkrad) ist die Sprachbedienung gleich integriert. Galerie: Test Mercedes GLK 280Das erleichtert das Eingeben von Navigationszielen genauso wie die Telefoniererei im Auto, wenn man die Freisprecheinrichtung für gut 400 Euro geordert hat. Die teilelektrische Sitzverstellung ist dagegen Serie.

Das Pre-Safe-Paket kostet knapp 400 Euro extra und bereitet den GLK bei einem drohenden Unfall auf diesen vor: Die Lehnen werden in eine senkrechte Position gebracht, geöffnete Fenster und Schiebedach schließen automatisch und die Gurte sowie der Bremskraftverstärker werden vorgespannt.

Vollgepumpt

Galerie: Test Mercedes GLK 280Schon serienmäßig ist der GLK mit zahlreichen Sicherheitsdetails vollgepumpt. Angefangen bei exzellenten Bremsen, die den knapp zwei Tonnen schweren Brocken bei Bedarf sportwagenmäßig zusammenstauchen, den Airbags (auch für das Fahrerknie) und allen anderen Standards. Das ESP lässt sich Mercedes-typisch nicht komplett deaktivieren.

Neben den Sicherheitsdetails schenkt Mercedes bekanntermaßen dem Komfort erhöhte Aufmerksamkeit. Unser Testexemplar rollte mit 17-Zoll-Standardbereifung zum Test an (235er Pneus), was sich aus Komfortsicht als Idealpartner erweist. Sauber federt das Fahrwerk grobe und feine Unebenheiten weg. In zu schnell angegangenen Kurven schiebt er sanft über alle Viere und neigt sich dabei spür- und sichtbar zur Seite. Die recht exakte Parameter-Lenkung vermittelt jederzeit einen guten Fahrbahnkontakt und agiert im Stadtgewusel angenehm leichtgängig. Alles in allem wirkt der GLK nicht so gewollt sportlich, wie seine bayerischen Kollegen.

Soundstarker Benziner

Galerie: Test Mercedes GLK 280Sportlich ist dagegen das getestete V6-Aggregat. Der GLK 280 stellt derzeit die kleinste Möglichkeit dar, GLK mit einem Benziner zu vereinen. Viele Käufer werden das nicht tun, dabei ist diese Kombination gar nicht so ungeschickt, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag.

231 PS schöpft der V6-Motor aus ziemlich exakt drei Litern Hubraum. Das Drehmoment lautet glatt 300 Newtonmeter, was Dieselverwöhnte nur schmunzeln lässt. Dennoch erweist sich der Antrieb als ein Quell der Fahrfreude. Gleichmäßig schiebt der 280er den GLK an, untermalt seine Arbeit mit dumpfem Grummeln knapp über Leerlaufdrehzahl und fröhlichem Trompeten kurz vor der Abregeldrehzahl. Bei 210 km/h wird unser GLK elektronisch abgeregelt. Trotz seiner groben Optik ist der CW-Wert mit 0,35 für SUV-Verhältnisse durchaus windschlüpfig, auch wenn er beispielsweise nicht mit dem des Opel Insignia mithalten kann. Der ist derzeit einer der aerodynamischsten Fahrzeuge mit einem CW-Wert von 0,27.

Galerie: Test Mercedes GLK 280Der Motor harmoniert hervorragend mit der serienmäßigen Siebengang-Automatik, die allerdings zeitweise ein wenig die Schnelligkeit vermissen lässt. Der GLK 280 ist jedoch kein Sprinter sondern ein Gleiter mit exzellenten Manieren. Wer ihn artgerecht bewegt, kommt mit knapp unter 12 Litern Superbenzin 100 Kilometer weit. Wer ihn vornehmlich für den Weg in den Kindergarten oder zur Schule ums Eck missbraucht, darf sich über eine Siebzehnkommairgendwas nicht wundern. Der 280er braucht Auslauf. Und wer sich an die Regeln des Benziners hält und im Jahr nicht mehr als 15.000 Kilometer fährt, trifft mit ihm vielleicht die bessere Wahl als mit dem zweieinhalbtausend Euro teureren 320 CDI.

Galerie: Test Mercedes GLK 280Übrigens ist der GLK gar nicht so teuer, wie man meinen mag. Zumindest im direkten Vergleich mit einer C-Klasse. Der C 280 Kombi kostet ausstattungsbereinigt, allerdings ohne Allradantrieb, gut 42.000 Euro. 2.300 Euro berechnet Mercedes sonst für den Vierradantrieb 4Matic, der beim C 280 derzeit nicht erhältlich ist. 43.554 Euro müssen für den GLK 280 auf den Tisch gelegt werden. Mit den ein oder anderen sinnvollen Extras wie Xenon-Licht, beheizbaren Sitzen, Freisprecheinrichtung und Teilledersitzen schnellt der Preis allerdings spielend über die 50.000 Euro-Schwelle.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mercedes GLK
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.525/ 1.855 / 1.1699
Radstand (mm)   2.755
Wendekreis (m)   11,5
Leergewicht (kg)   1.830
Kofferraum (Liter)   450 - 1.550
Bereifung Testwagen   235/60 R 17
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   2.996 / 6, V
Leistung (PS)   231
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   300 / 2.500 - 5.000
Antriebsart   Allrad
Getriebeart   7-Gang-Automatik
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   10,5
CO2-Emissionen (g/km)   246
AS24-Verbrauch (l/100km)   11,8
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   7,9
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   37
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   210
Preise    
ab (Euro)   43.554
Empfohlene Extras   Komfort-Telefonie (416Euro), Command APS + Multifunktionslederlekrad und 4,5"-Display im Kombiinstrument (3.400 Euro), beheizte Scheibenwaschanlage (196 Euro)
 
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Fazit

Der GLK ist ein hervorragendes Alttagsauto, das gerade wegen seiner kompakten Abmessung und dem trotzdem vorhandenen Platz den großen SUV à la ML-Klasse den Rang ablaufen wird. Zudem ist der Wagen bezahlbarerer. Der kleine V6 Benziner (es gibt noch den 350) ist ein sehr angenehmes Triebwerk, das allerdings zum Saufen neigt. Wer viel und schnell fährt, sollte daher in jedem Fall zum Diesel greifen. Wir empfehlen wärmsten den Vierzylinder GLK 250 CDI mit Doppelturbo. Er wird ab Frühjahr 2009 das Idealaggregat für den kleinen Schwerschwaben sein.

Galerie: Test Mercedes GLK 280

 
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