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Galerie: Test Mercedes R280 CDI/R63 AMG

Test: Mercedes R280 CDI/R63 AMG

Weißer Riese

03.08.2006

Mercedes-Benz rundet die Modellpalette der R-Klasse nach oben und unten hin ab. Neues Topmodell ist der R63 AMG, neue Basismotorisierung der R280 CDI. Da drängen sich zwei Fragen auf: Reicht der Einstiegsmotor für den Reiseriesen? Und andererseits: Wie fühlen sich 510 PS in einem „SUVan“ an?

Zur R-Klasse selbst muss nicht mehr viel gesagt werden. Der serienmäßig mit Allradantrieb bestückte Grand Sports Tourer aus Stuttgart ist eine Mischung aus Van und SUV, bietet vier Personen auf Einzelsitzen unverschämt viel Platz und nimmt im Notfall zwei weitere Passagiere in der dritten Sitzreihe mit. Schon das Modell mit kurzem Radstand (den 280er gibt es nur so) misst vom Grill bis zur Heckschürze stattliche 4,92 Meter.

Entsprechend groß bemessen ist auch der Laderaum. In der Zweisitzer-Konfiguration passen über den topfebenen Ladeboden bis zu 1.950 Liter Gepäck, das insgesamt über 600 Kilogramm wiegen darf.

Typisch Mercedes

Galerie: Test Mercedes R280 CDI/R63 AMGDas Exterieur-Design ist zugegebenermaßen eigenwillig ausgefallen. Drinnen ist dafür alles typisch Mercedes. Lenkrad, Armaturentafel, Instrumente und Mittelkonsole, Materialqualität, Verarbeitung und Bedienlogik - der Mercedes-Fahrer erkennt vieles wieder. Und was neu erscheint, wird nach wenigen Minuten als sinnvolle Weiterentwicklung empfunden.

Beispiel: Der Wählhebel für die serienmäßige Siebengang-Automatik am Lenkstock. So konnte der Mitteltunnel nun komplett mit praktischen Fächern bestückt werden, da die Handbremse ja schon vor Urzeiten in den Fußraum verbannt und zur Fußfeststellbremse umfirmiert wurde.

Noch wenig Gegenliebe

Galerie: Test Mercedes R280 CDI/R63 AMGSo durchdacht der Premium-Praktiker auch ist, die Kunden honorieren das bislang nur bedingt. Mercedes selbst freilich zeigt sich „sehr zufrieden“ vom Absatz. Schiebt aber sogleich Einschränkungen hinterher, die da lauten: „Wer automobile Trends setzt, muss Geduld beweisen“ oder „Wir sind überzeugt davon, in Zukunft noch mehr zu verkaufen“. Konkrete Zahlen für den deutschen Markt: gerade einmal 2.400 Einheiten meldet das Kraftfahrt-Bundesamt bis einschließlich Juni. Die M-Klasse verkaufte sich im selben Zeitraum viermal so gut.

Eine beliebte Taktik, den Absatz anzukurbeln, ist die Einführung eines neuen Basismodells. Bislang startete die Modellpalette mit dem R 350, der die magische 50.000-Euro-Schwelle aber bereits überschritten hat. Mit dem R280 CDI beginnt die Preisliste nun bei rund 49.000 Euro. Ausgestattet ist er so gut wie der rund 3.000 Euro teurere R320 CDI, und selbst der Motor unterscheidet sich nur bezüglich der Leistung.

Munter und leise

Galerie: Test Mercedes R280 CDI/R63 AMG190 statt 224 PS leistet der 3,0-Liter-V6-Common-Rail-Diesel im 280er, kommt auf maximal 440 Newtonmeter Drehmoment. Erster Eindruck: Völlig ausreichend! Munter und bekannt laufruhig spurtet der R280 CDI los, hat in weniger als zehn Sekunden die 100 km/h erreicht und schafft auf der Autobahn 210 km/h Spitze.

Für Letzteres braucht es freilich etwas Anlauf, schließlich wiegt der Allradler „nackt“ schon 2,2 Tonnen. Angesichts dessen geht auch der Durchschnittsverbrauch von 9,3 Litern (Herstellerangaben) durchaus in Ordnung. Bei unseren ersten, nicht sonderlich zaghaften Testfahrten errechnete der Bordcomputer einen Schnitt von elf Litern.

Grand Supersport Tourer

Galerie: Test Mercedes R280 CDI/R63 AMGDamit kommt der R63 AMG nicht aus. Nie im Leben. Wer den „Trendsetter“ mit dem „weltweit stärksten Saugmotor“ ordert, will schließlich Gas geben. Dann bleiben selbst die 16,3 Liter Herstellerangaben ein frommer Wunsch. Dafür bietet dieser Van die Fahrleistungen eines reinrassigen Sportwagens.

Der wunderbar soundstarke und drehfreudige 6,2-Liter-V8, der bereits in der M-Klasse, dem CLK und der E-Klasse zum Einsatz kommt, leistet im R63 AMG sage und schreibe 510 PS bei 6.800 Touren. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 630 Nm.

Damit ist der R63 AMG in jeder Situation überragend motorisiert, sprintet in 5,0 (!) Sekunden von 0 auf Tempo 100 und muss sich, wie alle Benzen, bei 250 km/h einbremsen lassen. Schön: Die Lenkung ist deutlich präziser als in den indirekt ausgelegten Serien-Modellen, die Siebengangautomatik reagiert schneller. Unschön: 96.976 Euro kostet der „kurze“ Spaß, für die Langversion sind gar 98.716 Euro fällig.

Fazit

Galerie: Test Mercedes R280 CDI/R63 AMGZwei Fragen, drei Antworten: Reicht die neue Basismotorisierung R280 CDI? Klares Ja! Geräuscharm und durchzugsstark passt der leistungsreduzierte 3,0-Liter-V6 wunderbar zum Reise-Riesen. Und wie fühlen sich die 510-AMG-PS in einem „SUVan“ an? Als würde man auf einem mit Speed gedopten Belugawal durch die Stromschnellen des Colorado River im Grand Canyon raften.

Um die Zukunft der R-Klasse steht es so schlecht nicht. Preislich liegt sie auf einem Niveau mit der M-Klasse und dem E-Klasse T-Modell. Ein Großteil eben jener Kunden ist derzeit noch gebunden an bestehende Leasing-Verträge. Laufen die aus, dürften nicht wenige mit einem Premium-Van liebäugeln. Dass ein Markt vorhanden ist, beweist schon die Reaktion der Konkurrenz: Auch BMW und Audi arbeiten derzeit eifrig an so genannten raumfunktionalen Konzepten.

 
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