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Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5

Test: Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5

Rote ohne Käppchen

03.05.2006

Beide sind offen, beide sind herzig: Nicht nur die Damenwelt kommt beim Mini Cabrio und dem Mazda MX-5 ins Schwärmen. Rollen die beiden dann auch noch in Rot vorbei, sind verdrehte Hälse seitens der Passanten garantiert. Dass beide Testwagen in Signalfarbe angeliefert wurden, war ein schöner Zufall. Die feinen Farbnuancen - der Mini in sattem Dunkelrot, der Mazda MX-5 in grellem Feuerwehrrot wohl eher nicht.

In unserem Vergleichstest treten der Mini Cooper mit 115 PS gegen das MX-5-Basismodell mit 126 PS an. Nicht nur leistungstechnisch, auch von Seiten des Preises dürfte der eine oder andere Oben-Ohne-Fetischist speziell diese beiden Retro-Renner genauer unter die Lupe nehmen. Denn „nackt“ kosten sie jeweils rund 21.000 Euro, mit einigen sinnvollen Extras bestückt um die 24.000 Euro.

Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5Bei Mini bekommt man dafür einen 2+2-Sitzer. 2+2 bedeutet, dass hinten lediglich Notsitze verbaut sind, die man am besten als schicke Erweiterung des Kofferraums betrachtet. Das eigentliche Gepäckfach ist winzig (120 Liter) und über den niedrigen, nach unten aufklappenden Deckel auch recht mühsam zu beladen. Allerdings kann man die Rücksitze umklappen und so immerhin zwei Golfbags blicksicher transportieren.

Verspielter Mini

Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5Im Mazda muss man sich entscheiden: Ein Golfbag oder ein Beifahrer. Der reinrassige Roadster hat zwei Sitzschalen und einen separaten Kofferraum, der immerhin 150 Liter oder zwei kleinere Koffer und eine Tasche schluckt. Hinter den Sitzen finden sich drei praktische Klappfächer. Die vier großzügig dimensionierten Cupholder, zwei in der Mittelkonsole, jeweils einer in den Türen, fassen auch hohe Getränkebehälter. Der Mini hat nur zwei Becherhalter, die zudem noch unglücklich weit vorne im Mitteltunnel sitzen und nach oben hin von den tief sitzenden Hebelchen für die Fensterheber auf 0,33er-Dosen-Maß begrenzt sind.

Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5Genauer betrachtet bestätigt das gesamte Mini-Interieur den Eindruck, dass hier eindeutig mehr Wert auf Design denn auf Nutzen gelegt wurde. Die Instrumente auf der Lenksäule werden zum Teil vom Lenkradkranz verdeckt, in der Mittelkonsole informieren (optionale) Anzeigen über Tankfüllung, Öldruck, Motor- und Öltemperatur - eine Uhr sucht man dagegen vergebens. Die teilt sich in Form einer winzigen Digitalanzeige im Tacho den Platz mit dem Tageskilometerzähler.

Puristischer MX-5

Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5Im Mazda geht es deutlich puristischer zu. Klassische Instrumente, klare Linien, wenig Knöpfe. Hundertprozentig logisch sind letztere aber auch nicht verteilt. Der Tankdeckel-Öffner etwa versteckt sich in der mittleren Box hinter den Sitzen, der Kofferraum-Öffner dagegen im unteren Teil des Armaturenträgers auf Höhe des linken Knies. Eine Automatikfunktion für die Fensterheber gibt es nur für die Fahrerseite, und das auch nur zum Öffnen.

Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5Nun genug der Klein-Klein-Kritik, schließlich dienen Cabrios in erster Linie dem Fahrspaß. Dach runter, und los: Im Mini geht das per Knopfdruck. Zuerst gleitet der vordere Teil nach hinten und präsentiert ein vollwertiges Schiebedach. Noch mal auf den Knopf, und das Stoffverdeck senkt sich komplett ab. Von ganz zu bis ganz offen vergehen gerade einmal 15 Sekunden. Trotzdem ist der Mazda schneller, weil manuell, vom Stöffchen befreit: Mit dem mittigen Griff entriegeln, nach hinten schubsen, zurückgreifen und zum Einrasten kurz festdrücken - nach drei Sekunden scheint die Sonne rein.

Im Mini sitzt man, im Mazda liegt man. Das Lenkrad lässt sich bei keinem der beiden längs verstellen, was beim Mazda weniger stört, da es von Haus aus näher am Fahrer platziert ist. Eine Sitzhöhenverstellung sucht man hier, anders als im Mini, vergebens. Beide Kontrahenten verzücken den sportlich orientierten Fahrer mit kleinen wie griffigen Lenkrädern sowie knackig kurzen Schaltknäufen und Schaltwegen.

Drehzahlhunger

Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5Gut so, denn flottes Fahren fordert hier wie dort viel Schaltarbeit. Unter der Haube des Mazda arbeitet ein 126 PS starker Vierzylinder, der zwar stets spontan Gas annimmt, aber erst ab 4.500 Umdrehungen so richtig giftig wird. Auf Touren gehalten, bietet der „kleine“ MX-5 dann auch überraschend viel Power. Untermalt von heißerem Fauchen hängt der Motor wunderbar am Gas und peitscht den nicht einmal 1,2 Tonnen leichten Roadster voran.

Der Mini hat es da nicht ganz so leicht. Einerseits leistet sein 1,6-Liter-Vierzylinder nur 115 PS, die auch noch 100 Kilogramm mehr bewegen müssen. Doch auch er durcheilt die 100-km/h-Marke in unter zehn Sekunden. Aus dem Drehzahlkeller heraus fehlt dem Cooper-Aggregat jedoch die Spritzigkeit. Nahe am Drehzahlbegrenzer gehalten, geht es dafür ordentlich zur Sache. Dazu fönt es kernig aus dem Auspuff.

Unterschiedliche Kurventechnik

Kurven lieben sie beide, wenngleich das Fahrverhalten unterschiedlicher nicht sein könnte. Der heckgetriebene Mazda wetzt agil ums Eck und schickt bei zuviel Übermut schon mal das leicht werdende Hinterteil nach vorne. Nur vernünftig, dass die Stabilitätskontrolle (DSC) serienmäßig angeboten wird. Keinen Deut langsamer meistert der Mini Links-Rechts-Kombination. Allerdings sitzen Antrieb und Hauptlast auf der Vorderachse, was im Grenzbereich zu ausgeprägtem Untersteuern führt. Da ein Rutschen über die Vorderräder genauso wenig witzig ist wie ein ausbrechendes Heck, wundert es schon, dass bei Mini das sinnvolle DSC aufpreispflichtig ist. Was die Lenkpräzision betrifft, reicht bei beiden ein Wort: mustergültig.

Galerie: Test Mini Cooper Cabrio vs. Mazda MX-5Auffällig ist, dass der Mazda trotz des geringeren Gewichts und des längeren Radstands eine höhere Karosseriesteifigkeit aufweist. Trotzdem ist der Mini der König der Langstrecke. Das deutlich leisere Innengeräusch (bei geschlossenem Verdeck) und der unvergleichlich satte, spurstabile Geradauslauf sind nicht zu toppen. Enorm störend dagegen ist die schlechte Übersichtlichkeit nach hinten, zur Seite und Richtung Ampel. Geschlossen ist diesbezüglich auch der MX-5 eine Katastrophe, doch beim Mini sieht man sogar bei geöffnetem Dach im Rückspiegel nichts als das heruntergelassene Verdeck und die mächtigen Überrollbügel.

Fazit

Nein, praktisch sind die beiden Roten ohne Käppchen wirklich nicht. Und trotzdem so was von begehrenswert. Mini wie MX-5 sehen umwerfend aus und bieten enorm viel Fahrspaß. Puristischer und sportlicher ist der Mazda MX-5. Sein kräftiger Motor und die besonders agilen Fahreigenschaften begeistern.

Der ebenfalls sehr wendige Mini ist allerdings das vielseitigere Auto. Besserer Reisekomfort und mehr Laderaum (wenn auch als Rückbank getarnt) bedeuten erheblich höheren Alltagsnutzen.

Preislich liegen MX-5 1.8 und Cooper Cabrio auf ähnlich hohem Niveau. Die Anschaffungskosten dürften bei der Kaufentscheidung damit kaum eine Rolle spielen.

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