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Galerie: Test Mini Cooper S Countryman ALL4

Test: Mini Cooper S Countryman ALL4

Der Praktische

18.05.2011

Mini steht vor allem für Lifestyle und weniger für Alltagsnutzen. Mit dem dreitürigen Clubman haben die Münchner vor einigen Jahren probiert, ihrem Kleinwagen etwas mehr Praktikabilität zu verleihen – mit mäßigem Erfolg. Doch mit dem Countryman gibt es nun tatsächlich einen Mini, der zu Recht als praktisch gelten darf.

Kein Wunder, misst der Mini Countryman mit seinen 4,11 Metern in der Länge so viel, wie einst ein VW Golf III und der Wolfsburger Bestseller galt schließlich schon immer als äußerst praktisch. Und in der Höhe übertrifft der bullig auftretende Münchner, der aber wie alle Minis freilich mit dem Kindchenschema koketteiert, den Golf sogar um ein paar Zentimeter.

Zum ersten Mal mit vier Türen

Galerie: Test Mini Cooper S Countryman ALL4Zum ersten Mal gibt es bei Mini vier vollwertige Türen, so dass auch der Zugang zum Fond problemlos möglich ist. Dort hat es standardmäßig zwei Einzelsitze, auf Wunsch, und aufpreisfrei, kann man aber auch eine Sitzbank mit drei Plätzen ordern – das steigert die Alltagstauglichkeit weiter, zumal sie dreigeteilt umgeklappt werden kann.

Wer sich für diese Variante entscheidet, muss allerdings auf die Center Rail im Fond verzichten. Dahinter verbirgt sich ein Aluschienensystem, das zwischen Fahrer- und Beifahrersitz (und eben beim Vier-Sitzer auch zwischen den Fondsitzen) installiert ist, und auf dem verschiedene Halterungen für Getränke, das Handy oder ein Aschenbecher, befestigt und hin- und hergeschoben werden können. Schwer dürfte der Verzicht auf diese Spielerei allerdings nicht fallen, so dass der Fünf-Sitzer sicher die bessere Wahl ist.

Viel Platz

Galerie: Test Mini Cooper S Countryman ALL4Zu dem für einen Mini üppig dimensionierten Innenraum gesellt sich ein Kofferraum, der alle bisherigen Mini-Gepäckabteile übertrifft. Mit bis zu 1.170 Litern schluckt der Countryman rund 250 Liter mehr als der normale Mini oder der Clubman; auch bei voller Bestuhlung liegt das Volumen mit 350 Litern deutlich höher als bisher. Jetzt steht auch Urlaubsreisen nichts mehr im Weg.

Der Innenraum selbst ist typisch Mini, das Cockpit wird von dem bekannten, überdimensionalen Tacho in der Mitte dominiert und auch die flugzeugähnlichen Kippschalter findet man im Countryman wieder. Leider sind auch im Countryman die Materialien nicht besonders hochwertig und die Verarbeitung könnte durchaus besser sein. Ein wenig kaschieren kann man dies zum Beispiel mit dem Ambiente-Licht in verschiedenen Farbtönen, die der Fahrer je nach Lust und Laune wechseln kann – typische Mini-Spielereien.

Zahlreiche Spielereien

Galerie: Test Mini Cooper S Countryman ALL4Dazu zählt übrigens auch die iPhone-App Mini Connected, über die man, wenn man die entsprechende Schnittstelle geordert hat (250 Euro), nicht nur seinen Facebook-Account oder aktuelle Nachrichten ins Auto laden kann, sondern auch überprüfen kann, ob der Fahrstil besonders effizient ist. Nettes Extra: Koppelt man beim Aussteigen das Telefon ab, merkt es sich, wie viel Sprit noch im Tank ist. Und bei Bedarf führt es den Besitzer zurück zu seinem Auto.  

Aktuelles Top-Modell ist der Cooper S Countryman, dessen Vier-Zylinder-Turbo 184 PS entwickelt. Allerdings schleppt der Countryman mit über 1,4 Tonnen auch rund 200 Kilogramm mehr Gewicht mit sich herum als der normale Mini. Und das spürt man auch. Freilich geht auch der Countryman mit 240 Newtonmeter Drehmoment kraftvoll ans Werk, hängt gut am Gas und zieht – gekoppelt mit einem knackigen Sechs-Gang-Getriebe – artig aus dem Drehzahlkeller durch; legt man es darauf an, reißt er die 100-km/h-Marke nach 7,9 Sekunden. Kein Grund zur Beschwerde also. Doch wirkt er eben nicht ganz so spritzig und flott, wie man es sonst vom Cooper S gewohnt ist. Und: 210 km/h Höchstgeschwindigkeit sind für fast 200 PS nicht wirklich viel.

Typischer Mini-Fahrspaß

Galerie: Test Mini Cooper S Countryman ALL4Dem Fahrspaß tut dies alles keinen Abbruch, vor allem, weil Mini es geschafft hat, auch dem höher bauenden Countryman das markentypische, Go-Kart-ähnliche Fahrverhalten zu bewahren. Dazu trägt auch der ALL4 genannte, erstmals bei Mini erhältliche Allradantrieb seinen Teil bei, der die Kraft per elektromagnetischer Lamellenkupplung zwischen den Achsen verteilt: Im Normalfall paritätisch, doch kann auch das komplette Antriebsmoment an eine Achse geschickt werden.

Im Stadtalltag ist davon nicht allzu viel zu spüren und werden wohl nur die wenigsten mit dem Countryman ins Gelände abzweigen. Doch bei flotter, dynamischer Fahrweise spielt das System seinen Trumpf aus, der Mini krallt sich förmlich in den Asphalt und zieht akkurat wie auf Schienen um die Kurve. Das bedeutet neben einem Plus an Spaß auch einen Zugewinn an Sicherheit.

Viele Extras gegen Geld

Galerie: Test Mini Cooper S Countryman ALL4Hinzu kommt eine direkte, straffe Lenkung, die dem Fahrer sehr gute Rückmeldung bietet. Wer zudem für 130 Euro den Sport-Button ordert, kann per Tastendruck das Ansprechverhalten des Volants noch ein wenig verschärfen. Gleichzeitig reagiert dann auch das Gaspedal sensibler – wiederum eine nette Spielerei, die aber nicht wirklich nötig ist.

Zumal Mini zahlreiche Optionen bietet, mit denen die Kunden die Rechnung in die Höhe treiben können. Und die ist mit mindestens 27.900 Euro ohnehin schon recht hoch. Wer Xenon-Licht, eine Klimaautomatik, Parksensoren – die ob der guten Übersicht nicht zwingend nötig sind –, eine Sitzheizung oder auch nur einen simplen Bordcomputer will, wird zur Kasse gebeten und lässt sich so der Preis schnell auf 35.000 Euro treiben – bei weitem keine Mini-Summe mehr.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Mini Countryman
Motor / Ausstattung   Cooper S ALL4
Motor    
Hubraum (Kubikzentimeter / Bauart)   1.598 / R4-Turbo
Leistung (kW (PS) / U/min)   135 (184) / 5.500
Drehmoment (Nm / U/min)   240 (260) / 1.600 - 5.000
Antriebsart   Allradantrieb
Getriebeart   manuelles 6-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.110 / 1.789 / 1.561
Radstand (mm)   2.595
Wendekreis (m)   11,6
Leergewicht  (kg)   1410
Kofferraum (Liter)   350 - 1.170
Serienbereifung   205/55 R 17
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,7
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   157 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   8,9
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   210
Preise    
ab (Euro)   27.900,00
Ausgewählte Extras (Euro)   Lichtpaket (200), Xenon-Kurvenlicht (1.000), Bordcomputer (150), Klimaautomatik (400), Metalliclack (450), Navigationssystem (1.950), Parksensoren (350), Sitzheizung (290)
 
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Fazit

Keine Frage, der Countryman ist der praktischste Mini, den man bekommen kann. Bis zu fünf Personen können kommod sitzen und selbst dann ist noch Platz fürs Gepäck im Kofferraum. Dass das gestiegene Gewicht dem Cooper S ein wenig Elan raubt, ist nicht mehr als eine Randnotiz, den typischen Mini-Fahrspaß vermittelt auch der Countryman par excellence – nicht zuletzt wegen des zum ersten Mal in der Mini-Geschichte erhältlichen Allradantriebs. Und der ist mit 6,7 Liter Normverbrauch dazu noch recht sparsam. Zumindest auf dem Papier, denn in unserem Test verbrannten wir auf 100 Kilometer knapp unter neun Liter – der Mini animiert eben nicht zur spritsparenden Fahrweise.

Galerie: Test Mini Cooper S Countryman ALL4

 
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