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Galerie: Test Peugeot 2008

Test: Peugeot 2008

Hochgestuft

28.11.2013

Peugeot ist schlau: Um dem dahinsiechenden Segment der Kleinwagen-Kombis mehr Schwung zu verleihen, machen die Franzosen aus dem Stauraum-Ableger des 208 den 2008. Über das reine Nutzwert-Heck hinaus wurde die neue Baureihe zusätzlich mit SUV-Zitaten optisch aufgewertet. Der etwas eigenständiger positionierte Kombi-Ableger kann nicht nur Raumwünsche erfüllen, sondern auch denjenigen Autokunden als Projektionsfläche dienen, die von einem stattlicheren Hochsitz träumen. Und davon gibt es immer mehr.

Nach Kleinwagen sieht der 2008 entsprechend nicht mehr aus. Immerhin erreicht er mit seinen 4,16 Meter Länge fast schon Kompaktklasse-Abmessungen und kann sich dank der Fahrwerkshöherlegung und einer Dachreling in klassischer SUV-Manier abheben. Zudem finden sich im 2008-Blechkleid viele Details der recht ansehnlichen 208-Baureihe, wobei die modifizierte Scheinwerfer-Grafik, der Doppelkühlergrill und die Rund-um-Robustbeplankung für eigene besondere Akzente sorgen. Was beim gestreckten 2008 leider etwas verloren ging, sind die knackigen Proportionen seines kleinen Bruders.

Innen gibt sich der 2008 deutlicher als 208-Derivat zu erkennen, denn hier finden sich die zwar eigenwilligen aber in der Praxis dennoch schicken und funktionalen Lösungen wie das über dem Lenkradkranz positionierte Kombiinstrument. Wer also Tacho und Drehzahlen im Blick haben will, schaut nicht mehr durch, sondern übers Lenkrad auf diese analog wie auch digital dargereichte Informationswelt und hat dabei auch den Blick ziemlich gut auf den Verkehr gerichtet.

Günstig und gut

Galerie: Test Peugeot 2008Eine rein digitale Informationswelt bietet das Infotainment-Navi-System mit einem freischwebend am oberen Ende der Mittelkonsole montierten Touchscreen. Auch diese in vielen Aspekten eigenständige und nach einer Eingewöhnungsphase gut bedienbare Navi-Multimedia-Lösung verdient Lob. Für vergleichsweise günstige 490 Euro bietet Peugeot nämlich ein zeitgemäßes und dank des großen Touchscreens von Schaltern entfrachtetes System an, welches einer neuen von Peugeot entwickelten Bedienlogik folgt. Diese ist zwar nicht immer intuitiv, aber nach einer Eingewöhnungsphase kommt man durchaus gut zurecht. Der Käufer eines 2008 wird sich ohnehin mit Entdeckereifer ein Weilchen mit den in der Bedienanleitung aufgeführten Feinheiten auseinandersetzen.

Ansonsten gibt der mit Schaltern und Knöpfen recht rar bestückte Arbeitsplatz keine Rätsel auf. Eine Kuriosität findet sich zwischen den Vordersitzen in Form des Feststellbremshebels, der statt als langer Hebel als platzsparender, wulstiger und gut zur Hand liegender Knubbel ausgeführt wurde. Trotz dieser und anderer Feinheiten: Im 2008 finden sich auch einige eher profan anmutende Materialien sowie leichte Schwächen in der Verarbeitung. Nicht perfekt entgratete Ecken und gelegentliches Knarzen aus dem Armaturenbrett legen den Verdacht nahe, dass hier das in mehrfacher Hinsicht fortschrittliche Auto doch einer gewissen französischen Tradition bei der Verarbeitungsqualität folgt.

Geräumig

Galerie: Test Peugeot 2008Über jeden Zweifel erhaben ist das Platzangebot des 2008. Dies liegt zum einen an dem ohnehin schon sehr gute Packiging des 208, der trotz seiner nur 3,96 Meter kurzen Karosserie bereits auf beiden Reihen erwachsene Gäste mit ausreichend Freiraum versorgt. Darüber hinaus legt der längere 2008 im Fond noch ein Schippchen drauf und hat zudem einen gut dimensionierten Kofferraum. 360 Liter schluckt das Gepäckabteil und ist dank einer geteilt und mit wenigen Handgriffen umlegbaren Rückbanklehne auf einen knapp 1,2 Kubikmeter großen, ebenen Laderaum erweiterbar. Allerdings sind bis auf Verzurrösen, zwei seitlichen Einbuchtungen und dem zweistufig arretierbarem Gepäckraumrollo keine besonderen Clever- und Gepäckarretier-Lösungen dabei.

SUV-typisch, selbst wenn es so kompakt wie der 2008 ist, sind natürlich Dieselaggregate; hier hat Peugeot eine wirklich gutes Angebot im Portfolio. Doch ist der 2008 eben ein Pseudo-SUV, das es ausschließlich als Fronttriebler gibt und der zudem dem preissensiblen Kleinwagen-Segment entstammt. Entsprechend ist auch ein kleiner Benziner zu haben, wie das von uns getestete Basisaggregat: Ein 1,2-Liter-Dreizylinder mit ausreichenden, jedoch nicht sonderlich aufregenden 82 PS.

Für geduldige Menschen

Trotz seines kernigen Dreizylinder-Naturells sorgt das Aggregat für einen eher beschaulichen Vortrieb, dessen Vorwärtsdrang immerhin dafür reicht, überall mitschwimmen zu können. 13,5 Sekunden dauert der Sprint, 169 km/h sind maximal möglich. Vor allem auf der Autobahn aber lässt das Zylinder-Trio an Durchzug vermissen und machen die bescheidenen 118 Newtonmeter manches Überholmanöver zur Geduldsprobe.

Auf der anderen Seite der Medaille steht ein zumindest theoretisch recht bescheidener Verbrauch von lediglich 4,9 Litern Benzin auf 100 Kilometer. Praktisch ist es dann aber oft auch so, dass kleine Sparmotoren ob ihrer fehlenden Durchzugskraft gerne um höhere und damit verbrauchstreibende Drehzahlen bemüht werden. Im Fall des 2008 1.2 L VTi kann das zu deutlichen Sprüngen führen. Im günstigsten Fall haben wir erfreuliche 5,5 Liter verfeuert, während nach flotten Autobahnfahrten rund neun Liter für etwas Verdruss an der Zapfsäule sorgten, denn dynamisch betrachtet war der Gegenwert bescheiden.

Ordentliches Fahrwerk

Galerie: Test Peugeot 2008Dabei ist der 2008 durchaus ein Auto, das ruhig stärker gefordert werden kann. Statt wie einst als schaukeliger Komfort-Franzose, versucht sich der Pseudo-SUV nunmehr als tendenziell straffer und durchaus williger Kurvenflitzer. Wenn auch nicht so lustbetont wie ein Mini Countryman, kann man auch mit einer gewissen Aggressivität reuelos Biegungen durcheilen. Dabei könnte die Karosserie selbstredend weniger Seitenneigung zeigen und die Sitze mehr Seitenhalt bieten, müssen sie für den Autoalltag andererseits aber nicht.

Vergleichsweise günstig

Galerie: Test Peugeot 2008Dem ein oder anderen könnte die Basismotorisierung zu viel des Verzichts sein, im Gegenzug stellt Peugeot dafür aber eine recht bescheidene Rechnung aus. Für 14.700 Euro gibt es das niedrigste Ausstattungsniveau Access, welches bereits eine vollständige Sicherheitsausstattung, elektrische Spiegel und Fensterheber vorne, sowie Tempomat und LED-Tagfahrlicht bietet. 16.450 Euro kostet die von uns getestete, nächsthöhere Version Active, die zusätzlich mit Klimaanlage, Audiosystem, Lederlenkrad, Touchscreen, USB-Anschluss, Nebelscheinwerfer und Bluetooth-Freisprechanlage ausgestattet ist. Wer dann noch 400 Euro für die Klimaautomatik und 490 Euro für das Navisystem investiert, hat sich ein bereits recht feines Gesamtpaket geschnürt.

Und eben ein günstiges, denn im Vergleich zu den meisten Mitbewerbern markiert der 2008 den preislich untersten Einstieg in den SUV-Welt. Nissan Juke, Renault Capture, Opel Mokka – für alle werden Mehrinvestitions-Beträge im hohen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich verlangt. Lediglich mit dem Dacia Duster gibt es einen Konkurrenten, der dieses Preisniveau deutlich unterbieten kann.

 
Fazit

Mario Hommen

Vielseitiges Konzept, günstiger Preis: Der Peugeot 2008 ist im rasant wachsenden Segment kleiner SUVs ein bemerkenswert günstigstes Angebot. Trotz des Spartarifs bietet der Franzose die derzeit bei vielen Autokunden recht gefragte Robustoptik und Hochbeinigkeit in Kombination mit dem praktischen Nutzwertpotenzial und dem Platzangebot eines Kombis.

Der modern und wohnlich eingerichtete Innenraum des 2008 zeichnet sich darüber hinaus durch einige eigenwillige und dennoch gut funktionierende Lösungen aus. Wie zum Beispiel die ungewöhnliche Positionierung des Kombiinstruments überm Lenkrad, die progressiv und praxistauglich zugleich ist.

Die von uns getestete Basismotorisierung ist zwar vortriebstechnisch keine Offenbarung, die bescheidene Leistung des Dreizylinders macht aber erst diesen bescheidenen Basis-Preis möglich und sorgt bei geruhsamen Zeitgenossen zudem für bescheidene Verbräuche. Insofern muss SUV-fahren gar nicht mal teuer sein und bedeutet es in diesem Fall ebenfalls nicht, das ein Kleinwagen-Derivat kleinen Platz bietet.
 
 

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