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Galerie: Test Porsche 911 Carrera 4S Coupé

Test: Porsche 911 Carrera 4S Coupé

Für jeden der Richtige

14.05.2009

Wer sich bei Porsche nach einem neuen Elfer umsieht, steht vor der Qual der Wahl: Ganze 14 Modellvarianten der Baureihe 997 haben die Zuffenhausener derzeit im Angebot. Das Spektrum reicht vom einfachen Carrera bis hin zum mehr als doppelt so teuren GT2. Wir haben das Carrera 4S Coupé zum Test gebeten.

Heck- oder Allradantrieb, Coupé, Cabrio oder Targa, Sauger oder Turbo in verschiedenen Leistungsstufen - Porsche bietet den 911er in so ziemlich jeder Kombination an und schafft so mit nur einer Baureihe ein Produktportfolio, das größer ist als das komplette Programm mancher Mitbewerber. Und welchen soll man jetzt nehmen? Im Zweifelsfall das Carrera 4S Coupé mit Doppelkupplungsgetriebe.

Galerie: Test Porsche 911 Carrera 4S CoupéDas Coupé ist ob des festen Dachs allwettertauglicher als das Cabrio, der Sauger ist wengier laut als der Turbo, bietet als S aber mehr als ausreichend Leistung, der Allradantrieb sorgt für Fahrspaß bei gleichzeitig höherer Sicherheit und das Doppelkupplungsgetriebe vereint die sportliche Dynamik eines Handschalters mit dem Komfort einer Automatik. Zudem zählt dieser Elfer mit einem Preis von 100.000 Euro sogar noch zu den günstigeren der insgesamt 14 Kombinationen. Was will man mehr?

Knapp 300 km/h

Galerie: Test Porsche 911 Carrera 4S CoupéAber der Reihe nach: Befeuert wird der Porsche traditionell von einem Sechs-Zylinder-Boxer-Motor, der seit dem Facelift im Sommer 2008 mit Benzindirekteinspritzung arbeitet und so mehr Leistung bei gesunkenem Verbrauch liefert. In Zahlen ausgedrückt heißt das: 385 PS und 420 Newtonmeter. Genug, um den nur eineinhalb Tonnen schweren Porsche schon bei sanftem Tritt aufs Gaspedal los sprinten zu lassen und ihn auf knapp 300 km/h zu bringen.

Die Verwaltung dieser Kraft oblag in unserem Testwagen dem neuen Porsche Doppelkupplungsgetriebe PDK. Und dessen zwei Kupplungen jonglieren so präzise, schnell und harmonisch mit den sieben Gängen, dass auch die letzten Zweifel an der Kombination aus Porsche und Automatik im Nu verfliegen. Wer nicht gerade Walter Röhrl heißt, wird mit einem manuellen Getriebe wohl kaum an die Geschwindigkeit der Gangwechsel rankommen, die das PDK vorlegt.

Schneller als per Hand

Galerie: Test Porsche 911 Carrera 4S CoupéSo ist das PDK-Modell auch beim Standardsprint mit 4,5 Sekunden zwei Zehntel schneller als die Handschalter. Wer auch noch das Sport Chrono Paket bestellt hat, kann per Tastendruck den „Sport+“-Modus anwählen. Dann werden die Gänge regelrecht reingehämmert und die Tempo-100-Marke fällt nach 4,3 Sekunden. Auf Komfort muss man dann allerdings verzichten. Dafür verwöhnt der hochdrehende Elfer mit donnertem Klang und gibt beim Runterschalten brav Zwischengas.

Wer‘s leiser mag, wird sich am frühen Hochschalten im Normalmodus erfreuen. Schon im Stadtverkehr legt das PDK häufig den siebten Gang ein. Die niedrige Drehzahl schlägt sich zum einen in der leisen Geräuschkulisse nieder, zum andern aber auch im geringeren Verbrauch. Und will man spontan beschleunigen, genügt der Tritt aufs Gaspedal. In Windeseile schaltet das Getriebe runter und überspringt den ein oder anderen Gang. Ach ja: Wer unbedingt will, kann die Gangwahl auch noch per Schaltwippen am Lenkrad selbst dirigieren - nötig ist dies aber nur selten.

Galerie: Test Porsche 911 Carrera 4S CoupéHohe Präzision

Mit dem Carrera 4S liefert Porsche serienmäßig das PASM, also das Porsche Active Suspension Management aus. Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich nichts anderes als ein variables Dämpfungssytem, bei dem der Fahrer per Tastendruck Einfluss auf die Härte des zehn Millimeter tiefer als normal liegenden Fahrwerks nehmen kann. Doch egal, ob Komfort- oder Sportmodus, an Präzision lässt es der Elfer nie vermissen und die superdirekte Lenkung erlaubt haargenaue Kurvenstriche.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Porsche Carrer 4S Coupé
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.435 / 1.852 / 1.300
Radstand (mm)   2.350
Wendekreis (m)   k. A.
Leergewicht (kg)   1.510
Kofferraum (Liter)   105
Bereifung Testwagen   235/35 ZR 19 (vorn), 305/30 ZR 19 (hinten)
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   3.800 / 6, Boxer
Leistung (PS)   385
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   420 / 4.400
Antriebsart   Allradantrieb
Getriebeart   7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   10,5
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   247 / Euro 4
AS24-Verbrauch (l/100km)   11,7
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   4,5 (4,3 mit Sport+)
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   4,7
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   42
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   295
Preise    
ab (Euro)   104.036
Empfohlene Extras   Sport Chrono Paket (797 Euro), Tempomat (440 Euro), Sitzheizung (417 Euro), Parksensoren (512 Euro)
 
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Vor allem in Verbindung mit dem permanenten Allradantrieb. Eine elektrische Lamellenkupplung verteilt die Kraft zwischen den Achsen und schickt im Bedarfsfall das komplette Drehmoment in eine Richtung. Zusammen mit einem mechanischen Sperrdifferenzial garantiert das System ein vorbildliches, neutrales Kurvenverhalten selbst bei hohem Tempo. Vorausgesetzt, das Stabilitätsprogramm PSM bleibt aktiviert.

Galerie: Test Porsche 911 Carrera 4S CoupéEine per Tastendruck wählbare, abgeschwächte Stufe des PSM erlaubt immerhin schon leichte Schlenker der Hinterachse, während es bei komplett ausgeschaltetem Stabilitätsprogramm durchaus kritisch werden kann. Nur zu gern bricht der schicke Hintern dann aus und stellt seinen Fahrer vor die Herausforderung, das flüchtende Heck wieder einzufangen.

Kein Stress

Doch soweit muss es erst gar nicht kommen, denn anders als etwa der Turbo oder gar die GT-Modelle treibt das Carrera 4S Coupé seinen Lenker nicht zwangsweise zum Heizen an. Viel zu komfortabel lässt es sich auf den straffen, eng geschnittenen Ledesesseln dahingleiten - vorausgesetzt, man hat den etwas erschwerlichen Einstieg in das tiefe Cockpit geschafft und darf in der ersten Reihe sitzen. Denn die sogenannten Sitze im Fond kann man getrost als Ablage nutzen - Platz nehmen will dort keiner. Aber sie taugen hervorragend, um die beiden nicht gerade üppigen Kofferräume vorne und hinten für den Wochenendtrip zu erweitern.

Galerie: Test Porsche 911 Carrera 4S CoupéAch ja, wer keinen Tankstopp einlegen will, sollte das Ziel für seinen Ausflug im Umkreis von 550 Kilometern wählen. Soweit kommt der C4S bei einem Durchschnittsverbrauch von rund elfeinhalb Litern - was wiederum keine allzu dynamische Fahrweise voraussetzt. Wer ordentlich Gas gibt, kann den Konsum auch schonmal auf 15 Liter hochtreiben.

Fazit

Sollten Sie zu den Glücklichen zählen, die sich nicht fragen, ob sondern welchen Elfer sie kaufen sollen, nehmen Sie das Carrera 4S Coupé. Die Kombination aus Leistung, Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe dürfte fast allen Ansprüchen gerecht werden. Egal, ob Sie lange Strecken komfortabel zurücklegen wollen, am Wochenende zum Spaß haben in die Alpen fahren oder es in die Stadt zum Shoppen geht - der C4S ist der richtige Begleiter. Für letzteres sollten Sie allerdings die Parksensoren ordern - denn eins ist der Porsche nicht: übersichtlich.  

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