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Galerie: Test Porsche Macan S Diesel

Test: Porsche Macan S Diesel

Der exklusive Q5

10.12.2014

Als der Cayenne auf den Markt kam, spotteten viele, dass es nun endlich einen Porsche für die gäbe, die in den 911er nicht mehr ein-, geschweige denn aus ihm aussteigen könnten. Das mag stimmen, doch das große SUV traf auch den Nerv derer, denen der Platz in den engen Sportcoupés einfach nicht ausreichte, sei es für Kind und Kegel, Sattel und Zaumzeug oder das Golfbesteck.

Der Verkaufserfolg gab den Stuttgartern recht und lehrte die Spötter schweigen; schnell wurde aus der Sportwagenschmiede ein Geländewagenhersteller. Bis es unter dem Cayenne ein zweites, günstigeres SUV gab, dauerte es zwar eine Weile, doch mit dem Macan wildern die Zuffenhausener nun auch im Revier von BMW X3, Mercedes GLK und Audi Q5  .

Was er ist.

Galerie: Test Porsche Macan S DieselApropos Q5: Mit dem Ingolstädter SUV hat der Macan mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick vermuten möchte, beide teilen sich nämlich die technische Basis; das ist übrigens bei Cayenne und Q7 ähnlich. Allerdings haben sowohl die Designer als auch die Ingenieure von Porsche alles daran gesetzt, diese Verwandtschaft nicht zu offensichtlich werden zu lassen, optisch ist der Macan ein typischer Porsche, der auch als geschrumpfter Cayenne durchgehen könnte, vor allem von vorne. Am Heck zeigt er sich mit markanten Rücklichtern eigenständig; wahrscheinlich treffen wir dieses Design bald bei anderen Porsche-Modellen wieder.

Mit 4,68 Meter Länge ist der Macan ausgesprochen handlich, allerdings auch kein Raumwunder. Auf den porschetypisch äußerst bequemen Sesseln in der ersten Reihe finden auch Großgewachsene gut Platz, hinten stoßen sie aber mit den Knien schnell an die Lehne des Vordermanns. Und mehr als vier Leute sollten nicht im Macan reisen, denn der fünfte Platz in der Mitte der Rückbank ist wirklich nur ein Notsitz. Außerdem tut man sich schwer, das Gepäck von fünf Personen zu verstauen. Der Kofferraum schluckt im Normalfall 485 Liter, verbannt man die Fondpassagiere und klappt deren Sitzbank um, gehen durchschnittilche 1.205 Liter rein.  

Überdurchschnittlich ist die Anzahl der Schalter und Tasten, die auf der breiten, Fahrer und Beifahrer trennenden Mittelkonsole Platz gefunden haben. Rund um den Automatikwählhebel finden sich Klimaanlagensteuerung, Fahrwerkseinstellungen und noch das ein oder andere Knöpfchen mehr, was im ersten Moment für Verwunderung sorgt, setzen doch die meisten Hersteller mittlerweile auf Reduktion und verbannen immer mehr Funktionen in die Untermenüs ihrer Infotainmentsysteme. Doch schon nach einiger Zeit lernt man die Möglichkeit, vieles direkt anwählen zu können wieder schätzen - und schließlich gibt es in Porsches Multimedia-System mit Touchscreen noch genug weitere Funktionen zu entdecken.

Wie er fährt.

Galerie: Test Porsche Macan S DieselEgal ob SUV oder Sportcoupé - ein Porsche fährt wie ein Porsche. Man kann den Hut vor den Ingenieuren ziehen, die auch dem hochbauenden Macan - wie übrigens auch seinem großen Bruder Cayenne - sportliches Talente vom Feinsten antrainiert haben. Fast scheint es, als wolle der Zweitonner die Naturgesetzte außer Kraft setzen, so flink und direkt lässt er sich um die Kurve zirkeln; übertreibt man es, schiebt er sanft über die Vorderräder und bleibt zu jedem Zeitpunkt gut beherrschbar. Und auch das Kommode dahingleiten beherrscht der Macan perfekt, wenngleich die breiten Räder auf der Autobahn gerne auf Spurrillensuche gehen.

Wer die Luftfederung ordert, kann das SUV einen Zentimeter näher an die Erde rücken und so noch etwas mehr Fahrdynamik erreichen; außerdem lassen sich per Knopfdruck die Dämpfer in drei Stufen verstellen, wo bei die härteste Einstellung allen mit Bandscheibenleiden nicht empfohlen sei.

Überzeugen konnte uns auch der Antrieb: Ein drei Liter großer Sechszylinder-Diesel (ebenfalls von Audi) tat unter der Haube unseres Testwagens seinen Dienst. Das Aggregat geht so leise und kutliviert ans Werk, dass sein Brennverfahren weder zu hören noch zu spüren ist. Und auch dass er der schwächste im derzeitig verfügbaren Motoren-Trio ist (es gibt noch den Macan S mit 340 PS und den 400 PS starken Turbo), trübt den Fahrspaß nicht.

Mit 258 PS fährt er seinen beiden Benzin-Brüdern zwar leistungsmäßig hinterher, liegt aber mit 580, von einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bravourös verwalteten, Newtonmeter Drehmoment an der Spitze, und kommt so auch in nur 6,3 Sekunden auf Tempo 100. Einzig dass bei 230 km/h Schluss ist könnte den ein oder anderen stören, denn der Macan liegt auch bei Vmax derart ruhig auf der Straße, dass man gern noch ein wenig Gas geben möchte. Und das ohne schlechtes Gewissen, denn selbst bei flotter Fahrt stieg unser Testverbrauch nicht über neun Liter; im EU-Zyklus nimmt sich der Mcan S Diesel 6,1 Liter je 100 Kilometer.

Was er kostet.

Galerie: Test Porsche Macan S DieselMit 58.442 Euro kostet der Macan S Diesel exakt soviel wie der günstigere der beiden Benziner. Zehn- bis fünzehntausend Euro extra sollte man aber schon noch bereit legen, will man aus der umfangreichen Sonderausstattungsliste wählen können - und dieses Posten sind bei Porsche traditionell teuer. So werden etwa für Parksensoren 821 Euro berechnet, mit Rückfahrkamera sogar 1.309 Euro; die ist auf jeden Fall empfehlenswert, denn die Sicht nach hinten ist wie bei den meisten SUVs auch im Macan nicht brillant.

Der Tempomat schlägt mit 512 Euro zu Buche, soll er auch noch den Abstand zum Vordermann regeln werden 1.357 Euro fällig, und selbst für Xenon-Licht (1.559 Euro) und einen automatisch abblendenen Innenspiegel (357 Euro) bittet Porsche zur Kasse. Wer dann noch das Navigationssystem (2.951) Euro, das Panorama-Glasdach (1.607 Euro) oder die sehr zu empfehlende Lenkradheizung ordert, landet schnell bei 70.000 Euro und damit einige Tausender über einem vergleichbaren Audi Q5 - auch in diesem Punkt hat es Porsche also geschafft, sich abzuheben.

Wer ihn braucht.

Galerie: Test Porsche Macan S DieselWer mit dem Audi Q5 (der Basispreis für den gleichmotorisierten 3.0 TDI liegt bei 51.400 Euro) liebäugelt und noch etwas Geld extra übrig hat, sollte sich den Porsche Macan auf jeden Fall näher anschauen. Er bringt die gleiche technische Basis mit wie der Ingolstädter und muss sich auch in Sachen Verarbeitung und Qualität nicht hinter Audis Perfektionismus verstecken, ist dafür aber die deutlich exklusivere Alternative, die auch (noch) nicht an jeder Straßenecke zu finden ist. Allerdings muss man neben den höheren Anschaffungskosten auch mit teureren Preisen in der Werkstatt und bei der Versicherung rechnen.

Für Umsteiger vom Cayenne dürfte er - abgesehen von den handlicheren Abmessungen - nicht ganz so attraktiv sein, denn das Sparpotential ist gering; beim Basispreis liegen nicht ganz 8.000 Euro zwischen den beiden - ähnlich motorisierten - Modellen. Dafür ist zweifelsohne auch ein Kleinwagen erhältlich, im Rahmen der üblichen Porsche-Preise aber ist die Summe überschaubar: Für den gesparten Betrag bekommt man, weder beim Macan, noch beim Cayenne, noch nicht mal die Keramik-Bremsen.

 
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