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Galerie: Test Renault Clio

Test: Renault Clio

Kommoder Kumpel

25.04.2006

Als „kleiner Freund“ wurde der Renault 5 einst beworben. Klein war er, und viele Freunde fand er auch. Generationen später: Aus „5“ wurde Clio, und wirklich klein ist der Neue auch nicht mehr. Viele Freunde dürfte aber auch er finden, unserer Redaktion jedenfalls war er ein guter Kumpel.

Bei echten Freundschaften zählen Äußerlichkeiten nicht. Für die erste Kontaktaufnahme ist ein guter Eindruck aber unbestritten hilfreich. Da hat es der Clio leicht. Schick steht er da, im typischen Renault-Design mit großen, schräg stehenden Augen, einer tief angesetzten Hüftkante und dem angespitzen Heck.

Galerie: Test Renault ClioBesonders beim Dreitürer fällt der lange Radstand (2,58 Meter) auch optisch auf. Zusammen mit der für das Segment üppigen Gesamtlänge von knapp vier Metern verspricht der Clio viel Platz. Und hält es. Auch beleibtere Zeitgenossen sitzen vorne ausgesprochen kommod auf in der Höhe verstellbaren Sitzen. Hinten finden zwei Erwachsene locker Platz, wenn auch die Sitzflächen etwas kurz geraten sind. Die Polsterung ist - typisch Franzose - sehr bequem, aber nicht zu weich.

Zum Wohlfühlen

Dazu kommt jede Menge Wohlfühl-Atmosphäre im modern gestylten Interieur. Die Kunststoffe wie auch die Zierteile im Alu-Look machen einen hochwertigen Eindruck. Hartplastik findet sich nur an den B-Säulen. Und wie es der Teufel so will, gab unser Testwagen genau da hässliche Vibrationsgeräusche von sich.

Galerie: Test Renault ClioEgal ob 1,5-Liter-Flasche, Geldbörse oder Handy. Stauraum ist im Innenraum genug vorhanden. Etwas fummelig gestaltet sich die Bedienung der viel zu kurzen und überladenen Hebelchen an der (nur in der Höhe verstellbaren) Lenksäule. Ebenfalls nicht der Weisheit letzter Schluss sind die zu weit vorne platzierten Türgriffe innen - die auftretenden Hebelkräfte beim Zuziehen sind unerwartet hoch.

Das Kofferraumvolumen ist mit 288 bis 1.038 Liter ordentlich bemessen, und das Beladen gelingt Dank niedriger Kante und breiter Luke ganz ohne Verrenkungen. Ganz eben lässt sich der Ladeboden trotz vorklappbarer Rücksitzpolster nicht gestalten.

Konsequent komfortabel

Galerie: Test Renault ClioBei den Fahreigenschaften überrascht der Clio. Und zwar überaus positiv: Superwendig in der Stadt, spritzig auf Landstraßen und souverän auf der Autobahn. Das auffällig leise Fahrwerk ist äußerst komfortabel abgestimmt, und trotzdem straff genug für flotte Richtungswechsel. Querfugen wie Bodenwellen steckt der Clio unbeeindruckt weg, und neigt sich in schneller angegangenen Kurven trotzdem kaum zur Seite. ESP ist nur bei den Topmodellen serienmäßig. Doch auch ohne gibt sich der kecke Franzose im Grenzbereich kreuzbrav untersteuernd.

Gute Stimmung verbreitet das kurz und knackig geführte manuelle Fünfganggetriebe. Die Laune verderben kann einem dagegen die - vorsichtig gesagt - eigenwillige Servolenkung. Um der absolut gefühllosen Mittellage zu entkommen, muss beim Einlenken ein spürbarer Widerstand überwunden werden. Fühlt sich an, als fahre man ständig in tief ausgefahrenen Spurrillen.

Kräftig und kultiviert

Galerie: Test Renault ClioDer Motor, in unserem Fall der 1,5-Liter-Diesel mit 86 PS, überzeugt dafür auf ganzer Linie. Superleise, drehfreudig und gleichmäßig kräftig in der Leistungsentfaltung, bringt er den 1,3 Tonnen schweren Clio ordentlich in Fahrt. Unter 13 Sekunden auf Tempo 100 und maximal knapp 180 km/h schnell sind auch längere Strecken kein Problem. Zumal der Geradeauslauf auch bei höherem Tempo gut und das Geräuschniveau insgesamt sehr niedrig ist. Der Verbrauch von durchschnittlich rund sechs Litern auf 100 Kilometer ist absolut angemessen. Bewusst sparsam bewegt, kommt man auch mit fünf Litern aus, Bleifüße müssen mit acht Litern rechnen.

Erhältlich ist der Clio 1.5 dCi mit 86 PS ab 14.050 Euro. Für 500 Euro mehr bekommt man ihn in der empfehlenswerten Ausstattungslinie „Edition Dynamique“. Darin enthalten ist das Sichtpaket inklusive Nebelscheinwerfer und aktives Kurvenlicht. Die serienmäßige Sicherheitsausstattung umfasst unter anderem sechs Airbags, ABS und ein Bremsassistent. Das Wissen, dass der Clio im NCAP-Crashtest die Bestnote von fünf Sternen erhielt, beruhigt. ESP lassen sich die Franzosen allerdings mit 500 Euro extra bezahlen. Für weitere Komfortfeatures stehen sinnvoll geschnürte Pakete bereit, etwa eines mit Klimaanlage und CD-Radio für zusammen 1.400 Euro.

Fazit

Der Clio ist erwachsen geworden. Aus dem kleinen Freund wurde ein kommoder Kumpel, der seine Insassen mit einem für diese Klasse herausragenden Komfort verwöhnt. Vor allem das sehr niedrige Geräuschniveau, das komfortable wie agile Fahrwerk und das hochwertige Erscheinungsbild im Innenraum überzeugen. Das Platzangebot ist gut, der Preis fair. Abstriche gibt es für die winzigen Lenkstockhebel und die nervige weil ungenaue Lenkung.

Galerie: Test Renault Clio

 
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