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Galerie: Test Renault Espace

Test: Renault Espace

Stilecht Reisen

28.11.2008

In den 1920er Jahren waren die meisten Autos noch richtige Reisewagen. Daher wurden meist nur längere Strecken mit dem Automobil bewältigt und die mussten vor allem komfortabel ablaufen. Heute heißt die Maxime: sportlich, straff, dynamisch – oder einfach hart. Eine herrliche Ausnahme ist der Renault Espace – ein Reisewagen par excellence.

Die Autohersteller haben es schwer. Auf der einen Seite stehen die Käufer, die ein alltagstaugliches, komfortables und sicheres Auto fahren möchten. Auf der anderen Seite stehen die Automobil-Fachmedien, die jeden Kleinlaster über einen Handlingparcours jagen müssen. Wer nicht flink genug durchhuscht, verliert am Ende. Renault macht da nicht mit – zumindest beim Espace, denn der ist eines der komfortabelsten Reiseautos der Jetztzeit.

Alles auf Komfort ausgerichtet

Galerie: Test Renault EspaceEs fängt schon beim Einsteigen an. Große, weit aufschwingende Türen ebnen den Weg ins Innere. Die dezent erhöhte Sitzposition vereinfacht das Einsteigen. Gemütliche Sitze mit vielen Einstellmöglichkeiten nehmen die Insassen mit Freude in Empfang. Der Stoff-Alcantara-Bezug (Option) schmeichelt dem Auge und dem Körper gleichermaßen. Selbst die Fondgäste können den Sitzabstand und die Lehnenneigung in beiden Sitzreihen variieren. Allerdings passen bei einer Sieben-Sitz-Bestuhlung nicht einmal mehr 300 Liter hinten rein. Wer auf die beiden letzten Plätze verzichtet, schafft 650 Liter unter die „Hutablage“.

Galerie: Test Renault EspaceVorne gleiten die Augen indes über einen klares und sauberes Armaturenbrett. Keine Schalter, Taster oder Anzeigen bringen Unruhe in den Moment – alles ist versteckt. Die Temperaturregler findet man ergonomisch perfekt platziert in den Türen. Sind die Türen geschlossen, drückt der Pilot auf den Startknopf und das übersichtliche Digitaldisplay erwacht zum Leben und der Motor beginnt wie ein zufriedener Kater sanft zu schnurren.

Sanfttrieb

Galerie: Test Renault EspaceDer 150-PS-Selbstzünder schnurrt sogar so sanft, dass man schon kurz nach dem Kaltstart kaum etwas von seinem Arbeitsprinzip wahrnimmt. Stattliche 340 Newtonmeter Drehmoment drückt er auf die Antriebswellen und lässt den Espace in 11,4 Sekunden die 100 km/h passieren. Zwar verfehlt er damit die Werksangabe um rund eine Sekunde, dafür rennt er mit Tempo 202 um acht km/h schneller als gedacht.

Serienmäßig ist der Renault an ein Sechsgang-Handschaltgetriebe gekoppelt. Das werkelt befriedigend, harmoniert aber nicht sonderlich gut mit dem komfortorientierten Gesamtbild. Die Sechsstufen-Automatik für 1.800 Euro sollte hinzu gewählt werden, denn sie steigert den Komfort nochmals. Wirklich sparsam ist der 2.0 dCi sowieso nicht. Auf 2.312 flott gefahrenen Testkilometern genehmigte er sich exakt 231,65 Liter Diesel. Dank 83-Liter-Kraftstofftank ergeben sich also Reichweiten von rund 800 Kilometer.

Es gibt was zu Meckern

Galerie: Test Renault EspaceÜberdurchschnittlich schwer sind dafür die Fond-Einzelsitze. So ist deren Ausbau nur Muskelmännern zuzumuten. Die Bedienung des Entertainment-, Navigations- und Bluetoothsystems erfordert Eingewöhnung. Das Display lässt sich nur ausschalten, wenn auch das Radio den Mund hält, dann verschwindet jedoch gleichzeitig die einzige Uhr im Espace. Der hilfreiche Tempomat belästigt einen dauerhaft mit der aktuell eingestellten Geschwindigkeit, es sei denn, man aktiviert manuell den Bordcomputer. Und zu guter Letzt lässt die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung (Option) Exaktheit vermissen. Aber: Das sind Kleinigkeiten, mit denen man sich beim Espace gerne arrangiert.

Fahrwerk

Denn die Vorteile überwiegen. Ein Meisterstück ist beispielsweise das Fahrwerk in Verbindung mit den serienmäßigen 17-Zoll-Alufelgen. Zumindest dann, wenn Komfort weit oben auf der Wunschliste steht. Der Espace liegt so satt und sicher auf der Straße, dass im Gegenzug die gebotene Agilität des Zweitonners verblüfft. Klar, es gibt Vans, die kommen schneller, sportlicher und exakter um die Kurven, aber kaum einer balanciert die Dämpfer souveräner über die Pisten.

Niedrige Windgeräusche

Galerie: Test Renault EspaceEin anderer Pluspunkt des Franzosen sind seine geringen Windgeräusche. Es gibt nur wenige Fahrzeuge in dieser Klasse, die mit einem derart leisen Innenraum beeindrucken. Selbst bei Tacho 180 ist eine gepflegte Konversation mit den Hinterbänklern möglich. Das Wohlfühlambiente steigert auch die löbliche Übersicht des Espace. Nirgends sonst gibt es solch filigrane A-Säulen, die fast einen Panorama-Überblick gewähren.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Renault Espace
Ausstattungsvariante   PGA
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.656/ 1.894 / 1.728
Radstand (mm)   2.803
Wendekreis (m)   11
Leergewicht (kg)   1.900
Kofferraum (Liter)   291 bis 2.860
Bereifung Testwagen   225/55 R 17 Michelin       Pilot Primacy
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.995 / 4, Reihe
Leistung (PS)   150
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   340 / 2.000
Antriebsart   Frontantrieb
Getriebeart   Manuelles 6-Gang-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,6
CO2-Emissionen (g/km)   200/EU4
AS24-Verbrauch (l/100km)   10
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   11,5
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   40,2
AS24-Höchstgeschwindigkeit (km/h)   202
Preise    
ab (Euro)   36.750
Empfohlene Extras   Sechsstufen-Automatik (1.800 Euro), zwei Zusatzsitze (1.400 Euro), Bi-Xenonlicht (1.000 Euro)
 
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Ein billiges Vergnügen ist der Kauf eines Espace selbstredend nicht. Aber: Drei Jahre oder bis 100.000 Kilometer Garantie bieten nicht alle Automobilhersteller, sind aber nicht zu vernachlässigende Pro-Argumente. Knapp 37.000 Euro müssen für den empfehlenswerten Renault Espace 2.0 dCi PGA investiert werden. PGA steht dabei für Professional Golf Association, dem Dachverband für professionelle Golf-Spieler, die seit zwei Jahren eine Kooperation mit Renault pflegen.

Galerie: Test Renault EspaceViel Geld. Dafür sind dann bereits der automatisch abblendbarer Innenspiegel, der schlüssellose Zugang ins Fahrzeug, ein Tempomat, die Sitzheizung vorne sowie eine Einparkhilfe hinten und beispielsweise 17-Zoll-Aluräder mit an Bord. Günstigster Einstieg ist derzeit das Sondermodell Navitech mit 136-PS-Benziner für 29.000 Euro.

Fazit

Wirklich Negatives gibt es über den Espace 2.0 dCi nicht zu berichten. Wer ihn kauft, macht nichts falsch. Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig, die Eigenheiten verzeihlich.

Denn der Renault Espace ist eines der komfortabelsten und leisesten Automobile auf dem Markt. Ganz nebenbei kann sein zeit- und schnörkelloses Design überzeugen und er packt allerhand weg. Ein ideales Fahrzeug, nicht nur für Familien, sondern auch für Vielfahrer mit erhöhtem Transportbedarf – und sei es nur, um sich entspannt an die Côte d' Azur kutschieren zu lassen.

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