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Galerie: Test Renault Grand Modus

Test: Renault Grand Modus

Platzhirsch im Mini-Format

26.06.2008

Praktisch und vernünftig sollen Autos für viele Käufer heutzutage sein. Praktisch, damit möglichst alle Bedürfnisse abgedeckt werden; vernünftig, damit sowohl Anschaffungs-, Sprit- und alle sonstigen Unterhaltskosten überschaubar bleiben. Ach so, ein nettes Aussehen schadet selbstverständlich auch hier nicht. Der neue Renault Grand Modus 1.5 dCi scheint all das zu vereinen.

Jaaaaa, Diesel und Kleinwagen beißt sich oft. Aber lassen Sie erklären: Seit 2004 gibt es bereits den Renault Modus. Anfang 2008 stellten die Franzosen neben ihren 3,79-Meter-Floh zusätzlich den 4,03 Meter langen Grand Modus. Warum? Um mehr Klientel zur Marke zu ziehen. Eignet sich der kleine Modus vornehmlich als Stadtflitzer mit Ambitionen auf mehr, wird der Grand auch höheren Aufgaben wie Familienurlaub oder Möbeltransport gerecht, ohne gleich die Parkplatzsituation in Innenstädten herauszufordern.

Viel Platz für Vier

Galerie: Test Renault Grand Modus Vier Personen finden im großen Modus ausgesprochen mondäne Platzverhältnisse vor. Egal ob vorne oder hinten, Kopf, Schulter- und Beinfreiheit sind exzellent. Steigt hinten eine dritte Person ein, wendet sich das Blatt. Eigentlich klar, 1,71 Meter Gesamtbreite sind nicht unbedingt üppig. Dennoch können auf kurzen Etappen selbst fünf Personen transportiert werden. Die Übersichtlichkeit nach hinten ist exzellent, die A-Säulen sind definitiv zu mächtig geraten. Dahinter können sich ganze Lkw verstecken.

In das kleine Heckabteil lassen sich in Rückbank-Normalstellung mindestens 305 Liter einladen. Wer hinten kleinere Gäste mitnimmt, kann mittels verschiebbarer Rückbank zugunsten des Kofferraums die Beinfreiheit dezimieren. So vergrößert sich der Kofferraum um gut 100 Liter. Für richtige Transportaufgaben klappt man die Rückenlehne ganz um. Dabei entsteht zwar keine ebene Ladefläche, dennoch passen 1.454 Liter rein und damit 24 Liter mehr als beispielsweise in den 70 Zentimeter längeren Audi A4 Avant. Insgesamt darf die Zuladung des Renaults 485 Kilogramm betragen.

Mäßige Sitzposition

Galerie: Test Renault Grand Modus Ansonsten überzeugt der Grand Modus wie sein kleiner Bruder mit durchdachten Details und ordentlicher Verarbeitung. Viele Ablagen erfreuen Messis. Weniger gefallen findet man an der sehr tief positionierten Radioeinheit. Glücklicherweise gibt es ab Werk stets eine Lenkradfernbedienung. Verbesserungswürdig ist die Sitzposition. Aufgrund der nur horizontal verstellbaren Lenksäule findet nicht jeder Pilot eine angemessene Position. Dabei sind die Sitze an sich sehr bequem. Recht weich zwar, aber dafür rekonstruieren sie die individuelle Form des Rückens sehr gut, unterstützen an einigen Stellen die Haltung und korrespondieren mit dem straffen Fahrwerk.

Die Grundhärte der Feder-Dämpfer-Einheit verwundert dann auch beim ersten Kontakt mit dem kleinen Franzosen. Vor allem weil die Grand Natión sonst so viel Wert auf Komfort legt. Der lange Modus nimmt es da nicht so genau. Trotz der straffen Federung lenkt er mit deutlicher Seitenneigung ausreichend präzise um Kurven und lässt sich vor allem im Stadtgewusel flink bewegen. Ein Kurvenräuber ist der Grand Modus deswegen noch lange nicht. Mit der empfehlenswerten 15-Zoll-Rädergröße ist das Gesamtpaket dennoch stimmig, denn sie bietet ausreichend Bequemlichkeit, so dass auch lange Strecken entspannt bewältigt werden können. Das niedrige Windgeräuschniveau gefällt.

Ruhiger Selbstzünder

Galerie: Test Renault Grand Modus Nicht nur für die Stadt eignet sich der getestete Selbstzünder. Der Common-Rail-Diesel ist sehr laufruhig und kraftvoll, sobald er die ausgeprägte Anfahrschwäche überwunden hat. Der 86-PS-Diesel schiebt den gut 1,3 Tonnen schweren Grand Modus flott voran. In der Spitze läuft der Microvan 172 km/h, der Eilsprint auf 100 km/h soll sich laut Werk in 13,3 Sekunden erledigen lassen. Unser Testexemplar stand offensichtlich gut im Futter und erledigte diese Übung in 12,8 Sekunden.

Für ordentlichen Durchzug sorgen ab etwa 2.000 Motorumdrehungen zum einen das stattliche Drehmoment von 220 Newtonmeter und zum anderen das gut abgestufte, leicht schaltbare Getriebe. Dieses hat, für diese Leistungsklasse ungewöhnlich, sogar sechs Vorwärtsgänge. Der letzte Gang ist dabei recht lang ausgelegt, was den Spritkonsum im Zaum halten soll. Im Stadtverkehr, wo man meist den fünften und manchmal sogar den sechsten Gang einlegen kann, macht sich das allerdings kaum bemerkbar. 7,4 Liter haben wir gemessen, 5,7 sollen es laut Renault in der City sein. Im Mittel genehmigte sich der mit der Eco-2-Zertifizierung versehene Franzose auf unserer Messrunde gemäßigte 5,4 Liter. „Eco-2“ ist übrigens eine Renault-eigene Zertifizierung, die auf andere Hersteller nicht übertragbar ist. Mit dem Tankinhalt von 51 Litern lassen sich so nahezu 1.000 Kilometer Nonstop bewältigen.

Galerie: Test Renault Grand Modus Renault hat aber ein weiteres interessantes Aggregat für die Modus-Baureihe, das hier Erwähnung finden sollte. Der 1.2-TCE-Turbobenziner leistet 100 PS, kostet bei gleicher Ausstattung rund 1.800 Euro weniger als der Diesel, verbraucht nach Norm lediglich einen Liter mehr, ist acht km/h schneller und beschleunigt gut zwei Sekunden flinker auf 100 km/h. Da wird die Luft für den dCi schon ganz schön dünn und vielen Interessenten vergeht die Lust am Dieseln.

Gar kein Schnäppchen

Und wo wir gerade bei den Kosten sind: Rund 1.500 Euro werden für die 14 zusätzlichen Zentimeter im Vergleich zum normalen Modus fällig. Der von uns gefahrene 1.5 dCi mit Partikelfilter kostet mindestens 18.450 Euro, da er an die umfangreiche Dynamique-Ausstattung gekoppelt ist. In dieser sind sechs Airbags, Klimaanlage, Bordcomputer, längsverschiebbare Rückbank sowie elektrische Fensterheber rundum und beispielsweise eine Fernbedienung für das CD-Radio dabei. Wer den Wagen dann noch mit Metallic-Lack, ESP (warum kostet das extra?) MP3-abspielfähiges Radio und Leichtmetallräder ergänzt, landet bei 20.010 Euro. Nicht gerade wenig für einen Microvan mit 86 Diesel-PS.

Fazit

Der Grand Modus verdient seinen Namen. Er kann alles – bis aufs geparkt werden – besser als die Kurzversion, bietet innen sehr viel Platz, ist ordentlich verarbeitet und sieht sympathisch aus. Der Dieselmotor ist für sich fast ein Prachtexemplar, macht aber unter den aktuellen Rahmenbedingungen (Spritpreise) nur noch wenig Sinn und den Grand Modus etwas teuer. Der Turbobenziner sticht ihn in fast allen Belangen und ist daher wohl die bessere Wahl.

Galerie: Test Renault Grand Modus

 
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