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Galerie: Test Renault Twingo 1.2

Test: Renault Twingo 1.2

Basisarbeit

18.10.2007

Innovativ sind sie ja, die Franzosen. So starteten sie bereits 1992 mit der Produktion des Renault Twingo, damals mit neuartigem Raumkonzept. Er war der erste Klein(st)wagen mit wirklich großem Platzangebot und hoher Variabilität. Rund 2,5 Millionen Exemplare verkauften sich bis zum Jahr 2006. Erst jetzt, anno 2007, kommt der Nachfolger. Im Test, die 60 PS starke Einstiegsmotorisierung.

Der erste Gedanke: Das soll der neue Twingo sein? Ähnlichkeiten zum Alten sind da kaum noch vorhanden. Gut oder schlecht? Geschmackssache. Unsympathisch sieht er jedenfalls nicht aus. Zwar nicht mehr so unverwechselbar wie der Vorgänger, dafür aber deutlich erwachsener. Kein Wunder, denn der Kleine expandierte um 17 Zentimeter auf 3,60 Meter Gesamtlänge. Vielleicht hilft der Größenschub auch, das  „Mädchenimage“ seines Vorgängers abzulegen. Immerhin waren rund 75 Prozent der Twingo 1 Käufer weiblich. Das könnte sich nach Aussage von Renault nun ändern.

Galerie: Test Renault Twingo 1.2 Vom Start weg gibt es den Twingo in fünf Ausstattungsvarianten. Allesamt aus der Renault-Nomenklatur bekannt. Uns erreichte der 60 PS starke Twingo 1.2 Expression und damit in der Hierarchie die zweite Linie nach der Basisversion Authentique. Je nach Motorisierung besteht außerdem die Wahl zwischen Dynamique, GT und Initiale.

Viel Platz ist vorhanden

Begeistern kann im neuen Twingo, mal wieder, das außerordentlich gute Platzangebot. Der Viersitzer ist im Innenraum ein wirklich Großer unter den Kleinen und bietet selbst Insassen von mehr als 190 Zentimetern Körperlänge einen klaustrophobiefreien Aufenthalt. Egal auf welcher Position man Platz nimmt. Dank längsverschiebbaren Einzelsitzen gibt es hinten erstaunlich viel Knieraum und ganz hinten passen mindestens 230 Liter Gepäck in das „Knick-Heck“. Wer alles umklappt, was übrigens sehr einfach funktioniert, kann fast 1.000 Liter einladen. Ab der Ausstattungslinie Expression ist sogar der umklappbare Beifahrersitz serienmäßig. Dann passen bis zu 2,02 Meter lange Gegenstände in den supervariablen Twingo.

Galerie: Test Renault Twingo 1.2 Praktische Ablagen gibt es im Interieur en masse. Typisch französische Accessoires wie beispielsweise die Volvic-Flasche im Ursprungsformat passen allerdings in keine hinein. C'est la vie. Wenn wir schon bei den kleinen Mankos sind: Die Schalter für die Umluftregelung, Klimaanlage und Heckscheibenheizung sind fummelig, das einfache CD-Radio in der Bedienung mäßig und nicht MP3-kompatibel. Noch immer ungeschickt angebracht ist die Hupen-Taste. Sie befindet sich im Lenkstockhebel. Dieser ist für alle Lichtfunktionen, Blinker, Hupe und Nebelschlussleuchte zuständig. Damit gelingt in Schrecksituationen weder das Hupen, noch das Lichthupen. Der Blinker grüßt dann höchstens mal in all der Aufregung. Das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe, nicht aber in der Weite verstellen und vergibt damit die Chance auf eine ergonomisch günstige Sitzposition. Unverständlich auch, warum es keine Gurthöhenverstellung gibt.

Galerie: Test Renault Twingo 1.2 Schön dagegen: der gut ablesbare, digitale Tachometer in der Mitte des Armaturenbretts. Die großartige Variabilität des Interieurs und der einfache Einstieg zu den Fondplätzen. Der weite Verstellbereich der Kopfstützen und die zwar weichen aber dennoch gemütlichen und langstreckentauglichen Sitze. Beim Rangieren erfreuen Übersichtlichkeit und kleiner Wendekreis - nur 9,85 Metern.

Basismotor ist laut

Vier Motoren gibt es für den neuen Twingo. Die drei Benziner haben jeweils 1,2 Liter Hubraum und unterscheiden sich lediglich in der Leistung und wie diese zustande kommt. Unser Testwagen leistet 60 PS, darüber rangiert ein 75 PS Benziner. Ganz neu ist der, ausschließlich für den GT lieferbare, 100 PS starke Turbomotor. Mit dem 1.5 dCi gibt es erstmals einen Diesel im Twingo-Programm. Der Turbodiesel leistet 64 PS.

Galerie: Test Renault Twingo 1.2 Der Basismotor ist sicherlich kein Temperamentsbündel. Die 60 PS schieben den rund 1.000 Kilogramm schweren Twingo aber im Stadt- und Landstraßenverkehr passabel an. 15 Sekunden vergehen für den Standardsprint. Das reicht in den meisten Situationen. Auf der Autobahn fühlt sich dieser Twingo dagegen nicht wirklich wohl. Sobald der Fahrer die volle Leistung abruft, nervt der Motorsound eklatant. Wohl dem, der geräuschresistent ist. Auf der Habenseite des Antriebs steht jedoch ein Normverbrauch von nur 5,6 Litern Superbenzin. Erstaunlicherweise lässt sich dieser Wert sogar problemlos erfahren. Wir ermittelten die Werksangabe bei einer Nonstop-Etappe von gut 500 Kilometern, und das mit errechneten 110 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Bravo! Die Vmax beträgt übrigens 150 km/h, Tacho 180 sind bergab machbar, aber aufgrund des ohrenbetäubenden Lärms nicht erstrebenswert.

Prima Fahrwerk

Galerie: Test Renault Twingo 1.2 Sehr ausgewogen präsentiert sich das Twingo-Fahrwerk, das mit der gebotenen Dynamik des 60 PSlers spielerisch mithält. Es fühlt sich sogar nach einer Fahrzeugkategorie mehr an. Und tatsächlich stammt die Konstruktion dann auch vom größeren Clio. Mit recht wenig Seitenneigung düst er durch Kurven jedweder Couleur und überrascht Hinterherfahrende mit seiner Flinkheit, auch wenn die elektrische Servolenkung dabei gerne etwas feiner arbeiten dürfte. Grobe Unebenheiten werden tapfer ausgeglichen, kleinere Querfugen durch eine dezent stuckernde Vorderachse dem Fahrer sanft mitgeteilt. Einen Fauxpas leistet sich der Twingo allerdings beim Thema ESP. Hier heißt es vorerst rien ne va plus. Das Anti-Schleuder-Programm kommt erst 2008.

Fazit

Der neue Twingo ist ein Großer im kleinen Gewand. Seine Vorzüge sind das erstklassige Fahrwerk und das große Platzangebot sowie die Variabilität. Der 60-PS-Motor ist ein genügsamer Geselle und beruhigt das Umweltgewissen zumindest ein wenig. Alles andere als beruhigend ist die Lautstärke, die das Aggregat bei Volllast an den Tag legt.

Der Einstiegspreis für die empfehlenswerte Expression-Version liegt bei exakt 10.000 Euro. Hinzu kommt noch das Klang-&-Klima-Paket mit CD-Radio und manueller Klimaanlage für 1.250 Euro.

 
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