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Galerie: Test Saab 9-3 SC

Test: Saab 9-3 SC

Designer-Koffer

30.10.2006

Schweden ist für die meisten gleichbedeutend mit Elchen, Rentieren und Ikea. Doch das nordische Königreich hat noch mehr zu bieten: Die Skandinavier bauen richtig gute Autos und setzen, ähnlich wie bei den Möbeln, auf ein klares Design. Wir haben getestet, was hinter der eleganten Fassade des Saab 9-3 SportCombi steckt.

Der Saab 9-3 SportCombi könnte skandinavischer nicht sein. Der erste Blick verdeutlicht, dass es den Designern nicht um leichtlebige Formen oder hübsche Kanten ging. Die Schweden setzen auf klare Linien, große Flächen und schnörkelloses Design. Das Ergebnis: Schlichte Eleganz par excellence. Einzig die stilisierten Tragflächen im Kühlergrill haben etwas verspieltes. Sie erinnern an die Wurzeln von Saab, den Flugzeugbau.

Galerie: Test Saab 9-3 SCDie grün illuminierten Instrumente sind hervorragend ablesbar, die Mittelkonsole ist übersichtlich und selbsterklärend. Dekoreinlagen und Zierleisten in Alu-Optik bringen die angenehme nordische Kühle auch ins Interieur. Die „Nightpanel“-Taste deaktiviert Drehzahlmesser, Tankuhr und die Tachoskala jenseits der 140 km/h, dimmt Schalterbeleuchtungen und blendet die Radioanzeige aus. Dadurch wird der Fahrer nachts weniger geblendet.

Ruhe bitte!

Galerie: Test Saab 9-3 SCDie Nightpanel-Funktion ist Bestandteil des fortschrittlichen ComSense-Konzepts. Der Fahrer soll grundsätzlich in Fahrsituationen, die eine erhöhte Wachsamkeit erfordern (zum Beispiel Abbiegen, Überholen oder Bremsen) nicht abgelenkt werden. Etwaige Warnmeldungen oder eingehende Telefonanrufe werden deshalb verzögert angekündigt.

Keine Zauderei lässt dagegen der Motor zu. Unser Testwagen ist mit dem 1,9 TiD in der 150 PS-Version bestückt. Spontan und kraftvoll tritt der Common-Rail-Selbstzünder mit Partikelfilter an. Seine maximal 320 Newtonmeter liegen zwischen 2.000 und 2.750 Touren an.

Flott und spritzig

Galerie: Test Saab 9-3 SCVon einer Anfahrschwäche kann nicht die Rede sein. Insgesamt wirkt das kultivierte Aggregat im Saab 9-3 deutlich spritziger als im Konzernbruder Opel Vectra, wo es ebenfalls zum Einsatz kommt. Schnelle Überholmanöver sind kein Problem, souverän erreicht der Schwede die 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Unser Testverbrauch liegt allerdings bei 7,8 Litern - ganze zwei Liter über der Herstellerangabe.

Das serienmäßige, manuelle Sechsgang-Getriebe lässt sich für 2.100 Euro Aufpreis in einen Sechs-Stufen-Automaten eintauschen. Das empfiehlt sich aber nur für ausgeprägte Schaltmuffel. Das händische Wechseln der Gänge in der exakt geführten Box macht viel Spaß und geht leicht von der Hand.

Alle Viere

Galerie: Test Saab 9-3 SCWenngleich man in Schweden vor allem endlose lange, geradlinige Straßen gewöhnt ist, verfügt der SportCombi über ein Fahrwerk, das jeder kurvenreichen Passstraße standhält. Saab setzt auf das sogenannte ReAxs-System, bei dem die Hinterachse in Kurven leicht mit einlenkt. Der 9-3 wird quasi mit allen vier Rädern gesteuert.

In der Praxis heißt das, dass der Fronttriebler stets brav der durch die leichtgängige, präzise Lenkung vorgegebenen Spur folgt. Das bei Kombis oft leichte Heck macht dem Saab keine Probleme. Natürlich wissen die Ingenieure, dass auch jedes noch so gute Fahrwerk seine Grenzen hat. Sind diese erreicht, greift das ESP beherzt ein, und bringt Mensch und Maschine wieder auf Kurs.

Sport-Transport

Galerie: Test Saab 9-3 SCWie der Name SportCombi proklamiert, wollten die Jungs aus Trollhättan (da kommt der Saab her) ein dynamisches und gleichzeitig praktisches Fahrzeug kreieren. Mit einem Gepäckvolumen von 419 Litern (umgeklappt 1.273 Liter) liegt er allerdings unter seinen Mitbewerbern. Durch die extrem niedrige Ladekante und die breite Hecköffnung erweist er sich dennoch als Ladeprofi.

Allerdings fiel dem sportlichen Charakter auch das Platzangebot im Fond zum Opfer. In dem 4,65 Meter langen Kombi sitzt man in erster Reihe komfortabel, im Fond dafür sehr beengt. Allen Plätzen gemein sind die straffe Polsterung und der gute Seitenhalt. Auf Wunsch sind die Sitze mit zweifarbigem Leder bezogen.

Salomonisch

Galerie: Test Saab 9-3 SCDie Grundversion des 9-3 SportCombi heißt bei Saab „Linear“ und bringt bereits ein längs- und höhenverstellbares Lenkrad, Bordcomputer, elektrische Fensterheber Klimaautomatik und eine umfangreiche Sicherheitsausstattung mit. Wir fuhren das Editionsmodell „Salomon“ mit unter anderem Frontspoiler, Seitenschweller und Heckstoßfänger in Wagenfarbe, 16-Zoll-Leichtmetall-Rädern und serienmäßigem Multifunktionslenkrad.

In der „Salomon“-Variante kostet der 9-3 SportCombi 1.9 TiD ab 30.400 Euro, die Basis ist 900 Euro günstiger. Auf die 380 Euro teueren Parksensoren kann man verzichten, der Saab ist nach hinten gut zu überblicken. Außerdem erwies sich das System im Test nicht als das beste, es reagiert relativ spät. Besser ist das Geld in die nur für den Diesel erhältliche Standheizung (630 Euro) investiert.

Fazit

Egal ob Zahnärztin, Lehrer oder Sozialpädagoge - Saabfahrer zogen immer gern die Non-Konformisten-Uniform an. Der 9-3 SportCombi entspricht genau dem Wunsch vieler Individualisten, die sich ohne Prunk und Protz von der Masse abheben wollen. Allerdings hat Individualität ihren Preis: Abgesehen von der umfangreichen Serienausstattung steht der Saab seinen Premium-Mitbewerbern in diesem Punkt leider in nichts nach.

 
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